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CrossoverNu-MetalRock

Live bei: Papa Roach, Hollywood Undead & Ice Nine Kills in Offenbach (22.02.2020)

Party, Party!

VON AM 25/02/2020

Papa Roach machen mal wieder Europa unsicher und haben dafür auch noch ordentlich Verstärkung mit im Gepäck. Als Co-Headliner sind die Jungs von Hollywood Undead mit am Start und als sei das schon nicht genug, haben sich die beiden Bands auch noch Ice Nine Kills als Special Guest geschnappt. Drei namhafte Bands gemeinsam auf Tour – das schreit beinahe nach Ausverkauf.

So war dem auch, zumindest beim Kick-Off der Deutschland-Konzerte am 22. Februar in der Stadthalle in Offenbach. Auch wenn das weder die Einwohner der einen noch der anderen Stadt gerne hören, ist die Stadthalle in der „Nachbarstadt“ von Frankfurt zwecks Größe und Anbindung eine echte Alternative zu den Venues in der Banken- und Börsenstadt. Papa Roach waren nicht zum ersten Mal hier zu Gast und nicht zum ersten Mal rissen sie zusammen mit Hollywood Undead und Ice Nine Kills die Halle beinahe ab.

Ice Nine Kills

Pünktlich um 19 Uhr begann die Horror-Show von Ice Nine Kills. Natürlich nicht im negativen Sinne! Die Kombo aus Boston hat sich thematisch und insbesondere lyrisch dem Thema Horror verschrieben und liefert auch eine entsprechende Bühnenshow ab. Auf der Setlist des Abends standen ausschließlich Songs des aktuellen Albums „The Silver Scream“.

Ice Nine Kills

Ice Nine Kills

Ice Nine Kills

Ice Nine Kills
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Sarah Soria-Galvarro

Zwei mit Helium gefüllte rote Luftballons links und rechts der Bühne in Anlehnung an die Stephen King-Verfilmung „Es“ schafften schon die richtige Stimmung. Kaum zu glauben, dass Luftballons einem ein mulmiges Gefühl verschaffen können, was? Ein paar Masken dort, ein Clown hier und das Setting ist gruselig-perfekt.

Die Mitglieder von Ice Nine Kills und allen voran Sänger Spencer Charnas schafften dann auch die restlichen Rahmenbedingungen für die richtige Atmosphäre. Mit „Stabbing In The Dark“ eröffneten sie ihr Set und überzeugten von der ersten Sekunde an. Die Live-Präsenz der Band hat sicherlich die eine Hälfte des Publikums mehr als überzeugt; die andere Hälfte war sowieso schon Fan, wie man an der Textsicherheit merkte.

Ice Nine Kills

Ice Nine Kills

Ice Nine Kills

Ice Nine Kills
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Sarah Soria-Galvarro

Charnas, der für jeden der (leider nur) sechs Songs des Sets sein Outfit wechselte, bringt trotz seiner Verkleidungen ordentlich Dynamik in die Show und trifft dazu auch noch die Töne. Leider nicht immer eine Selbstverständlichkeit!

Mit „Savages“, „American Nightmare“ „Your Number’s Up“ und „Thank God It’s Friday“ lieferten Ice Nine Kills einige Kracher aus dem aktuellen Album (bzw. dessen Bonus-Edition). Die Thematik jeden Songs unterstrichen sie mit besonderen Accessoires. Ein Messer? Eine Axt? Oder doch lieber die Kettensäge? Spencer Charnas und Co. haben alles dabei. Die Heimwerker im Publikum ließen sich nach der Show sicher gern die Karte des Sängers geben.

Mit „IT Is The End“ und Charnas als Clown Pennywise aus dem bereits erwähnten Film „Es“ verkleidet endet die Show der US-Band. Nach sechs Songs viel zu kurz, gerade wenn man das aufwendige Bühnenset betrachtet. Als Appetizer für eine hoffentlich bald folgende, neue Headliner-Tour aber irgendwie auch genau richtig.

Ice Nine Kills

Ice Nine Kills

Ice Nine Kills
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Sarah Soria-Galvarro

Hollywood Undead

Recht zügig ging es dann auch schon weiter. Innerhalb der gerade mal 20-minütigen Umbaupause füllte sich die Stadthalle nochmal merklich. Waren bei Ice Nine Kills schon viele Gäste anwesend, hatte man das Gefühl, bei Hollywood Undead platze die Venue schon vor dem ersten Ton aus allen Nähten.

