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AlternativeEmoRock

Live bei: Panic! At the Disco in Köln (24.02.2023)

Ein würdiger Abschied.

VON AM 27/02/2023

Es wird sicher einige Menschen geben, die vom Ruhestand mit Mitte 30 träumen. Schließlich fängt für manche da erst der Arbeitsalltag an. Brendon Urie hingegen hat unlängst verkündet, dass mit Panic! At the Disco in diesem Jahr Schluss sein soll.

Man muss hier aber anmerken, dass der 35-jährige fast 20 Jahre unermüdlich mit Panic! At the Disco unterwegs war. Und dass er sich nun komplett zurücklehnen wird, kann man sich auch nur schwer vorstellen. Aber – vorerst dürfte die „Viva Las Vengeance“-Tour für seine deutschen Fans die letzte Chance sein, Brendon Urie live zu sehen. Und so verwundert es wenig, dass die Lanxess Arena in Köln an diesem Abend nahezu ausverkauft ist. Ohne Frage ein würdiger Rahmen für die letzte Deutschland-Show von Panic! At The Disco.

Flechter

Doch bevor es soweit ist, darf erst einmal Flechter ran. Flechter, mit vollem Namen Cari Elise Fletcher, dürfte zumindest seit ihrem durchaus erfolgreichen Debütalbum „Girl Of My Dreams“ aus dem vergangenen Jahr dem ein oder der anderen in der trotz Parkplatz-Chaos und Andrang schon gefüllten Arena ein Begriff sein. Und was die von ihrer Band begleitete Sängerin dann mit ihrem 14 Songs umfassenden Set abliefert, kann sich absolut sehen und hören lassen.

Da können einem Sängerin und Band fast schon leid tun, dass der Funke von der Bühne nicht so ganz auf das gesamte Publikum überspringen will. Mehr als höflicher, aber zumindest ehrlicher Applaus ist selten drin. Auf der einen Seite sehr schade, auf der anderen Seite aber auch ein bekanntes Phänomen bei Konzerten dieser Größenordnung. Fletcher erfüllt ihren Job als Anheizerin jedenfalls voll und ganz. Und eine solcher Supportslot kann bekanntlich auch ein Sprungbrett für eine große Karriere sein.

Fletcher
Foto im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)
Fletcher
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Fletcher
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Fletcher
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Fletcher
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Fletcher
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Panic! At The Disco

Als es um 21.15 Uhr dann aber endlich losgeht, ist der Jubel in der Lanxess Arena riesig. Brendon Urie kommt schon singend auf die Bühne und startet – obwohl es Freitagabend ist – mit „Say Amen (Saturday Night)“ direkt mit dem ersten Hit. Wobei diese Aussage letztlich überflüssig ist. Schließlich hat die 19-jährige und äußerst wechselhafte Bandgeschichte genügend Hits hervorgebracht, um die Setlist zu füllen. Und so geht im Folgenden auch Schlag auf Schlag. Brendon Urie bemerkt übrigens schon früh im Set, dass seine Stimme angeschlagen sei.

Panic! At The Disco
Foto im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)
Panic! At The Disco
Foto im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)

Hätte er das nicht gesagt, wäre es wohl nur den wenigsten aufgefallen. Manche Menschen haben eben auch angeschlagen noch eine Stimme, von der auch professionelle Sängerinnen und Sänger oft nur träumen können. Von dieser Bemerkung abgesehen hält sich Brendon Urie im Übrigen in Sachen Ansagen vornehm zurück. Für das Konzerterlebnis etwas schade, aber so bleibt am Ende zumindest mehr Zeit für Songs.

Panic! At The Disco
Foto im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)
Panic! At The Disco
Foto im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)

Einmal Viva Las Vengeance rauf und runter

Nach dem Einstieg mit fünf Songs folgt der Viva Las Vengeance-Block. „Block“ ist hier allerdings massiv untertrieben. Brendon Urie nutzt die letzte Gelegenheit und spielt das im Jahr 2022 erschienene Album einfach mal komplett von vorne bis hinten durch. Durchaus bemerkenswert, denn andere Bands trauen sich bekanntlich oft nicht, mehr als eine Handvoll Songs in die Setlists einzubauen. Album-Tour hin oder her. Insofern ist dieser Block schon etwas Besonderes.

Wenn man aber nicht allzu viel mit „Viva Las Vengeance“ anfangen kann, könnte es an dieser Stelle tatsächlich etwas langatmig werden. Da sorgen dann zumindest die kurzen Unterbrechungen der letzten Songs des Albums für Abwechslung. Diese haben allerdings keinen schönen Anlass – anscheinend haben einige Fans Probleme mit dem Kreislauf. Brendon Urie unterbricht die Songs und bittet um Hilfe. So aufmerksam sind bei einer so großen Show auch nicht alle Künstler*innen.

Panic! At The Disco – Ein würdiger Abschied

Und als der Albumblock schließlich mit „Do It To Death“ endet, kann dann endlich das große Finale starten. Und das hat es absolut in sich. Zunächst das vielumjubelte „House Of Memories“, dann folgen mit „Nine In The Afternoon“ und „I Write Sins Not Tragedies“ zwei noch viel mehr umjubelte Songs aus der Anfangszeit. Hier zeigt sich, dass es für Panic! At The Disco auch mit dem Emo-Sound der ersten Jahre erfolgreich weitergegangen wäre. Wenn wohl auch nicht bis in die Lanxess Arena.

Panic! At The Disco
Foto im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)
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Von dieser verabschiedet sich Brendon Urie standesgemäß mit „High Hopes“. Große Abschiedsworte gibt es übrigens am Ende nicht – vielleicht ist es ja auch kein Abschied für immer. Wer mit einer angeschlagenen Stimme fast zwei Stunden Show auf diesem Niveau abliefert, ist nämlich definitiv zu schade für den Ruhestand.

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Foto im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)
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Foto im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)

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