Live
Modern Metal Rock
Live bei: President in Köln (11.01.2026)
Das allererste Mal bei uns zu Gast.
VON
Mauritz Hagemann
AM 14/01/2026
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Über President ist in den letzten Monaten schon einiges geschrieben worden. Die anonym auftretende Band aus dem Vereinigten Königreich ist vor allem in der Heimat in aller Munde. Aber auch hierzulande wächst die Fangemeinde. Die allererste Show direkt beim Download Festival. Dann eine vielbeachtete erste EP und zum Abschluss eine Australien-Tour als Support für Architects. Es gibt wohl nur wenige Bands, die in ihrem ersten Jahr so viel erreichen und erleben. Zur Wahrheit gehört natürlich auch, dass President ohne Frage ein umtriebiges Management und jede Menge gute Kontakte haben. Allein gute Musik reicht bekanntlich nicht.
Ist der Hype gerechtfertigt
?
Und so stellt sich fast zwangsläufig die Frage, ob President nur auf der Welle ihrer Landsleute von Sleep Token reiten und vor allem Marketing, nicht aber gute Musik das Geheimnis des Erfolgs ist. Abgesehen von der Anonymität, dem gemeinsamen Management und der Herkunft unterscheiden sich Sleep Token und President übrigens durchaus. Sowohl das an eine politische Kampagne angelehnte Image als auch der Sound der Band haben einen individuellen Charakter. Hinzu kommen die eingängigen und gleichzeitig abwechslungsreichen Songs der ersten EP „King of Terrors“. Da überrascht es nicht, dass die Tickets für die einzige Headliner-Show der Band im Kölner Luxor schnell ausverkauft waren. Nur wenige Hundert Fans kommen also an diesem Sonntagabend in den exklusiven Genuss, das erste Deutschland-Konzert von President zu erleben.
Fotos: Zak Pinchin (Zakpinchinfilms)
Lohnt sich das Warten?
Wie es sich für eine anonyme Band gehört, geraten im Vorfeld der Show nur wenige Infos an die Öffentlichkeit. Um 20 Uhr soll es eigentlich losgehen. Doch zunächst tut sich auf der Bühne reichlich wenig. Alle zehn Minuten gibt es eine Ankündigung vom Band, dass President sich zeitnah blicken würden. Dann dauert es aber tatsächlich noch bis 20.45 Uhr. Spoiler: Am Ende wird die Wartezeit länger als die Stagetime der Band gewesen sein. Dass sich die Geduld gelohnt hat, wird aber allen im Luxor schon nach wenigen Sekunden klar. President starten mit dem starken „Fearless“ und haben sofort einen Sound, den man so gut im Luxor mit seiner niedrigen Decke sonst selten erlebt. Auch darüber hinaus stimmt alles. Das Bühnenbild ist schlicht, aber passend. Das gilt auch für das Auftreten der Band.
Fotos: Zak Pinchin (Zakpinchinfilms)
President machen es kurz, aber überzeugend
Im bunt gemischten Publikum tummeln sich übrigens sowohl solche Fans, die bei jedem Song gekonnt mitsingen als auch einige neugierige Beobachter:innen. President schaffen es aber im Laufe des – kurzen – Sets ohne Probleme, auch diejenigen zu überzeugen, die zu Beginn noch etwas skeptisch dreinschauen. Verbale Kommunikation zwischen Band und Publikum findet übrigens nicht statt. President lassen ihre Songs sprechen. Auch das passt ins stimmige Gesamtbild.
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Apropos „ihre Songs“: die wenig überraschend aus den sechs Songs der EP bestehende Setlist wird um ein Cover des Deftones-Hit „Change (In the House of Flies)“ erweitert. Eine ziemlich gute Wahl, denn der Song fügt sich einerseits gut in das Set ein, behält andererseits aber auch seinen eigenen Charakter.Nach einer guten halben Stunde sind aber auch die letzten Töne von „In the Name of the Father“ verklungen. So wenig überraschend dieses Ende ist, so seltsam fühlt es sich doch an, das Luxor um 21.20 Uhr wieder zu verlassen. Inwiefern Aufwand und „Ertrag“ bei dieser besonderen Show in einem gesunden Verhältnis stehen, wird wohl jede:r für sich selbst beantworten müssen. Beim allerersten President-Konzert hierzulande dabei gewesen zu sein und dann auch noch eine richtig gute Show erlebt zu haben, ist aber schon ein ziemlich gute Argument. Und bei der nächsten Show haben President sicher ein paar mehr Songs im Gepäck.
Beitragsbild: Zak Pinchin (Zakpinchinfilms)
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