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Live bei: Rock im Park 2024 (07.06 – 09.06.2024)

Drei Tage volles Programm in Nürnberg.

VON AM 17/06/2024

Mit der Festivalsaison ist es wie mit Weihnachten – erst warten wir Monate lang und dann ist die doch ganz plötzlich da. Bekanntermaßen hat der Festivalsommer hierzulande bis in den September hinein einige Highlights zu bieten. Doch es dürfte außer Frage stehen, dass mit den Zwillingsfestivals Rock am Ringg und Rock im Park zwei absolute Highlights gleich zu Beginn der Saison anstehen.

So war der Auftakt bei Rock im Park 2024 am Freitag

Das Wetter meint es mit dem wie gewohnt auf dem imposanten Nürnberger Zeppelinfeld gelegenen Festival jedenfalls mehr als gut. Kein Niederschlag, angenehme Temperaturen. Viel besser kann es in dieser Hinsicht wohl kaum laufen. Und so können Bands und Besucher:innen gleichermaßen motiviert am Freitag in den ersten Festivaltag starten. Schon ab Mittags werden die drei Bühnen ohne Pause bespielt. Hatten die Donots vor zwei Jahren noch Rock am Ring mit einer schon jetzt legendären Show eröffnet, darf die Band aus dem Münsterland in diesem Jahr nachmittags auf der Utopia Stage die Menge einheizen. Und das gelingt ganz fantastisch. Bei den Donots zeigt sich erstmals, wozu die Fans bei Rock im Park in der Lage sind.


Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Daniel Maderstein (maderstone.photography)

Green Day als Highlight

Mit Green Day steht am Freitagabend auf eben dieser Utopia Stage auch das vielleicht größte Highlight des Festivals an – jedenfalls wenn man eine Blitz-Umfrage auf dem Infield heranzieht. Der Bereich vor der Bühne ist jedenfalls richtig gut gefüllt. Weiter hinten bekommt da schon Probleme, die Show der Band um Billy Joe Armstrong noch richtig fühlen zu können. Aber das ist bekanntlich ein altes Problem der großen Festivals – und im Vergleich zu Rock am Ring ist man bei Rock im Park in dieser Hinsicht noch gut bedient. Die schwere Aufgabe, parallel zu Green Day zu spielen, hat übrigens ein kurzfristig als Ersatz für Bad Omens eingesprungener Marsimoto. Es gibt sicherlich dankbare Aufgaben – aber zumindest bietet das Festival auch denen, die mit Green Day wenig anfangen können, eine Alternative.


Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Daniel Maderstein (maderstone.photography)

Nach Green Day zeigt sich eine Schwachstellen des Festivalgeländes – es ist zu den Stoßzeiten einfach zu klein für die Masse an Personen. So müssen sich alle, die noch zu den Broilers auf der Mandora Stage wollen, gedulden. Das Festival und die Polizei gehen aber sehr gelassen und rücksichtsvoll mit der Situation um. Von Massenpanik ist man zum Glück weit entfernt. Und weil die Show der Broilers einige Minuten später beginnt, schaffen es auch alle, die dorthin wollen, noch rechtzeitig. Wer die Show aber so richtig genießen will, muss sich schon weit nach vorne begeben. Denn der zweite Schwachpunkt des Festivals ist die Lärmproblematik. Aufgrund der Lage des Festivals sind die Lärmschutzauflagen recht hoch. Bei den Broilers werden die Regler der PA schon ziemlich weit nach unten gedreht. Sicher kein Schaden für die Ohren, aber für das Erlebnis.


Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Daniel Maderstein (maderstone.photography)

Gute Stimmung auch am Samstag

Vermutlich ist tatsächlich der Freitag in Sachen Line-up das Highlight des Festivals. Das bedeutet aber nicht, dass nicht auch der Samstag und der Sonntag noch viele spannende Acts zu bieten haben. Zum Beispiel Blackout Problems, die am Samstag die Orbit Stage, die wie gewohnt in der Arena Nürnberger Versicherung aufgebaut ist, eröffnen. Ob man nun wirklich von einem Heimspiel sprechen darf, wenn eine Münchener Band in Nürnberg spielt, sei einmal dahingestellt. Denn Heimvorteil hin oder her – Blackout Problems sind genau die Richtigen für den Job als Opener. Die Halle füllt sich während der 40 Minuten Spielzeit immer mehr. Wer bis dahin noch müde vom Freitag war, hat jetzt in jedem Fall genügend Energie für einen weiteren kräftezehrenden Festivaltag.

