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Live beim Nova Rock 2023: So war die Sause!

Gummistiefel und Regenjacke waren der letzte Schrei.

VON AM 15/06/2023

Nachdem letztes Jahr ein paar Acts beim Nova Rock Festival wetterbedingt abgesagt werden mussten, kamen die Veranstalter für dieses Jahr mit einem besseren Schlechtwetter-Konzept daher – und das war auch mehr als notwendig, denn leider gab’s statt Sonnenschein und Staub nur Schlamm und graue Wolkenwände. Dies konnte die Laune der Festivalbesucher jedoch nicht trüben und es wurde ausgelassen gemoshed und geheadbangt.

Doch spannen wir euch mal gar nicht weiter auf die Folter, sondern starten gleich mit einem kurzen aber dennoch ausführlichen Bericht über das Nova Rock 2023.

Ein gelungener Tag 1 beim Nova Rock Festival

Gleich zu Beginn gab es schon die erste schlechte Nachricht: Aufgrund des schlechten Wetters war der Boden vor der Red Stage so aufgeweicht, dass man keine Festivalbesucher auf das Gelände lassen konnte. Aufgrund dieser Umstände musste der Auftritt von MC Pöbel verschoben werden, welcher ursprünglich das Festival eröffnen hätte sollen. Stattdessen wurde diese Ehre den Söhnen einiger Slipknot-Mitglieder, besser bekannt als Vended, zuteil. Aufgrund der ganzen Unklarheiten wegen der Beschaffenheit des Geländes spielte die Truppe jedoch leider vor viel zu wenigen Zuschauern – schade.

Lorna Shore & Asking Alexandria

Kurz nach dem Auftritt begann es dann auch schon erneut zu regnen. Dies hielt die Fans von Lorna Shore jedoch nicht davon ab, sich das Set in voller Gänze zu geben. Gut aufgeheizt ging’s dann auch schon mit Asking Alexandria weiter. Bei genauem Hinsehen bemerkte man, dass da ein Member zu viel auf der Bühne stand – dies war Paul Bartolomé, Sänger und Gitarrist, welche aktuell mit seinen eigenen Projekten in der Szene Fuß fasst und bereits mit einigen Größen wie Papa Roach zusammengearbeitet hat.


Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Faye Strässle (acalltothedreamers)

The HU

Nach AA kam auch schon die mongolische Metalband The HU mit ihrer sehr eindrucksvollen Show daher. Die Band konnte einige neue Fans für sich gewinnen und trotz der sprachlichen Barriere konnte die Truppe mehr als nur von sich überzeugen. Mit ihren, für den Metal eher untypischen, Instrumenten konnten sie sich direkt in die Herzen einiger Leute spielen und ihnen einen gewissen Teil der mongolischen Kultur näherbringen.


Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Faye Strässle (acalltothedreamers)

You Me At Six

Nach The HU heizten You Me At Six die Red Stage ordentlich ein und Annisokay haben nahezu zeitgleich die Red Bull Stage zum Beben gebracht. Erstere konnten sowohl mit ihren rockigen Tracks, beispielsweise „Beautiful Way“, als auch mit ruhigeren Nummern wie „Take On The World“ ihre Zuschauer abholen. Mit unter anderem „God Bless The 90´s Kids“ wurden hier auch Tracks vom aktuellen Longplayer „Truth Decay“ zum Besten gegeben.


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Within Temptation & Simple Plan

Abgelöst wurden die beiden Bands dann – wieder nahezu zeitgleich – von Within Temptation auf der Blue Stage und Simple Plan auf der Red Stage. Während bei den Jungs aus Kanada die Stimmung mehr als nur ausgelassen war, wurden bei der Female-fronted Band aus den Niederlanden eher ernstere Töne angeschlagen und egal, wofür man sich hier entschied – man kam so oder so voll und ganz auf seine Kosten. Einen kleinen Einblick hierzu haben wir euch nachstehend bereitgestellt.


Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Faye Strässle (acalltothedreamers)

Neben den bereits angeführten Acts haben auch Donots, Disturbed, Stray From The Path und Slipknot den Nova Rock 2023-Besuchern einen gelungenen ersten Tag beschert.