Die Kombo aus Kalifornien kam dann kurz vor 20 Uhr auf die Bühne. Naja, was heißt kommen… Vielmehr stürmten sie nach und nach hinein. Mit „Time Bomb“ ging es dann auch gleich mit einem Track des neuen Studioalbums „New Empire, Vol. 1“, welches nicht mal zwei Wochen zuvor erschien, partymäßig los. Die Fans waren auch hier von Sekunde 1 an textsicher am Start. Fontänen auf der Bühne kündigten dann an, was eine knappe Stunde folgen sollte: FEIEREI!

Hollywood Undead

Hollywood Undead

Hollywood Undead

Hollywood Undead
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Sarah Soria-Galvarro

Hollywood Undead waren nicht gekommen, um ihr neues Album zu vermarkten. Sicherlich spielten sie auch Tracks der neuen Scheibe, wie zum Beispiel „Heart Of A Champion“, „Empire“ oder eben den Eröffnungstrack „Champions“, doch auch die Songs der bisherigen fünf Longplayer kamen nicht zu kurz.

Hollywood Undead

Hollywood Undead

Hollywood Undead

Hollywood Undead

Hollywood Undead
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Sarah Soria-Galvarro

Gegen Ende schienen den Fontänen auf der Bühne etwas der Saft auszugehen, nicht aber Hollywood Undead. Als Zugabe lieferten sie nochmal den Klassiker „Everywhere I Go“ (gegrüßt sei unsere MoreCore Party!) und „Hear Me Now“ und fertig war’s.

Das Set, die Band sicherlich auch und mit absoluter Sicherheit auch das Publikum. Die beschlagenen Scheiben im Foyer der Stadthalle bestätigten das.

Hollywood Undead

Hollywood Undead

Hollywood Undead

Hollywood Undead
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Sarah Soria-Galvarro

Papa Roach

Zurecht waren Hollywood Undead der Co-Headliner dieser Tour, denn sie hatten wirklich ordentlich Fans im Gepäck. Diese blieben aber auch alle für den „Haupt-Act“, sofern man das bei einer Co-Headliner-Tour überhaupt sagen kann.

Um kurz vor halb 10 ging zum letzten Mal in der Stadthalle das Licht aus und Papa Roach eröffneten ihre Show direkt mal mit „Dead Cell“. Nix mit lockerflockigem Einstieg, sondern direkt mal 20 Jahre in die Vergangenheit katapultiert und „als druff“, wie der Offenbacher jetzt sagen würde. Dieses Jahr feiert nämlich das Erfolgsalbum „Infest“ seinen 20. Geburtstag und genau darauf ist auch „Dead Cell“ zu finden. Ein Traum für die Moshpit-Fraktion. So nassgeschwitzt nach Hollywood Undead wurde es in der Umbaupause ja schon etwas frisch.

Papa Roach

Papa Roach

Papa Roach

Papa Roach
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Sarah Soria-Galvarro

Mit „I Suffer Well“ gabs als zweiten Track dann direkt ein Stück aus dem ganz neuen Album auf die Lauscher, das Anfang letzten Jahres herauskam. Also fast forward zu 2019, fast forward ist nämlich auch der gerade mal eineinhalb Minuten andauernde Song. Pech für die Fotografen, die die Band bekanntermaßen nur die ersten drei Tracks aus dem Graben ablichten dürfen. Musste man eben ein bisschen schneller knipsen.

Nach dem dritten Song „Blood Brothers“ meldete sich dann Frontmann Jacoby Shaddix zu Wort. Es sei schön, wieder in Deutschland zu sein und mit Frankfurt in Offenbach zu feiern. BITTE WAS? Wir erinnern uns an die „Fehde“ der beiden Städte am Main. Verzeihen wir es Shaddix mal, weiß er doch sicherlich nichts von der Feindschaft der beiden Orte. Immerhin wusste er, dass er in Offenbach war. Sonst hätte es sicherlich Buh-Rufe gegeben.

