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MetalcorePost-Hardcore

Live bei: Wage War, Ded und Thornhill in Köln (23.01.2020)

Punktlandung. Thornhill haben gerade ihren zweiten Song begonnen, als mein Kollege und ich uns durch die Türe in Kölner Gloria ...

VON AM 29/01/2020

Punktlandung. Thornhill haben gerade ihren zweiten Song begonnen, als mein Kollege und ich uns durch die Türe in Kölner Gloria schieben. Nach einer über fünfstündigen Autofahrt von Berlin aus, sind wir vor allem eins: Müde und durstig. Aber der Wille heute Abend, alle anwesenden Bands und insbesondere Wage War live zu sehen, ist größer als die Müdigkeit.

Thornhill

Leider vermögen Thornhill es nicht ganz, uns aus unseren Halbschlaf zu wecken. Allenfalls die völlig übersteuerte, gar schrille Stimme von Sänger acob Charlton lässt uns die Augen weiten, aber nicht aus Freude. Die Band aus Australien kann zumindest heute Abend gesangstechnisch nur wenig überzeugen. Im Publikumsraum kommt außer eines durchaus brauchbaren Drumsounds und schrillem cleanen Gesang nicht viel an. Die Shouts sind hingegen prägnant und geben Hoffnung, dass Thornhill lediglich einen miesen Tag erwischt haben oder der Mensch am Sounddesk schlichtweg überfordert ist mit den quirligen Australiern, die selbst herzlich wenig von ihren Darstellungsproblemen mitbekommen und munter weiter musizieren und über die Bühne wirbeln. Sympathieträger sind sie definitiv und als sie sich nach gut einer halben Stunde lachend bedanken und die Bühne verlassen, bleibt die Feststellung, dass diese Band eine zweite Chance verdient hat. Ein anderes Mal.

Thornhill

Thornhill

Thornhill

Thornhill

Thornhill

Thornhill

Thornhill

Thornhill

ThornhillBeitragsfoto im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)

Ded

Nach dem schnellsten Changeover, den ich je gesehen habe, werden zwei große Bühnenaufsteller mit dem Namen der nächsten Band links und rechts auf der Bühne platziert. DED steht in Graffitystyle. Eine Band von der ich persönlich ehrlich gesagt noch nie etwas gehört habe. Ja nicht einmal auf dem Tourflyer sind sie mir besonders ins Auge gefallen.

Durch eine fixe Google-Suche finde ich herraus, dass die Herren aus Florida einen Mix aus Nu-Metal und Crossover spielen werden. Eine aktuell eher vergleichsweise weniger beachtete Mischung, aber eine meiner liebsten Musikstile. Der erste Songs beginnt brachial und erinnert eher an eine der berüchtigten Ruhrpott-Bollo-Bands der 2010er Jahre.

DED

DED

DED

DEDBeitragsfoto im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)

Für Irritation sorgt auch das Outfit der Band die sich über und über mir schwarzer Farbe eingepinselt hat und damit bei mir direkt die Assoziation zu To The Rats And Wolves auslöst, obgleich der Mantel von Sänger Joe Cotela eher Erinnerungen an gewisse gefiederte Finnen (The Rasmus) weckt. Stylischen Crossover können sie somit schon einmal. Das Publikum unterdessen kann meine Skepsis nicht teilen und tanzt wild umher, während die Lyrics textsicher mitgesungen werden.

Und während mit immer schleierhafter wird, wie diese Band so lange an mir vorbeigegangen ist, erwische ich mich selbst beim Tanzen und im Rhythmus klatschen. DED, definitiv eine persönliche Neuentdeckung, die ich nochmal genauer betrachten muss. Der Auftritt gefällt und das obgleich der „Rabensänger“, dessen Mantel derweilen zu seinen Füssen liegt, erklärt, dass er eigentlich echt krank ist und er sich für seinen Gesang entschuldigt.

DED

DED

DED

DEDBeitragsfoto im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)

Wage War

Pünktlich auf die Sekunde stehen um 21.30 Uhr Wage War auf der Bühne. Eine Band, die ich nach ihrer ersten größeren Europa-Tour mit Coldrain im Jahre 2016 das erste Mal wieder live sehen darf.

Schon damals hatten sie mich überzeugt und die Promo-CDs die die Band im Anschluss an das damalige Konzert für kleines Geld verkauft hatte, ist bis heute eine der Platten, die im heimischen Abspielgerät bis heute rauf und runter läuft. Der Begrüßungsjubel ist groß und die Band kommt aus dem erfreuten Lächeln kaum mehr raus. Leider wird das Publikum für den Jubel wenig belohnt und sieht sich Sekunden später einen Gewitterregen aus Stroboskoplicht entgegen gestellt. Definitiv kein Lichtdesign für nervöse Menschen oder jene die unter Epilepsie leiden.

Wage War

Wage War

Wage War

Wage War

Wage War

Wage War

Dem Auftritt von Wage War tut dies aber keinen Abbruch. Besonders der cleane Gesang von Gitarrist Cody Quistad sorgt für Gänsehaut. Spätestens ab dem dritten Song „Don’t Let Me Fade Away“ kommen dann auch mehr und mehr Crowdsurfer über die Absperrung. Schnell fordert das wilde Treiben seinen ersten Tribut und ein ein junger Mann mit angeknacksten Fuss wird von den Sanitätern liebervoll umsorgt. Frontmann Briton Bond unterdessen ist neben seiner Tätigkeit als Sänger auch ein ausgezeichneter Entertainer.

Ihm zuzuschauen macht einfach Spaß und man merkt ihm deutlich an, wie glücklich es ihn macht, das Kölner Gloria heute Abend fast ausverkauft zu sehen. Ein gefühlvolles und trotzdem mit Action geladenens Konzert, das keinerlei Songwünsche offen lässt; sei es von den alten Platten der Band oder dem neuen Release „Pressure“.

Wage War

Wage War

Wage War

Wage War

Wage War

Wage WarBeitragsfoto im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)

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