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Ein würdiger Headliner?

An diesem stehen Måneskin abends als Headliner auf der Utopia Stage. Im Vorfeld war viel darüber diskutiert worden, ob die Band aus Italien diesen Status schon verdient hat und ob sie diesen Slot auch würdig ausfüllen kann. Und so ganz eindeutig lassen sich diese Fragen auch nach der Show nicht beantworten. Vor der Bühne ist es voll, aber nicht so voll wie bei Green Day. Und die ganz große Euphorie ist auch nicht zu spüren – vielmehr Neugier. Aber erstens kann man Måneskin zumindest jetzt noch nicht mit Veteranen wie Die Ärzte oder Green Day vergleichen. Und zweitens ist es so oder so ein wichtiges Zeichen, als Festival auch auf neue Namen zu setzen. Außerdem muss es ja nicht immer der Headliner sein, der die Fans in seinen Bann zieht. Corey Taylor, der im kommenden Jahr bekanntlich mit Slipknot in den Park zurückkehren wird, sorgt am Abend auf der Mandora Stage für jede Menge Begeisterung. Und in Sachen Stimmung gehören auch Kraftklub an diesem Samstag zu den absoluten Top-Acts. Die Herrschaften aus Chemnitz machen richtig Laune – beziehen aber auch wie gewohnt sehr klar Stellung.


Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Daniel Maderstein (maderstone.photography)

Das große Finale am Sonntag

Der letzte Festivaltag kommt wie immer viel zu schnell. Doch von Müdigkeit oder Aufbruchstimmung ist an diesem Sonntag noch wenig zu spüren. Klar, viele Besucher:innen packen auf den Campingplätzen schon einmal alles zusammen, um sich abends auf den Heimweg machen zu können. Apropos Campingplätze: Wer zum ersten Mal bei Rock im Park ist, wird sich über die Zelte direkt neben vielbefahrenen Straßen wundern. Aber so ist es eben mit dem Festival mitten in der Stadt. Man hat sich in Nürnberg aber offensichtlich schon daran gewöhnt. Und so ein City-Festival hat einfach einen ganz besonderen Charme – mit allen Vor- und Nachteilen.

Jede Menge echte Festival-Bands

Der Sonntag bietet noch einmal die Chance, sich zwei besondere Exemplare aus der Gattung der Festival-Bands anzuschauen. Skindred und die Dropkick Murphys haben musikalisch nur wenige Gemeinsamkeiten. Doch beide Bands vereint, dass sie auf Festivals regelmäßig für unvergessliche Momente und jede Menge Stimmung sorgen. Bei den Dropkick Murphys schunkelt gefühlt das gesamte Zeppelinfeld. Bei Skindred bebt die Arena so stark, dass man ernsthaft Sorgen um deren Statik haben muss. Egal, ob man Fans ist oder die Bands bisher kaum kannte. Es gibt einfach Acts, die kommen auf Festivals immer gut an. Generell darf man bei Rock am Ring und Rock im Park 2024 von einer Rückbesinnung auf die Gitarrenmusik sprechen. Acts aus dem Hip Hop oder dem Pop-Bereich? Nahezu Fehlanzeige. Hier könnte man jetzt sicher eine breite Diskussion über das Zielpublikum der Festivals, musikalische Diversität oder Genres im Allgemeinen starten – wir lassen es aber lieber. Den Fans gefällt es bei Rock im Park jedenfalls sehr gut – das zeigt unsere spontane Umfrage auf dem Festival mehr als deutlich!


Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Daniel Maderstein (maderstone.photography)

Ganz egal, ob man sich schon zeitig auf den Heimweg macht, Die Ärzte das große Finale darstellen oder ob man bis zu Pennywise durchhält: Auch der Festivalsonntag hat noch einmal zahlreiche Highlights zu bieten. Und die Nachricht, dass es im nächsten Jahr gleich vier Festivaltage mit insgesamt 100 Bands und Slipknot als Headliner geben wird, sorgt am Sonntagabend direkt für die maximale Vorfreude. Was sollen wir noch sagen? Rock im Park 2025 kann kommen!

Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Daniel Maderstein (maderstone.photography)

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