Live

Heavy MetalIndustrialRock

Live bei: Skynd in Köln (12.09.2022)

Mord und Totschlag mal anders.

VON AM 15/09/2022

Im Rock- und Metal-Genre werden seit jeher gerne Kriege und Gewalttaten zum Thema gemacht. Außerhalb der Musik boomt zur Zeit die Auseinandersetzung mit True Crime-Fällen, also wahren Verbrechen. Warum nicht beides miteinander kombinieren, scheinen sich Skynd gedacht zu haben und so präsentiert das Duo um die namensgebende Fronterin einen Mix aus Industrial Rock und Geschichten um Mordopfer und Mörder.

Auch wenn die Zeiten des 9 Euro-Tickets vorbei sind, ist das Konzert von Skynd in Köln ausverkauft. Da der Gig eigentlich im Februar stattfinden sollte und aus bekannten Gründen verschoben werden musste, scheinen es die Leute an diesem Abend kaum abwarten zu können, bis es endlich losgeht und so strömen bereits kurz nach Einlass Menschentrauben in das Luxor.

Mord meets Metal

Wer rechtzeitig da ist, kann noch vor dem Konzert die Wand neben der Bühne bewundern, auf der unter anderem Fotos und Zeitungsberichten zu Verbrechen aufgeklebt wurden. Vorab werden außerdem mehrere Clips zu verschiedenen True Crime-Fällen auf eine Leinwand projiziert, die auf der kleinen Stage angebracht ist. So wird es definitiv nicht langweilig, bis Skynd bereit für ihren Auftritt sind.

SKYND Show Luxor Köln
SKYND Show Luxor Köln
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)

Los geht’s mit einer halben Stunde Verspätung, die aber nicht böse zu Buche schlägt, da Skynd der einzige Act des Abends ist. Das Duo aus Sängerin Skynd und ihrem maskierten Kompagnon Father, der Keayboard und Fünfsaiter bedient, liefert eine perfekt einstudierte und durchgeplante Show ab. Während sie in der Vergangenheit mit technischen Problemen zu kämpfen hatten, läuft an dem Abend alles nach Plan. Jeder Stimmeffekt sitzt, die Lichtwechsel kommen on point und die abgehakten Bewegungen der Sängerin passen genau zu den Songs. Bei ihren Live-Auftritten werden die beiden von einem ebenfalls maskierten Drummer unterstützt.

SKYND
SKYND
SKYND
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)

Zu dritt sorgen Skynd für eine düstere Stimmung, die dem Thema True Crime angemessen ist, und ziehen die Fans in ihre Welt der Verbrechen. Zwischen den Songs ist es nach dem abgeebbten Applaus so still, dass man eine Stecknadel fallen hören könnte. So ist leider auch zu hören, als an der Bar weitere Getränke bestellt werden. Das reißt ein bisschen aus der Immersion raus und missfällt Fronterin Skynd merklich.

Ansonsten fällt sie kaum aus ihrer Rolle und außer vereinzelten „Thank you“s richtet sie kein Wort an das Publikum. Lediglich als bei „Katherine Knight“ lautstark der Part „I will always love you“ mitgesungen und die Kombo nach dem Song mit tosendem Applaus überschüttet wird, sehen ihre dank Kontaktlinsen schwarzen Augen leicht zu Tränen gerührt aus.

SKYND
SKYND
SKYND
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)

Im über einstündigen Set präsentieren Skynd eine super Show, die sich sehen lassen kann, die durch ihren abgestimmten Ablauf aber auch ein bisschen unpersönlich und distanziert wirkt. Dennoch dürfte der Auftritt live und nicht von Band gekommen sein. Und wer Protokoll führt: Die T-Shirts am Merch-Stand kosten 30 Euro.

Setlist

Wer Skynd auf ihrer Headliner-Tour live sieht, dem wird eine besondere Gelegenheit zu Teil. Denn aktuell hat die Truppe alle (!) ihrer bisher veröffentlichten Songs mit im Gepäck. Neben den elf bisher bekannten Songs geben sie auch zwei neue, bisher unveröffentlichte Tracks zum Besten.

Nachfolgend haben wir euch einmal fein säuberlich die komplette Setlist des Abends im Kölner Luxor aufgelistet:

Richard Ramirez
Elisa Lam
John Wayne Gacy
Bianca Devins
Michelle Carter
Robert Hansen
Katherine Knight
Columbine
Chris Watts
Jim Jones
Armin Meiwes
Tyler Hadley
Gary Heidnik

SKYND
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Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)

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