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Ingo Donot: „…dann können sich die Bands bei Rock am Ring warm einpacken!“

Mit wem lässt es sich besser über Festivals quatschen als mit dem sympathischen Donots-Fronter?

VON AM 24/05/2023

„Ich sitze mit 3D-Brille und Popcorn bewaffnet am Rechner und hoffe, dass Gutes passiert!“ , lacht Ingo Knollmann, als es um den Auftritt von NOFX bei Rock am Ring geht. In wenigen Tagen werden Fat Mike und seine Kollegen auf der Main Stage stehen und damit eine ihrer letzten Shows in Deutschland spielen, bevor sie 2024 Abschied nehmen. Die Donots spielten erst am vergangenen Wochenende den Support für die Punk-Helden bei ihrer Show in Barcelona, pflegen aber schon seit vielen Jahren eine Freundschaft mit NOFX. Dass Fat Mike unberechenbar auf der Bühne ist, ist kein großes Geheimnis.

So erinnert sich Ingo an den legendären Auftritt von NOFX beim Bizarre Festival 1996, als Fat Mike zum Rundumschlag ausholte und über diverse Bands des Lineups herzog. Ob es Machine Gun Kelly und Co. ebenso ergehen wird in diesem Jahr? „Wenn das nur halb so gut wird, dann können sich alle Bands auf der Hauptbühne bei Rock am Ring warm einpacken, weil die sich den einen oder anderen Spruch anhören müssen“, prophezeit Knollmann in der neuen Folge von Kerngeschäft – ein MoreCore.de Podcast.

 

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Donots: auf der Überholspur – immer noch

Über 1.400 Konzerte in mindestens 21 Ländern, ein eigenes Label, ausverkaufte Shows wie im Kölner Palladium, Dauergäste auf den europäischen Festivals, eine Bandbiografie und das aktuelle Album auf Platz 1 der Charts: Die Donots sind seit fast 30 Jahren unterwegs und zählen zu den wenigen deutschen Bands, die auch nach all den Jahren weder an Strahlkraft noch an Sympathien verloren haben. Mit ihrem spektakulären Auftritt bei Rock am Ring 2022 als Festival(saison)-Opener und dem Gastauftritt der Toten Hosen hat sich das Quintett aus Ibbenbüren in die Herzen aller gespielt, die nach der langen Festivalpause endlich wieder laute Musik auf die Ohren brauchten.

In diesem Jahr verschlägt es die Band zwar nicht zum Ring, dafür unter anderem zum Nova Rock, Hurricane und Southside, Vainstream Rockfest und dem Glücksgefühle Festival. Letzteres bildet quasi den diesjährigen Festivalabschluss der Donots, könnte lineuptechnisch aber nicht unpassender für die Band sein. Immerhin wirken sie neben Acts wie Sido, Cro, Sarah Connor, Wincent Weiss, Nico Santos, Alle Farben und Robin Schulz durchaus wie Exoten. „Wahrscheinlich wird das Gros der Leute nichts mit uns anfangen können. Aber wie geil ist das? Das könnten die besten 45 Minuten des Jahres werden!“, erklärt Ingo und sieht das ganze sogar als Herausforderung an, die entweder voll schief oder voll aufgehen wird.

Es hat sich zwar längst rumgesprochen, dass die Donots als ausgezeichnete Live-Band gelten, doch darauf ausruhen wolle man sich nicht. So haben sich die Jungs vorgenommen, möglichst bei jedem Konzert etwas Neues auszuprobieren. Dinge, die es vorher nicht auf ihren, bestenfalls auf gar keinen Shows zuvor gab. „Beim ersten Teil unserer aktuellen Tour haben wir in Hamburg im Circle Pit jemanden tätowieren lassen“, berichtet der Sänger so als ob dies keine große Sache sei. Ganz im Gegenteil: Für ihn seien die besten Konzerte sogar diese, wo unerwartet Sachen schief gehen, um auszutesten inwieweit Bands souverän damit umgehen könnten, wenn die Technik abraucht oder sonst etwas passiert: „Ich möchte von meinen Lieblingsbands, dass sie sich auf den Abend vorbereiten oder zu allem bereit sind!“

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Meinungsstark und der Verantwortung bewusst

Dass die Donots eine meinungsstarke Band sind, die sich auch nicht davor scheut politischen Statements zu setzen, sorgte bei ihrer Teilnahme am Bundesvision Song Contest 2015 von ProSieben für Ärger hinter den Kulissen, wie Ingo im Gespräch verrät. Die Donots hatten sich damals dazu entschieden, sich während ihres Songs „Dann Ohne Mich“ mit einem Statement klar gegen rechte Hetze zu positionieren, was beim Sender zunächst nicht gut ankam. Als die Band drohte, die Show zu boykottieren, gab der Sender nach und die Donots wurden gefeiert.

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Angesprochen auf die Kontroversen um Pantera, berichtet Ingo von einer Begegnung mit Phil Anselmo im Backstage-Bereich eines Festivals vor einigen Jahren – noch vor dem Vorfall, als Anselmo den Hitlergruß auf der Bühne bei einer Show 2016 zeigte. Das damalige Gespräche empfand Ingo als sehr angenehm, was ihn als Fan umso mehr enttäuschte, als der angesprochene Vorfall auftrat. „Was ich aus dieser ganzen Scheiße mitgenommen habe, ist, was uns als Band für ein unfassbares Vertrauen entgegengebracht wird von Leuten, die sich unser Logo tätowiert haben oder zu unseren Shows kommen und unsere Songs mitsingen“, erklärt der Donots-Fronter und stellt auch klar, dass er eben diese Leute niemals enttäuschen möchte.

Unser Podcast: Festival-Survival-Tipps und spannende Geschichten aus dem Backstage

Was Ingo von der neuen Single von 30 Seconds To Mars und dem Drain-Album „Living Proof“ hält, welche Meinung er von Sum 41 und der Rock n Roll Hall Of Fame hat und welche wichtigen Festival-Survival-Tipps er auf die uralten Fragen aus den Untiefen des Internets hat, erfahrt ihr in der brandneuen Folge vom Kerngeschäft – ein MoreCore.de Podcast.

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Foto: Danny Kötter / Offizielles Pressebild

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