Live

Grunge Rock

Live bei: Volbeat in Stuttgart (26.09.2025)

Stark und routiniert, aber nicht überraschend.

VON AM 02/10/2025

Cannstatter Wasen oder Konzert steht heute sicherlich zur Debatte, denn Volbeat gastieren unter der „Greatest Of All Tours 2025“ in Stuttgart und sorgen mit ihrer Headlinertour für die passende musikalische Untermalung. Mit dabei Witch Fever und Bush, auch ein Grund warum sich eine große Menge Menschen vor der Hanns-Martin-Schleyer-Halle versammelt.


Foto im Auftrag von MoreCore.de: Daniel Schubert (trapped.noise_concertshots)

WITCH FEVER

In der Stuttgarter Schleyerhalle sind die Lichter gedämmt. Die Stimmung in der Halle ist allerdings erwartungsvoll geladen – für viele Besucher handelt es sich um den ersten Konzertbesuch seit einer gefühlten Ewigkeit. Kompromisslos und auf die Minute genau schlägt das erste bretternde Riff ein. Wie ein erleichterndes Ausatmen eröffnen With Fever aus Manchester die 30-minütige umfassende Show.

Auf der Bühne brennt die Luft. Amy, Alisha, Alex und Annabelle liefern Song für Song energisch ab. Den Band-Mitgliedern ist die unbändige Freude über das Stattfinden des Events deutlich ins Gesicht geschrieben. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass die Engländer die anfangs geplante Supportband GEL ersetzt haben. Auch die Zuschauer können sich kaum auf ihren Sitzen halten. Ob sitzend oder stehend, interessiert letztendlich niemanden. Nun, von daher lieber stehend und so gut wie möglich abgehend, headbangend, wie auch immer.

BUSH

Nach einer kurzen Verschnaufpause platzt die Stuttgart Schleyerhalle förmlich aus allen Nähten, als Bush mit „I Beat Loneliness“, „Machinehead“ und „Identity“ den Saunaabend einläuten. Die Spielfreude ist der Band sichtlich ins Gesicht geschrieben, und so rauschen sie einmal quer durch ihre Diskografie und bedienen Die-Hard-Fans der ersten Stunde mit Tracks wie „Swallowed“ vom 1996er-Album „Razorblade Suitcase“ gleichermaßen wie diejenigen, die mit freudiger Erwartung auf Bush zu dem Konzert pilgerten. Gavin Rossdale, Chris Traynor, Nik Hughes und Corey Britz in einem derart familiären Rahmen zu sehen, dürfte nicht allzu oft in nächster Zeit vorkommen, wenn sie erneut die Bühnen der großen Festivals bespielen. Entsprechend ekstatisch und ausgelassen werden die vier abgefeiert.

Bush

Bush

Bush

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Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Daniel Schubert (trapped.noise_concertshots)

Ununterbrochen flankiert von Singalongs, ist der Saunaaufguss nach rund 40 Minuten und dem nicht fehlen dürfenden, eingängigen Intermezzo von „Flowers On A Grave“, „Glycerine“ und „Comedown“ vorbei. Übrig bleiben unzählige glückliche Gesichter und erschöpfte, durchgeschwitzte, nasse Körper, die aus der Schleyerhalle an die frische Luft strömen. Einzig etwas irritierend ist aufgefallen, wie zaghaft nach Zugaben gefordert wurde – wahrscheinlich für viele Besucher schlicht eine willkommene Pause, um bei der schneidenden Luft vor der nächsten Runde Rückwarts etwas zu Atem zu kommen, anstatt einen Nachschlag zu skandieren.

Bush

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Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Daniel Schubert (trapped.noise_concertshots)

VOLBEAT

Volbeat fahren im Anschluss alles auf, was man als Hauptact vor einer ausverkauften Kulisse auffahren sollte: Eine Mega-Lichtshow, ein sehenswertes Bühnenbild und eine Hit-Setlist. Da kann man dann schon mal mit dem Superhit „The Devil’s Bleeding Crown“ einsteigen und den „Rock The Rebel – Metal The Devil“-Klassiker „Sad Man’s Tongue“ nachlegen. Besonders die bekannten Hits werden vom Publikum goutiert: Bei „Heaven Nor Hell“, „The Devil Rages On“, „Die To Live“ oder „For Evigt“ steht die Schleyerhalle konsequent Kopf. Auch die (wenigen) neuen Songs wie „Acid Rain“ passen sich gut in die Setlist ein, bevor der letzte Song mit „A Warrior’s Call / Pool of Booze, Booze, Booza“ (dem absoluten Band-Überhit) standesgemäß abgerissen wird.


Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Daniel Schubert (trapped.noise_concertshots)

Denn während vor der Bühne hart abgefeiert wird – und es auch an Sound und Licht nicht mangelt – man fühlt sich wie auf einem richtigen Rockkonzert, kann Bier trinken und gute Musik genießen, nur dass eben die Kinder auch dabei sein können. Davon abgesehen, wirken die Mannen um Michael Poulsen sehr routiniert und erfahren: Bis auf zwei Ausnahmen gibt es keine einzige echte Ansage und jede Bewegung und jede Pause zwischen den Songs wirkt exakt einstudiert. Die richtige Balance schaffen Volbeat an diesem Abend auf jeden Fall: nach eben „A Warrior’s Call / Pool of Booze, Booze, Booza“ gibt es ein Gruppenfoto von der Bühne – und das war’s. Gerne wieder!


Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Daniel Schubert (trapped.noise_concertshots)

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