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Kritik: Devin Townsend – „Empath“

Wenn man über Progressive Metal spricht, kann man bestimmte Künstler und Bands einfach nicht rauslassen: Dream Theater, Tool, Porcupine Tree ...

VON AM 28/03/2019

Wenn man über Progressive Metal spricht, kann man bestimmte Künstler und Bands einfach nicht rauslassen: Dream Theater, Tool, Porcupine Tree und natürlich Devin. Über die Jahre kamen unzählige musikalische Geschichten um den guten Ziltoid mit dem Devin Townsend Project, aber davon hatte er nun genug und hat einige… ach was eine ganze Reihe an Musikern um sich geschart, um ein Album zu schaffen, dass ihn und seine Musik neu widerspiegelt.

Wer alles dabei ist? Nun ja, Namen wie Samus Paulicelli (das Dildo–Drumcover sollte euch wohl gut in Erinnerung geblieben sein), oder auch Anup Sastry (Ex-Periphery, Ex-Monuments etc.) oder auch Chad Kroeger. Der? Ja, genau der. Wie das alles klingt? Hört hier doch direkt mal in den ersten Song rein:

Da ist alles drin? Da ist ALLES drin, sogar Katzen! “Spirits Will Collide”, der nächste Song, ist so stark verwoben, dass ich beim ersten Reinhören nicht einmal den Übergang bemerkt habe, also quasi eine Art Epilog zu Genesis.

“Evermore” dreht hier wieder am “Epic-Knopf” und umspült den Hörer wieder mit einer Wucht an musikalischen Wellen, ohne dabei an Kraft oder einem gewissen “Rock”-Gefühl zu verlieren. Immer wieder spielt hier die Dynamik die orchestralen Parts nach vorne, ohne zu gezwungen zu klingen; Devins Stimme ist dabei aber leider auch das markanteste Merkmal der Musik und abgesehen von den Spielereien fehlen mir bisher die versprochenen Änderungen. Reinhören könnt ihr über den folgenden Player:

Auch “Sprite” (hat nichts mit dem Getränk zu tun) bleibt ein Teil des epischen Atmosphere-Prog-Death-Rock-Gemisches und nimmt mich mit auf eine weite Reise nach… ja gute Frage. Wo war ich vorher nochmal? Welcher Part bleibt mir hier, wann kommt er wieder? Ich verliere mich immer wieder beim Hören in meinen eigenen Gedanken und schwebe förmlich mit.

Nur um dann mit “Hear Me” KOMPLETT wachgeballert zu werden. Holy Shit, Samus Paulicelli an den Drums hämmert mir die Blastbeats um die Ohren und macht dem Songtitel alle Ehre. Vielleicht mag es an meinen Vorlieben zum brachialen Gewitter liegen, aber hier holen mich die fetten Gitarrenriffs am Meisten ab. Lange Soli, quasi ein „Dream Theater auf Crack“ entfaltet sich hier; nichtsdestotrotz wird es nicht zu einem Mathcore-Geschepper, sondern hält sich in “Classic-Prog”-Grenzen.

Danach werde ich aber mal wieder aus dem Konzept gerissen, da Devin sich wohl dachte: “Oh, wir haben unsere Hörer grad in die Wand geprügelt, da streicheln wir die Lieben doch nochmal was.” Und damit schuf er wohl “Why?”. Und genau das fragte ich mich auch, als in dieser Winter-Wunderland-Opern-Ballade mittendrin einfach das fieseste Gegrowle kam, ohne je wiederholt zu werden. Könnte der Song im Disney-Kanal laufen? Vielleicht? Will ich das? Mal sehen.

So, Fazit? Jap, denn wie manche Menschen bin auch ich kein Freund von ausschweifenden Erzählungen.

Devin schafft es wie immer, den Hörer für eine Zeit aus dem grauen Alltag der One-Genre-Alben herauszufischen und uns zu zeigen, dass es auch SEHR anders geht. Viele verschiedene Musiker, verrückte Einspieler und eine Prise Wahnsinn machen es zu einer Achterbahnfahrt, die mich auch mal hat träumen lassen. Leider sind aber, wie bei den meisten Träumen, auch nur wenige Parts wirklich herausstechend und mir im Gedächtnis geblieben.

Wertung: 7/10

Künslter: Devin Townsend
Album: Empath
Veröffentlichung: 29.03.2019

Offizielle Website der Band

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