Bei Slipknot feierte man übrigens die Prämiere des neuesten Mitglieds, jedoch wurde hierzu nicht sonderlich viel gesagt. Was wir aber bisher darüber wissen findet ihr hier.


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Tag 2 mit Schwierigkeiten

Blind Channel

Am zweiten Tag gings für uns dann mit Blind Channel los. Die beim Eurovision Song Contest 2021 sechstplatzierten Finnen konnten mit Songs wie „Dark Side“ oder „Balboa“ all jene von sich überzeugen, die wohl noch nie was von den Jungs gehört haben. Und das obwohl die Band noch nicht mal mit ihrem eigenen Equipment aufgetreten ist, denn dieses wurde von der Airline in der Schweiz vergessen. Anmerken ließen die Finnen sich das aber nicht.


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Funeral For A Friend

Mit Funeral For A Friend wurde dann den ordnungsliebenden Menschen eine kleine Portion Chaos geboten. Zwar konnte die Band mit ihrer Musik von sich überzeugen, jedoch wirkte der Auftritt als Gesamtes gesehen eher chaotisch. Die Truppe wusste zwar, was sie tat und wer wann und wo seinen Einsatz hatte, jedoch wirkte das Ganze etwas unrund. Den Zuschauern und vor allem der Band selbst hat das Set aber mächtig Spaß gemacht.


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Fever333

Sänger Jason Aalon Butler trat mit neuer Besatzung für Fever 333 auf. Wie gewohnt war die Show powergeladen und durchzogen von typischen Fever-Aktionen, wie beispielsweise ein halber Bühnenumbau oder das Klettern auf die Masten der Scheinwerfer. Das Besondere an dieser und den kommenden Shows ist, dass es nun eine Frau in der Truppe gibt. Die Gitarristin April Kae hat ihre Weiblichkeit spielen lassen, wie man es bei Fever bislang natürlich noch nicht gesehen hat. Da dieses Set laut Frontmann Jason an die weibliche Zuschauerschaft gerichtet war, ließ sie es sich auch nicht nehmen, die ein oder anderen Tanzmoves auszupacken und voll aus sich herauszukommen. Das „neue Fever 333“ kann sich definitiv sehen lassen.


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Su m41

Mit dem Auftritt von Sum 41 wurde bei einigen ein Häkchen auf die Checkliste gesetzt. Die Band die ein ganzes Genre mitbegründet hat, hat mehr als nur abgeliefert. Zwischen älteren und neueren Songs war aber deutlich spürbar, dass dies eines der letzten Male sein wird, die man die Truppe bei uns zu Gesicht bekommt, denn wie im Mai bekannt wurde, werden die Bandmember im nächsten Jahr ihre Tätigkeit als Sum 41 niederlegen. Sehr schade, aber zumindest bekam man die Kanadier hier nochmal zu sehen.


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Three Days Grace & Yungblud

Was beim Nova Rock natürlich nie fehlen darf, ist das Bungee-Jumping. Während des Sets von Three Days Grace wagten einige Festivalbesucher den Sprung und Sänger Matt Walst erwähnte nicht nur einmal, dass er sich ebenfalls trauen wollen würde. Ob er sich dann schlussendlich getraut hat, ist leider unklar. Schlagzeuger Neil Sanderson jedoch musste nach der Show nach Hause fliegen, da er sich den Fuß verletzt hatte und so die anstehende Tour nicht mitmachen kann. Breaking Benjamin-Schlagzeuger Shaun Foist war aber sofort zur Stelle und unterstützt die Kanadier nun.

Während also 3DG ihre Tracks zum Besten gegeben und den Fans eine gute Show geboten haben, hat Yungblud die Blue Stage unsicher gemacht. Neben Klassikern wie „I Think I´m Okay“ (im Originalen mit Machine Gun Kelly) gab’s auch die Livepremiere des neuesten Tracks „Lowlife“, welcher dann sogar die letzten Kritiker mitgerissen hat.


