Live

Hardcore Metalcore Nu Metal

Live bei: Landmvrks in Wiesbaden (10.12.2025)

Mit drei starken Supports und einem Überraschungsgast!

VON AM 13/12/2025

Wenn Landmvrks das Jahr 2025 Revue passieren lassen, dann blicken sie vermutlich vorwiegend mit einem lachenden Auge darauf zurück. Weinend mag es – rein aus professioneller Sicht – höchstens deshalb sein, weil man bei der Fülle der Live-Auftritte und dem Release des neuen Albums The Darkest Place I’ve Ever Been vermutlich die ein oder andere Stresspustel bekommen hat. Zum Jahresabschluss allerdings wollen es die Herren aus Frankreich trotz eines wirklich ereignisreichen Jahres noch mal wissen und touren noch mal mit einer Live-Rutsche durch Europa (bevor es im Januar als Support für die Architects schon gleich wieder weitergeht, aber dazu später mehr). Mit dabei haben sie bei ihrer Tour mit 13 Stopps Underoath, Pain Of Truth und Split Chain. In Wiesbaden fanden in der Woche zwischen dem 2. und dem 3. Advent die ersten zwei Deutschland-Shows mit einem Double Duty im Schlachthof statt. Bockstarke Überraschung inklusive!

Split Chain

Split Chain machten den Anfang an besagtem Mittwochabend und allzu lange ist es noch nicht her, dass die Band im Schlachter gespielt hat und zwar auch noch zusammen mit Pain Of Truth, die nach ihnen die Bühne besteigen sollten. Die beiden Acts supporteten im Juni nämlich Knocked Loose bei deren Off-Shows im Festival-Run.

Die schon gut gefüllte Venue macht insgesamt einen deutlich interessierten Eindruck an Split Chain als es noch im Sommer bei KL der Fall war – gut so! Die britische Band ist erst seit zwei Jahren aktiv, hat allerdings schon ein solides Repertoire an Songs, das sie in ihr immerhin halbstündiges Set packen können. Musikalisch bewegen sie sich in einem grungigen Nu Metal-Sound, der vor allem Fans der rauen Töne der 90er und frühen 2000er abholen dürfte.

Pain Of Truth

Nach einer kurzen Umbaupause ging es nicht weniger stark und vor allem auch nicht weniger gut besucht mit Pain Of Truth weiter, die mit ihrem New York Hardcore die Zuschauer zum Two Step einluden. Was sollen wir sagen? Wer auf super melodischen Core steht… der ist hier falsch. Und das ist auch okay, schließlich warteten mit Underoath und Landmvrks ja noch zwei Acts mit großen Singalongs. Da kann man zu Pain Of Truth auch einfach mal ein bisschen eskalieren. Natürlich nur im tanzbaren Sinne, beispielsweise im Mosh Pit.


Foto im Auftrag von MoreCore.de: Sarah Soria-Galvarro (soga.focus)

Dieser wurde auch diverse Male geöffnet, während Pain Of Truth ihre Songs zum Besten gaben. Seit 2020 ist die Hardcore-Kombo aktiv und hat sich somit zu Beginn ihrer Karriere durch die „besten“ Pandemiejahre kämpfen dürfen. Kein Wunder, dass sie scheinbar alles nachholen wollen, was geht und daher die Meute ordentlich zum Schwitzen brachte. Noch besser funktioniert das Ganze sicherlich in einem kleinen Club, doch die Feierwütigen unter den Zuschauern kamen auch hier definitiv auf ihre Kosten.


Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Sarah Soria-Galvarro (soga.focus)

Underoath

Schon zu recht später Stunde auf einen Werktag (es war auf jeden Fall schon mindestens 20:30 Uhr) betraten Underoath die Bühne. Die Band hat schon einige Jahre auf dem Buckel und hatte ihre Hochphase zur besten Emo-Zeit mit ihren Alben „The Changing Of Times“ (2022) und „They’re Only Chasing Saftey“ (2004). Zwischendrin gab’s sogar mal eine Off-Zeit, seit 2015 ist man allerdings zurück und seit 2023 als Quartett unterwegs.


Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Sarah Soria-Galvarro (soga.focus)

Die Band um Frontmann Spencer Chamberlain gab ein recht kurzes Set zum Besten, in Anbetracht der Tatsache, dass sie auf eine ziemlich breite Diskografie zurückschauen kann. Insgesamt neun Songs spielten sie, wobei die Songauswahl wirklich gelungen war. Eine gute Mischung aus den neuen Stücken und ein paar Hits aus der guten alten Emo-Zeit brachte das Publikum gut in Wallung. Produktionstechnisch arbeitete man hier schon mal mit deutlich mehr Licht als noch die ersten beiden Bands mitgebracht hatten, was aus dem Set in Summe ein wirklich rundes Ding machte. Man merkte der Band, die ja nun schon seit 1997 im Geschäft ist (zumindest noch Drummer und Clean-Sänger Aaron Gillespie), die Routiniertheit an; manchmal darf’s auch gerne etwas spontan und „uneinstudiert“ sein.


Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Sarah Soria-Galvarro (soga.focus)

Landmvrks

Wie eingangs erwähnt, durfte man den Headliner des Abends in diesem Jahr ja schon einige Male auf den Bühnen der Republik bestaunen. Umso überraschter war man sicherlich, was für eine Produktion die französische Band da aufgefahren hat. Schon die Fotografen wurden initial eingewiesen, dass man, anders als es eigentlich immer der Fall ist, nicht die ersten drei Songs aus dem Bühnengraben fotografieren durfte, sondern nur Song 5 und 6. Warum? „Weil die den Schlachthof abfackeln wollen“, sagte man. Well okay.

Als Opener fungierte der Titeltrack des aktuellen Albums „The Darkest Place I’ve Ever Been“, wo noch kein Fünkchen gezündet wurde – zumindest nicht auf der Bühne, im Publikum allerdings von der ersten Sekunde an. Aber ab dem zweiten Song „Creature“ wusste man dann, wieso die Fotografen im Graben nicht ganz sicher gewesen wären, denn sehr, sehr, SEHR hohe Feuerfontänen zäumten die Band regelrecht ein. Die Feuerwehr Wiesbaden wird schon ihr Okay gegeben haben, aber hui… das Feuer streichelte schon verdächtig oft ein großes Rohr an der Ecke. Aber sei es drum.


Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Sarah Soria-Galvarro (soga.focus)

Die Band um Frontmann Flo Salfati war zusammen mit dem Publikum direkt am Start. Viele Worte wurden nicht verloren, musste aber auch gar nicht sein. Mit ihrem aktuellen Album, das im Frühjahr erschien, hat die Band ihre Fanbase noch mal stark ausgeweitet, doch schon mit den vorigen immerhin drei Studioalben haben sich die Franzosen ihr Standing in der Szene stetig etabliert. Die Musik von Landmvrks ist ehrlich und handgemacht, was man jeder Sekunde des Konzerts anmerkt. Die Musiker spielen ihre Songs nicht einfach nur, sie fühlen sie und sie machen was daraus. Die Lightshow, die passend zu den Songs produzierten Einspieler auf der RIIIIESEN LED-Wall, das Feuer (!!!), das Drumsolo von Kévin D’Agostino, der Spray-Einsatz von Flo Salfati während „Sombre 16“ – das alles hat Hand und Fuß.


Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Sarah Soria-Galvarro (soga.focus)

Ein kleines Highlight, das nur den Wiesbadenern vorenthalten sein sollte, war der Auftritt von Paleface Swiss-Fronter Zelli bei „Say No Word“. Man erspähte ihn schon im Publikum und hoffte auf ein kleines Feature, was dann mit „Was geht ab Leute, macht auf die Scheiße jetzt“ mit Schweizer Akzent Realität wurde. Bockstark! Könnten wir uns öfter anschauen.

Insgesamt 17 Songs gaben Landmvrks zum Besten und jeder einzelne war etwas Besonderes, mindestens durch die Elemente, die auf der Bühne zum Besten gegeben wurde, auf jeden Fall aber auch durch die Energie der Band und der Freude des Publikums. Schon im Januar supporten die Franzosen die Architects auf deren anstehender Tour. Wir können es jetzt schon kaum erwarten, sie wiederzusehen!


Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Sarah Soria-Galvarro (soga.focus)

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