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Live bei: Staind „Live: It’s Been Awhile“ Livestream (01.05.2021)

Stärker denn je.

VON AM 09/05/2021

Könnt ihr das fassen, wie schnell die Zeit verfliegen kann? Nach sage und schreibe neun Jahren meldet sich die Alternative Metal-Band Staind zurück. Und dabei hauen sie nicht nur gleich das Live-Album „Live: It’s Been Awhile“ heraus, sondern auch zwei Streaming-Events.

Dazu gehört unter anderem die Comeback-Show „Live: It’s Been Awhile (From Foxwoods)“, welches im Foxwoods Resort Casino in Mashantucket, CT im Oktober 2019 aufgenommen wurde. Dieses feierte die Wiedervereinigung der Band nach einer fünfjährigen Pause.

“These were the first grouping of shows we played together in 2019, when we were gearing up for what was to be a very busy 2020…that never happened. I’m glad we captured that energy here and can share it with those who couldn’t be at Foxwoods.”

Staind kehren stärker als je zuvor zurück

Der Live-Stream beginnt mit einigen Interview-Sequenzen des Sängers Aaron Lewis, der wie immer in seinen Bart nuschelt, und dem Gitarristen Mike Mushok. Dabei reden die beiden unabhängig voneinander über die vergangenen Jahre von Staind sowie auch über die Wiedervereinigung. Im Endeffekt habe man Abstand von der Band benötigt, um neue Energie und Kraft zu tanken. Natürlich kommen auch die Fans nicht zu kurz, die noch wenige Minuten vor der Show aufgenommen wurden. Das lässt Nostalgie aufkommen, denn zu diesem Zeitpunkt konnte noch keiner erahnen, dass solche Menschenmassen und geringe Distanzen zueinander sich verändern würden.

Die Mitglieder kommen in völliger Dunkelheit auf die Bühne, nur das Logo der Band leuchtet strahlend auf dem Drum Kit und ist die Ruhe vor dem Sturm. Sogar die Fans scheinen für wenige Sekunden zu verstummen. Nach so vielen ruhigen Jahren der Truppe ist man natürlich gespannt, was die Band noch zu bieten hat. Doch falls Zweifel aufkamen, wurden die sofort mit „Eyes Wide Open“ weggeblasen. Die Stimme von Aaron Lewis bietet beeindruckende und brachiale Passagen, die zu 100% sitzen.

Staind
Credit: „Live: It’s Been Awhile“ (01.05.2021)

Mit „Paper Jesus“ lassen sie die Zeiten der Anfänge der 2000er Jahre wieder aufleben. Doch nun bröckelt ein wenig der Schein von der Stimme Aarons. Wo der Core und teilweise auch sein Growling definitiv sitzen und wirklich sehr geübt klingen, lässt die klare Stimme, je nach Tonlage, teilweise nach. In Zweistimmigkeit wird der melodische und alternative Kern jedoch gut getroffen.

Nun steht man nicht mehr live in den Reihen des Konzerts, doch man versucht das Erlebnis so nah an dem Konzert zu halten wie nur möglich. Dafür hat sich die Produktion etwas Schönes ausgedacht: Man benutzt die Lichteffekte und Bühnenbilder, die sich im Hintergrund abspielen, um damit die einzelnen Member zu umrahmen. Genauso gut kommen diese magischen Lichteffekte auch auf einen selbst zu und ziehen einen, wie in „Alice im Wunderland“, mit ins Geschehen.

Staind
Credit: „Live: It’s Been Awhile“ (01.05.2021)

Als nächstes werden „Not Again“, „Fade“ und „For You“ gespielt, in denen der Sänger stimmlich, als auch persönlich langsam auftaut. Bisher wurde die Interaktion mit dem Publikum streng vermieden und die Aufmerksamkeit lag mehr auf seinem Getränk und seiner „Kippe“, die er wohl auch während der Show nicht weglegen kann. Doch für „For You“ lässt er auch das Publikum mitsingen und bezieht sie mit ein.

Die Barrikaden werden gelöst

Es gibt Intros an denen man Songs innerhalb einer Sekunde erkennen kann. Und so erging es auch den Fans mit „Something“. Es ist nicht nur der längste Track, es werden auch alle Barrikaden fallen gelassen und das Eis bricht völlig. Ganz symbolisch dreht der Sänger seine Cap nach vorne und hält den Becher in die Höhe. Nur er steht im Vordergrund und wird von einer E-Gitarre begleitet. Wer da kein Pippi in den Augen hat, muss starke Nerven haben.

Staind
Credit: „Live: It’s Been Awhile“ (01.05.2021)
Staind
Credit: „Live: It’s Been Awhile“ (01.05.2021)

Nachdem durchaus erfolgreichen oder etwas zu späten „Intro“ folgte der nächste Track mit seinen schreienden Gitarren „Crawl“. Wer bisher noch nicht schlüssig war, ob die Qualität von Staind überzeugen kann oder nicht, der wird hier sicherlich die richtige Antwort finden.

Es folgten weitere, ruhigere Tracks wie „Right Here“ und „Outside“, die die Fans nur so lieben und brauchen. Zugleich war es auch eine kurze Verschnaufpause, bevor es mit „Paper Wings“ und „Raw“ eine weitere Ladung an guten Alternativen Metal auf die Ohren gab und einen Moshpit hervorrief.

Staind
Credit: „Live: It’s Been Awhile“ (01.05.2021)

Die letzten zwei Lieder stehen aus und das wissen auch die Fans. Die Mitglieder der Band verlassen die Bühne, um das letzte bisschen Energie zu tanken, um ein letztes Mal die Herzenstücke vorzutragen. Mit der Westerngitarre auf der Bühne wird natürlich „It’s Been Awhile“ zum Besten gegeben. Die hohen Töne, die nicht mehr getroffen werden können, werden kurzerhand durch Core-Parts ausgewechselt, die dem Song einen anderen, aber auch besonderen Touch verleihen.

Staind
Credit: „Live: It’s Been Awhile“ (01.05.2021)

„Mudshovel“ verabschiedet die Fans gebührend und gibt auch ihnen nochmals die Möglichkeit sich die Seele aus dem Leib zu schreien und die letzten Minuten zu genießen.

Dieser Livestream konnte definitiv allen Fans beweisen, dass die Band es noch immer auf dem Kasten hat und noch lange nicht die Zeit gekommen ist, um diese an den Nagel zu hängen. Staind haben „Break The Cycle“ aus dem Jahr 2001 in seiner Gesamtheit bei einem weiteren Streaming-Event am 8. Mai aufgeführt, genau 20 Jahre nach der Veröffentlichung des Albums. Also seid gespannt, was die Band noch so zu bieten hat.

Setlist:

1. Eyes Wide Open
2. Paper Jesus
3. Not Again
4. Fade
5. For You
6. Something
7. Intro
8. Crawl
9. Right Here
10. Outside
11. Paper Wings
12. So Far Away
13. Raw
14. It’s Been Awhile
15. Mudshovel

Beitragsbild: „Live: It’s Been Awhile“ (01.05.2021)

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