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The Amity Affliction

Nachdem es den ganzen Tag über schon große technische Probleme bei der Red Bull Stage gab, waren die Zuschauer mehr als nur froh, dass der Auftritt von The Amity Affliction wie geplant stattfinden konnte. Doch trotz aller Bemühungen der Mitarbeiter des Nova Rock Festivals und der Crew der Band kam es zu mehrfachen Ausfällen der Mikrofone. Doch was wäre eine Band schon ohne ihre Fans? Da die Stimme von Sänger Joel Birch bei „Pittsburgh“ leider absolut nicht zu hören war, ist die Crowd eingesprungen und hat mit ihrem Chor den Song und vermutlich auch den Tag des ein oder anderen gerettet. Trotz der technischen Schwierigkeiten ein mehr als gelungener Auftritt.


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Parkway Drive

Erst letztes Jahr konnte man Parkway Drive auf ihrer „Darker Still“ Tour durch Europa sehen. Mit dabei waren Lorna Shore und While She Sleeps sowie Casper für den gemeinsamen Track „Schattenboxen“. Jeder der nicht bei dieser Tour dabei sein konnte, konnte hier die Lücke füllen, denn es wurde eins zu eins dasselbe Set vorgetragen, jedoch mit dem Unterschied, dass Casper (der am nächsten Tag ebenfalls einen Auftritt hatte) nicht mit von der Partie war. Einen ausführlichen Bericht zur Tour findet ihr hier.


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Techno an Tag 3

Bury Tomorrow

Mit Bury Tomorrow ging’s dann an Tag 3 auch schon weiter. Die Engländer heizten der Crowd mächtigst ein und sorgten für einen Moshpit nach dem anderen. Dies führte jedoch leider dazu, dass es im ersten Wavebreaker immer enger wurde und manche Leute nur noch einen Ausweg über den Fluchtweg sahen, welcher eigentlich den Securities vorbehalten ist. Die interessierte das Geschehen an den Festivaltagen jedoch leider eher weniger. Wie dem auch sei – Dan und Co. haben richtig abgerissen und den Fans hats sichtlich Spaß gemacht.


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Paledusk

Mit ihrer 2020 erschienenen EP „Happy Talk“ schaffte es die aus Japan stammende Band Paledusk zu internationaler Bekanntheit. Nun durfte die Truppe zeigen, was in ihnen steckt. Und das haben sie auch getan. Sie haben zwar nur auf der kleineren Red Bull Stage gespielt, jedoch konnten sie dort so ziemlich jeden mit ihrer Musik und ihrer Energie von sich überzeugen. Wer sich das entgehen lassen hat, hat hier definitiv was verpasst.


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I Prevail

Trotz der angegebenen 0% Regenwahrscheinlichkeit wurden die Fans von I Prevail ordentlich eingeweicht. Doch dies trübte nicht im Geringsten die Stimmung. Neben den bekannten Tracks wie „Bow Down“ vom ersten Longplayer „Trauma“ haben die Jungs natürlich auch vom aktuellen Album „True Power“ den ein oder anderen Track vorgetragen. Spätestens nach diesem hitzigen Set waren dann sowieso alle entweder wieder komplett trocken oder nassgeschwitzt. Aber eines waren wohl alle – glücklich, denn I Prevail konnten mit ihrer Show so ziemlich jeden Anwesenden von sich überzeugen und es blieb wohl auch niemand dort stehen wo er zu Beginn stand.


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Während dann der Headliner Bilderbuch seinen Auftritt auf der Blue Stage hatte, haben die Jungs von Electric Callboy die Festivalbesucher zur Red Stage gelockt. Als Kirsche auf dem Sahnehäubchen bekamen dann auch noch unsere aus Castrop-Rauxel stammenden Jungs das Feuerwerk, welches eigentlich dem Headliner vorbehalten gewesen wäre. Zum Abschluss des dritten Tages gings es von „Hypa Hypa“ dann noch rüber zu „Hyper Hyper“, denn Scooter wurde bereits letztes Jahr überraschend als Special Late Night Act verkündet.

Zum Abschluss dann doch mal etwas Sonnenschein

Lord Of The Lost & Nothing More

Nachdem bereits einige Besucher des Festivals dank Wendis Böhmischer Blasmusik das ein oder andere Bier intus hatten, entschied sich dann auch mal die Sonne ein wenig hinter der Wolkenwand hervorzublicken. Genau rechtzeitig um die Herren von Lord Of The Lost ins richtige Licht zu rücken und ihre Outfits – welche ganz im „Blood And Glitter“-Stil waren – zum Glänzen zu bringen.

