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Devil May Care berichten auf „Divine Tragedy“ über die menschliche Selbstzerstörung

Das Album ist OUT NOW.

VON AM 05/11/2021

Am schlimmsten ist es, hilflos zu sein. Mit dieser Aussage blicken Devil May Care auf ihrem am heutigen Freitag erscheinenden dritten Studioalbum „Divine Tragedy“ tief in verschiedene Akte menschlicher Selbstzerstörung. Elf Songs begleiten uns dabei auf elf verschiedene Wege des Destruktiven, die ein umfassendes Werk niederschmetternder Zeitgeschichte schaffen.

Hört jetzt das neue Album „Divine Tragedy“ von Devil May Care

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Devil May Care bedienen sich auf „Divine Tragedy“ einer beeindruckenden Palette an Referenzen und Einflüssen: Während sich die Struktur der Platte an „Dantes Inferno“ orientiert und damit Literatur aus dem 14. Jahrhundert einschließt, belegt die Band gleichzeitig, wie firm sie in ihrer Szene ist.

Unterstützt wird der brachiale Post-Hardcore des Albums so durch Feature-Parts von Szene-Größen wie Like Pacific, Rising Insane, Venues und Sperling. Fans von Bring Me The Horizon, Architects oder Polaris werden von Devil May Care umgehauen sein.

<< Lest hier unser Interview zu „Divine Tragedy“ >>

Wer in den letzten Jahren auch nur ab und zu einen Blick in die tagesaktuellen Medien geworfen hat, der wird die zeitweise Unerträglichkeit an zerstörerischen Nachrichten zur genüge kennen. Wir wissen seit Jahrzehnten vom Klimawandel, aber tun viel zu wenig dagegen. Die Zahl der Drogentoten in Deutschland steigt seit einigen Jahren wieder.

„Wir neigen dazu, die selben Fehler immer und immer wieder zu machen“

Und auch in der mittlerweile lang anhaltenden Corona-Krise kommen wir kaum zu einem Ende, weil wir nicht aus unseren Verfehlungen lernen. Es scheint angesichts dieses erschlagenden Überflusses umso bemerkenswerter, dass Devil May Care es fertiggebracht haben, all diese und noch viel mehr destruktive Verhaltensmuster auf einer einzigen Platte zu vereinen.

„Wir neigen dazu, die selben Fehler immer und immer wieder zu machen“, sagt Sänger Tim Heberlein. „Ob es um eine toxische Liebe geht, von der man nicht wegkommt, oder ob wir nach fremden Sternen greifen, die wir auf die gleiche Weise wieder befallen und zerstören wie unsere Heimat. Alles wiederholt sich.“

Devil May Care sehen die Destruktion dabei im Großen wie im Kleinen. Der ruhelos bebende Song „Outcry“ setzt sich so etwa mit der Zerstörung der Umwelt auseinander und beschreibt damit eines der zentralsten Probleme der Menschheit. Die Band hat sich gerade für dieses Thema bereits in der Vergangenheit immer wieder stark gemacht. Gitarrist Lukas Esslinger ist Aktivist bei Sea Shepherd und wurde erst kürzlich vom Fernsehen mit der Kamera begleitet, als er auf der Ostsee bei einem Einsatz für Schweinswale unterwegs war.

Themen, die für jeden von uns persönlich eine riesige Bedeutung haben

Es zeichnet Devil May Care allerdings auch aus, dass ihre Beschreibungen von Zerstörung gar nicht immer riesige politische Dimensionen annehmen, sondern sich auch den Themen widmen, die für jeden von uns persönlich eine riesige Bedeutung haben.

Im Song „Delirium“, in dem Rapper Johannes „Jojo“ Gauch von den Post-Hardcore-Durchstartern Sperling als Gast zu hören ist, geht es so um die physische Selbstzerstörung durch Drogenkonsum. Das sich dramatisch aufbäumende „Revelation“ wiederum kämpft mit der Selbstbehauptung in einem menschlichen Umfeld, das stets gegen einen arbeitet. „Ein zerstörtes Selbstwertgefühl ist mindestens so tödlich wie eine körperliche Erkrankung“, kommentiert Heberlein den Hintergrund des Songs.

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Devil May Care bringen es fertig, all die komplexen und vielfältigen Kapitel ihrer Platte zu bündeln, indem sie sich uralte Literatur zum Vorbild nehmen. „In Dantes Göttlicher Komödie wird der Abstieg in die Hölle beschrieben“, erläutert Heberlein die sehr ungewöhnliche Inspiration. „Die Hauptfigur durchläuft neun Höllenkreise, die überwunden und durchlebt werden müssen, bevor man im Fegefeuer endet. Metaphorisch, strukturell und lyrisch haben wir diesen Abstieg in die Hölle auf die Zerstörung der Menschheit übertragen. Beschrieben werden also elf Stadien, nach denen ein einzelnes Menschenleben beziehungsweise die Menschheit in ihrer Gesamtheit erlischt.“

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Bewältigen müssen Devil May Care diese Reise dabei nicht allein. Auf „Divine Tragedy“ ist eine beeindruckende Menge an hochkarätigen Feature-Gästen zu hören, die das äußerst versierte und brachiale Spiel der Band noch um zahlreiche Facetten erweitern.

Die Erfolgssingle „Painter“ ist zum Beispiel eine Zusammenarbeit mit den Metalcore-Durchstartern Rising Insane und kann bis heute über 320.000 Plays allein auf Spotify verzeichnen. Das hymnische „Tragedy“ enthält wiederum einen Gastpart der Stuttgarter Band Venues und im melodisch bebenden „Dayblind“ geben sich Like Pacific die Ehre. Ihr seht schon, an Engagements aus der Szene hat die Band definitiv nicht gespart.

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Ein ungeheuer facettenreicher und schwer zu schluckender Trip

Devil May Cares drittes Album erweist sich so als ungeheuer facettenreicher und schwer zu schluckender Trip, den man erstmal verdauen muss. Wer mitgeht, wird mit einer der vielschichtigsten und mitreißendsten Post-Hardcore-Platten der letzten Jahre belohnt, auf dem sich nicht ohne Grund ein prominentes Kollektiv an Szene-Größen versammelt hat. Ein Album, vor dem man eigentlich weglaufen will – aber bei dem es gerade deswegen umso wichtiger ist, dass wir ganz genau hinhören.

Wer sich die Band live anschauen möchte, sollte dies auf der anstehenden Album-Release-Tour tun. Anbei für euch die Termine:

05.11.21 DE – Köln – Blue Shell
06.11.21 DE – Hamburg – Indra
07.11.21 DE – Hannover – Bei Chéz Heinz
28.12.21 DE – Würzburg – Posthalle

Alle wichtigen Informationen zur Band findet ihr hier!

Foto: Devil May Care / Offizielles Pressebild

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