Papa Roach

Papa Roach

Papa Roach
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Sarah Soria-Galvarro

Gitarrist und Gründungsmitglied Jerry Horton ist bei der laufenden Tour übrigens nicht Teil der Band. Er brach sich mehrere Finger und musste operiert werden. An der Klampfe ersetzt ihn Tour-Musiker Anthony Esperance. Namentliche Ähnlichkeiten zu Bassist Tobin Esperance sind beabsichtigt.

Was folgte war eine gut eineinhalb Stunden andauernde Mischung aus den bisherigen zehn Studioalben von Papa Roach. Der Fokus lag geringer auf den „mittleren“ Alben und stärker auf den frühen Werken und den beiden aktuelleren Platten.

Papa Roach

Papa Roach

Papa Roach
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Sarah Soria-Galvarro

Während schon nach den ersten vier Songs vereinzelt ein „Last Resort!!!“ aus dem Publikum gefordert wurde, machten Shaddix und Co. ihr Ding auf der Bühne. Mit jedem Song, den sie spielten, schien die Energie zu wachsen.

In ihren Songs flechten Papa Roach immer mal wieder Snippets anderer Tracks ein. „Broken Home“ begannen sie zum Beispiel mit einer Einlage von „Loose Yourself“ von Eminem. Shaddix lieferte sicherlich die zweitbeste Darbietung des Tracks aller Zeiten!

Eine Akustik-Einlage gab es mit den beiden Songs „The Ending“ und „Falling Apart“. Obwohl die Tracks auch „mit Strom“ ordentlich Laune machen, kann man durchaus auch Gefallen an den Akustik-Versionen finden.

Spätestens nach dem anschließenden Drum-Solo von Schlagzeuger Tony Palermo (Hut ab davor!) hauten Papa Roach dann ausnahmslos alle Klassiker raus. Hat da jemand Klassiker gesagt? Einige Zuschauer nahmen den Bogen zu den früheren Stücken gleich mal wieder als Anlass, „Last Resort“ zu fordern. „Nö“, dachte sich aber die Band und lieferte erstmal „Getting Away With Murder“, „Scars“ und „… To Be Loved“.

Papa Roach

Papa Roach
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Sarah Soria-Galvarro

In Gedenken an den verstorbenen The Prodigy-Frontmann Keith Flynn gaben sie sogar ein Cover des Songs „Firestarter“ und das Publikum machte dazu ordentlich Party.

Während sich in der obligatorischen „Wir-gehen-von-der-Bühne-und-tun-so-als-sei-die-Show-vorbei“-Pause die einen fragten, welches Haarspray Jacoby Shaddix wohl benutzt, wurden die Rufe nach „Last Resort“ schon wieder laut. Herrje!

Falsch gedacht, denn Papa Roach kommen erstmal mit dem Titeltrack des aktuellen Albums „Who Do You Trust?“ zurück. „Auch okay“, dachte sich das Publikum und war gleich wieder dabei. Shaddix, mittlerweile etwas leichter bekleidet, holte stimmlich nochmal alles raus. Seine Leistung sucht wirklich seinesgleichen in Anbetracht der Tatsache, dass er das seit Bandgründung anno 1993 schon einige Jahre so durchzieht.

Papa Roach

Papa Roach
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Sarah Soria-Galvarro

Dann war es endlich soweit! Kurze Stille und Jacoby ruft „Cut my life into pieces“; das Publikum konnte antworten, was es schon den ganzen Abend übte: „This is my last resort!“ Endlich – endlich kommt der Song, endlich sind die Nörgler still. Zugegebenermaßen muss man auch einfach sagen, dass der 20 Jahre alte Song einfach immer noch geil ist. Haters gonna hate. EGAL.

„Last Resort“ schaffte es dann auch, die Frisur von Shaddix zunichte zu machen. Die Sturmfrisur kippte, nicht aber die Stimmung.

Mit „Born For Greatness“ endet das Set um kurz vor 23 Uhr. Die Luft in der Offenbacher Stadthalle war zum Schneiden, die Stimmung so, wie sie nach einer ordentlichen Show sein muss: Ein bisschen ausgelaugt, aber glücklich und zufrieden.

Respekt an Papa Roach, dass sie nach all den Jahren auf der Bühne dem Publikum noch immer vermitteln können, dass sie Spaß an dem haben, was sie da machen. Auf die nächsten 25+ Jahre!


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