Kurz darauf folgte dann schon das Set der texanischen Gruppe Nothing More. Mit ihrer Ernsthaftigkeit und der Stimmgewalt von Sänger Jonny Hawkins konnten sie einigen Fans eine riesige Freude bereiten. Ein besonderes Merkmal des Sets war das besondere Schlagzeug-Konstrukt, welches ebenfalls von Frontmann Jonny gespielt wurde.


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Hollywood Undead & Broilers

Wie man es nicht anders erwartet hat, haben Hollywood Undead wieder einmal mit einer recht klassisch gehaltenen Show von sich überzeugen können. Wie gewohnt, wurde auch dieses Mal wieder ein Fan aus dem Publikum gewählt, welcher gemeinsam mit JDog die Gitarre rocken durfte. Natürlich wurden auch Singles vom aktuellen Longplayer „Hotel Kalifornia“ zum Besten gegeben.

Gleich danach gings dann auch schon mit den Broilers weiter, welche wohl aufgrund der einsetzenden Hitze eine verhältnismäßig kleine Zuschauerschaft hatten, sich jedoch aber den Spaß am Auftritt dadurch selbstverständlich nicht nehmen haben lassen.


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Architects & Nightwish

Bei Architects werden Gefühle bekanntlich sehr großgeschrieben, was man hier aber mehr als nur deutlich spüren konnte, war Dankbarkeit. Die Engländer waren so froh, dieses Mal ein volles Set vor so vielen Leuten auf den Pannonia Fields spielen zu dürfen, nachdem der letzte Auftritt hier ja leider eher etwas in die Hose ging (Band-Bus ist liegen geblieben, kein eigener Soundcheck, weil sie damals viel zu spät da waren, usw.).

Aber auch bei Nightwish ging es flammend heiß und gefühlvoll her. Mit ihrer Stimme schaffte es Sängerin Floor Jansen die gesamte Menge zum Beben zu bringen und mitzureißen. Mehr oder weniger zeitgleich spielte dann noch die selbsternannte beste Band der Welt auf der Blue Stage.


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Die Ärzte

Eines der Festivalhighlights war wohl der Auftritt von Die Ärzte. Mit dem wohl längsten Set auf dem gesamten Nova Rock 2023 konnten die Herren den Fans eine sehr interessante Show bieten. Neben der einen oder anderen politisch angehauchten Aussage konnten sie es sich natürlich nicht verkneifen, sich in einem beiläufigen Nebensatz zu aktuellen Kontroversen in der Szene zu äußern – der Schuss ging übrigens eher nach hinten los, wie man Medienberichten entnehmen durfte. Viele Fans würden sich hier mehr Musik wünschen, da das ja auch der Sinn und Zweck eines Konzerts, beziehungsweise in diesem Fall eines Festivals, ist.


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Alles in Allem können wir sagen, dass das Nova Rock Festival auch dieses Jahr wieder ein voller Erfolg war. Mit dem neuen Schlechtwetterkonzept waren die Bühnen sehr gut zugänglich (die Campingareale leider eher weniger) und es waren auch genug Möglichkeiten zum Unterstellen geboten. Was wir noch als sehr positiv hervorheben wollen, sind die Duschen und WCs. Zumindest beim Green Camping waren diese nahezu hochmodern und durchgehend wurde hier dafür gesorgt, dass alles sauber und nutzbar ist.

Wer sich anfangs noch dachte, man bräuchte keine eigenen Lebensmittel mitbringen, da man am Gelände eh alles bekam, der hat sich spätestens am vierten Tag überlegt, ob man denn wirklich Hunger habe, denn ein Döner kostete hier gern mal schlappe 12€. Da Bier aber sowieso der Hauptbestandteil eines jeden Festival-Rucksacks ist, kam man zumindest hier relativ gut weg.

Wir behalten die diesjährige Ausgabe mit Freuden in unseren Erinnerungen und freuen uns schon auf den 13. Juni 2024, denn da beginnt das Dreitages-Festival wieder von vorn. Bis zum nächsten Mal.

Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Faye Strässle (acalltothedreamers)

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