Live

Post-HardcorePunkrock

Live bei: Marathonmann in München – „Social Distancing“ Show (02.08.2020)

Eine feuchtfröhliche Party auf Abstand.

VON AM 12/08/2020

Das Backstage Werk in München wird dieses Jahr wohl mein meist besuchter Ort, schoss es mir durch den Kopf als ich für die Show von Marathonmann Anfang August durch den Eingangsbereich auf das Gelände trat. Es ist das erste Augustwochenende und vor den Türen des Werks war eine Art Public Viewing Area aufgebaut. Ein paar Bierbänke, die vor einem Monitor standen, auf welchem das Wacken World Wide übertragen wurde.

Mich zog es jedoch weiter in das Gelände hinein. An den Türen des Clubs und der Halle vorbei, musste man gut einmal im Kreis um das gesamte Werk laufen, um zur Biergarten-Bühne zu gelangen auf welcher das heutige Konzert stattfinden würde.

Es tummelten sich schon einige Besucher auf den akkurat, in zwei Reihen aufgestellten Bierbänken. Über ihnen spannte sich ein Zelt. Die Bühne war kniehoch und ließ schon auf das kommende Akustik-Set erahnen.

Casino Blackout

Casino Blackout

Casino Blackout

Casino Blackout
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Pia Böhl (piaboehl)

Den Anfang an diesem Abend machten Casino Blackout. Die Allgäuer Band wird Marathonmann auch auf ihren weiteren Abstands-Konzerten im August begleiten. Während ihrer knapp halbstündigen Performance stimmte das Punk-Quartett die Besucher schon ordentlich auf den Abend ein.

Die Band blieb ihrem Stil treu, spielte ihre Setlist wie gewohnt und baute auf ein paar ruhigere Klänge, um der heruntergefahrenen Akustik-Atmosphäre beizusteuern. Bei insgesamt drei Liedern, unter anderem „Nietenjacke“ mitten im Set und dem letzten Lied „Nur Unten“, kam der kleine Bruder des Sängers auf die Bühne gesprungen um seinen großen Bruder bei den Gesangparts zu unterstützen.

Casino Blackout

Casino Blackout

Casino Blackout
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Pia Böhl (piaboehl)

Marathonmann

Nach einer kurzen Umbaupause kamen dann Marathonmann auf die die Bühne, zusammen mit der Münchner Violinistin Saskia Götz. Für die besonderen Umstände wollte die Band auch etwas besonderes auf die Beine stellen. So stand auch Gitarrist Johnny Göres nicht wie gewohnt mit Klampfe auf der Bühne, sondern saß am Keyboard.

Bis auf Saskia saßen auch die restlichen Mitglieder der Band am heutigen Abend. Das Quintett startete mit einer Akustik-Version eines alten Klassikers; „Holzschwert“, ein Indiz darauf, dass am heutigen Abend wirklich kaum ein Auge trocken bleiben sollte.

Marathonmann

Marathonmann

Marathonmann

Marathonmann
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Pia Böhl (piaboehl)

Zwischen den Liedern versuchte Sängern Michi Lettner mit einem Witzebuch die Stimmung wieder aufzuheitern. Weitere Musikerwitze hatten sie schon ein paar Tage zuvor über Social-Media erfragt. Da die aufgeschriebenen Notizen allerdings Zuhause vergessen wurden, wurden im Verlauf des Abends die immer gleichen fünf Witze erzählt, die hauptsächlich vom Keyboarder und der Violinistin handelten.

Marathonmann
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Pia Böhl (piaboehl)

Inmitten von „22 Meter Sicherheitsabstand“ (übrigens ein passender Titel für die aktuelle Corona-Situation) fing es an zu regnen. Bei einem Outdoor-Konzert eher suboptimal.

Die Bierbänke rutschten etwas näher zusammen, um nicht direkt im strömenden Regen zu sitzen, natürlich unter der Prämisse, immer noch genügend Abstand zueinander zu halten. „Ausgerechnet bei dem Lied“ hieß es danach betrübt von der Bühne und der Sänger stimmte das nächste Lied „Die Bahn“ an. Zwei Lieder später gab es eine kurze viertelstündige Pause im Set. Damit die Besucher ihre Getränke wieder auffüllen lassen, Karten für Cadet Carter am Merchandise-Tisch kaufen und eventuell noch ein bisschen der vom Regen getroffenen Technik gerettet werden konnten.

Marathonmann

Marathonmann

Marathonmann

Marathonmann
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Pia Böhl (piaboehl)

Nach der Pause ging es weiter mit „Nie genug“ und einer kleinen versuchten Rap-Performance. Der Bass des Sängers wurde mit wippenden Händen ausgetauscht. So schön der Versuch seitens der Band auch mit anzusehen war, ist es allerdings schwer, ein alternatives Publikum zu den üblichen Hip-Hop-Gestiken zu bewegen. Auch bei „Rücklauf“ wurde auf die übliche Akustisierung des Songs verzichtet und eine abgewandelte Version vorgetragen.

Marathonmann

Marathonmann

Marathonmann

Marathonmann
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Pia Böhl (piaboehl)

Bevor es schließlich an die eingeplante Zugabe ging, gab es nochmal eine kurze Unterbrechnung, da der Gitarrist Leo dringend auf die Toilette musste. Der Stimmung tat dies aber keinen Abbruch. Das Publikum war die ganze Zeit gefühlvoll dabei und sang jeden Song aus voller Kehle mit.

Das zweite Konzert am nächsten Tag musste aus Sicherheitsgründen in das Werk verlegt werden, auch, wenn es sich so wenig familiärer anfühlte, tat es der allgemeinen Stimmung während des Konzerts keinen Abbruch.

Marathonmann

Marathonmann

Marathonmann
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Pia Böhl (piaboehl)

Mir bleibt am Ende nur zu sagen, dass es sich von meinen bisherigen „Abstandskonzerten“ am ehesten wieder wie ein normales Konzert angefühlt hat und ich mich umso mehr auf die Konzerte freue, die nun folgen werden.

Marathonmann haben an dem Abend übrigens noch angekündigt, am folgenden Montag auf eine Hütte im Zillertal zu fahren und dort an neuen Songs zu arbeiten. Wir können also gespannt sein, was da bald kommt!

Beitragsbild im Auftrag von MoreCore.de: Pia Böhl (piaboehl)

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