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AlternativeNu-Metal

Live bei: P.O.D. & Alien Ant Farm in Oberhausen (19.11.2019)

“Moment, gab es das nicht gerade erst…?” Nach einer gemeinsamen US-Tour im letzten Jahr, spielten P.O.D. und Alien Ant Farm ...

VON AM 26/11/2019

“Moment, gab es das nicht gerade erst…?” Nach einer gemeinsamen US-Tour im letzten Jahr, spielten P.O.D. und Alien Ant Farm im Frühjahr 2019 eine ausgiebige Tour durch Europa. Damals mit ‘68 im Gepäck, kehrten beide Bands kürzlich erneut zurück, um diesmal zusammen mit Dead Girls Academy aus Los Angeles weitere 20 Dates zu spielen.

Dead Girls Academy

Letztere hatten entsprechend auch im Kulttempel in Oberhausen das Vergnügen den Abend zu eröffnen. Die Band um Michael Orlando hatte im letzten Jahr ihr Debüt auf Victory Records veröffentlicht und machte zudem auch durch Touren mit Falling In Reverse und Motionless In White auf sich aufmerksam.


Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Quinten Quist

An diesem Dienstagabend hatten Dead Girls Academy allerdings große Mühe mit ihrem alternativen Glam Rock die sehr gut gefüllte Halle in Wallung zu bringen.

Eine solide Rockshow, die allerdings ohne große Höhepunkte auskam, obgleich Michael Orlando stets bemüht war; den Kontakt zum Publikum zu suchen. Dennoch wirkte das Ganze zu “abgespielt“, sodass der Funke vor allem in dieser kompakten Location nicht überspringen wollte.




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Alien Ant Farm

Besser machten es da Alien Ant Farm. Vielen (leider) nur durch ihr Cover von Michael Jacksons “Smooth Criminal” bekannt, zeigte die Band, dass sie viel viel mehr als nur ein vermeintliches One Hit Wonder ist. Allen voran Sänger Dryden Vera Mitchell glänzte durch eine starke Stimme und sein freches Auftreten, während seine Kollegen sichtlich Bock hatten, viel in Bewegung waren und vor allem technisch sehr sauber spielten.





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Sorgten Songs wie “Movies”, “These Days” oder “Wish” für erste Sing-A-Longs und Moshpits, wurde es bei “Attitude” still und zugleich bizarr: Erst widmete Mitchell, den Song seiner Mutter mit den Worten “I love my Mama!”, um dann das Publikum zu fragen, ob sie ihre Mütter ebenfalls lieben würden. Als einer den Kopf schüttelte, ging Mitchell darauf ein, um mit einer obszönen Bewegung zu zeigen, dass er die Mutter “lieben” würde, um im nächsten Moment von Chester Bennington zu sprechen. “He told me, it was his favorite AAF song!”



Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Quinten Quist

Ein krasser Bruch, der kurz für Stille, dann aber durch eine leidenschaftliche Performance für zusätzliche Gänsehaut sorgte. Zum Schluss gab es, natürlich, dann “Smooth Criminal”, was interessanterweise der schwächste Song des Sets war und vergleichsweise gelangweilt runtergespielt wurde. Dennoch aber ein insgesamt wirklich überzeugender Auftritt einer Band, die auch nach fast 25 Jahre nach ihrer Gründung vor Spielfreude strotzt und der es zu Wünschen ist, dass sie nochmal etwas mehr Aufmerksamkeit bekäme. Vielleicht klappt es ja mit der neuen Platte, die im kommenden Jahr erscheinen soll.




Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Quinten Quist

P.O.D.

Nach einer kurzen Umbaupause machten P.O.D. dann den Abend komplett: Mit “Listening For The Silence” eröffnete die Band aus San Diego ihr knapp 90-minütiges Set mit einem Hit aus der aktuellen Platte “Circles”. Wuchtig und vor allem sehr leidenschaftlich ging es weiter mit “Set It Off”, das gerade die Fans entzückte, die die Band um die Jahrtausendwende auf den Radar bekamen. Damals spielten sich P.O.D. mit Hits wie “Alive”, “Boom” oder “Youth Of The Nation” in die Herzen aller Nu Metal-Fans, um dann aber mit jedem folgenden Album weiter an Boden zu verlieren.




P.O.D.
P.O.D.

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Dass sie es aber nach wie vor drauf haben, zeigte die Band an diesem Abend eindrucksvoll. Sänger Sonny Sandoval peitschte förmlich über die Bühne, stets in voller Kontrolle seiner Stimme, um jedoch hier und da auch das Publikum ranzulassen: Bei “Boom” wagte er sich auf den Wellenbrecher, um zusammen mit den Fans zu feiern, die dies dankend annahmen und den Saal zum Kochen brachten. P.O.D. belohnten dies mit “Rock the Party (Off the Hook)”, einem echten Klassiker aus den Frühwerken der Band. Was äußerst beeindruckend war, war diese Wucht, die von der Bühne auf das Publikum einwirkte, dass man hier und da sogar leichte Rage Against The Machine-Vibes bekam, was sicherlich auch der Kompaktheit des Raumes geschuldet war.

P.O.D.
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P.O.D.
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Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Quinten Quist

Doch gerade das war der große Bonus an diesem Abend: Nichts fühlte sich wie eine prollige Nu Metal-Show an, vielmehr profitierte auch die Band vom intimen Ambiente im Kulttempel, der mehr breit als lang wirkte und so keine große Distanz zwischen Künstler und Publikum aufkommen ließ. Klar, dass gerade Lieder wie “Youth Of The Nation” oder “Alive” am besten zündeten, sind sie doch bis heute die bekanntesten P.O.D.-Songs. Doch auch neueres Material wie “Always Southern California” wurde vom Publikum lautstark mitgesungen und abgefeiert. Bei “Satellite” kam dann allerdings nochmal eine extra Portion Gänsehaut dazu, als Sonny Sandoval den Song ebenfalls Chester Bennington widmete.

Eine insgesamt wahnsinnig gute Performance, sowohl von P.O.D. als auch von Alien Ant Farm. Es wäre schön, wenn sich eine oder sogar beide Bands im kommenden Festivalsommer erneut blicken lassen würden.

P.O.D.
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Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Quinten Quist

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Funnily @jonnybeatsgood of @pod has been the best lit person at this week's show at the @kulttempel in Oberhausen. I would've never thought that this could ever happen to a drummer 😄. More pictures plus a review by the handsome @maik_oakheart will be online soon at MoreCore.de. Picture taken for @morecore.de. _________________________ #podcircles #fullcircletour #pod #kulttempel #htbarp #concertphotography #concertphotographer #musicphotography #musicphotographer #zeisscameralenses #sonyzeisssonnar55mmf18 #zeiss55mm18 #audioloveofficial #sonyalpha7iii #sonydeutschland #sonya7iii #sonyalphashooter #germanalphas #sonyalphagallery #morecore #dontforgetthedrummer #mascotrecords #tkoco #deadgirlsacademy #alienantfarm #zildjiancymbals

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