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Live bei: Ice Nine Kills in Oberhausen (12.05.2023)

Größer war es noch nie.

VON AM 16/05/2023

Die Verärgerung war bei einigen Fans groß, als Ice Nine Kills ihre Tour Anfang des Jahres recht kurzfristig von Februar auf Mai verlegten. Schließlich sind nicht nur die Terminkalender der Bands, sondern auch die der Fans regelmäßig prall gefüllt. Allerdings war durch die Verschiebung eine Hochverlegung der Show in Oberhausen, die eigentlich in der kleineren Turbinenhalle 2 stattfinden sollte, in die große Halle möglich. Und dem Eindruck am vergangenen Freitag zufolge, nutzen auch zahlreiche Fans diesen Umstand und sicherten sich noch Tickets. So voll sieht man die Turbinenhalle jedenfalls nicht alle Tage.

Defying Decay fallen kurzfristig aus

Einen Wermutstropfen gibt es dann aber doch noch recht kurzfristig: Eigentlich sollten Defying Decay aus Thailand den Abend eröffnen. Doch die Anreise funktionierte nicht so wie geplant und so schaffte es die Band nicht rechtzeitig nach Oberhausen und konnte daher erst ab der folgenden Station in Stuttgart ins Geschehen eingreifen. Schade.

Lansdowne

So liegt es an Lansdowne, den Abend zu eröffnen und die Menge in Stimmung zu bringen. Und das gelingt der Band aus Bosten auch sehr ordentlich. Ob der Sound der Band musikalisch überall in der Halle ankommt, erscheint zwar fraglich. Doch zum Einheizen sind eingängige Songs wie „Falling Down“ oder „Watch Me Burn“ durchaus geeignet. Ein Teil der Fans verpasst die Show ohnehin, weil es am Einlass relativ lange dauert und die Zeit zwischen Öffnung der Halle und Beginn der Show recht knapp bemessen ist. Aber wie gesagt, musikalisch sind Lansdowne dann doch recht weit von Ice Nine Kills entfernt. Insofern werden deren Fans es verkraften, den Support-Act verpasst zu haben.

Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Hanna Wollny (sonderbar.fotografie)

Skynd

Skynd hingegen passen zumindest in Sachen „Attitude“ schon wieder deutlich besser zu den Stars des Abends. Dennoch bleibt die Menge auch bei der Show des Duos aus Australien noch relativ verhalten. An der Show von Skynd und ihrem Partner Father kann das allerdings nicht liegen. Zu Beginn hat die Sängerin zwar kurz technische Probleme, davon abgesehen zieht das Duo aber eine einwandfreie Show ab. Father tritt mehr in der Vordergrund als bei früheren Shows, die Sängerin hat ein neues Outfit. In Sachen Songs setzt die Band allerdings auf bewährte Nummern und lässt die im letzten Jahr erschienenen Singles aus. Dennoch ein mehr als solider Auftritt, auch wenn das Publikum sich wohl noch ein wenig für Ice Nine Kills ausruht.

Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Hanna Wollny (sonderbar.fotografie)

Ice Nine Kills

Das hat es offensichtlich wirklich getan, denn als sich der Headliner gegen 21.15 Uhr ankündigt, verwandelt sich die Turbinenhalle in ein Tollhaus. Die Band baut den Beginn ihrer Show mit einem langen Intro perfekt auf und so entlädt sich die gesamte Spannung direkt beim ersten Song „Funeral Derangements“. Einen besseren Song könnte es für den Einstieg auch kaum geben. Das Publikum ist jedenfalls sofort am Start und singt aus tausenden Kehlen mit. Und es geht ohne große Pausen auf diesem Niveau weiter. Gerade Songs wie „Hip To Be Scared“ werden von der ersten bis in die letzte Reihe mitgesungen und gefeiert. Ein beeindruckendes Bild, das sich einem an diesem Abend da in der Turbinenhalle bietet.

Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Hanna Wollny (sonderbar.fotografie)

In Sachen Sound könnte es – wie so oft – allerdings schon etwas besser sein. Die Gitarren gehen hier und da doch etwas unter und werden vom dumpfen Bass einkassiert. Gleichwohl ist dieses Problem wohl eher eines der Location und darüber hinaus tut es der Stimmung in der Turbinenhalle auch keinen Abbruch. Sänger Spencer Charnas ist auf der Bühne äußerst umtriebig und sorgt dafür, dass es zu keinem Zeitpunkt langweilig wird. Mit Ansagen hält er sich gewohnt stark zurück – und lässt lieber die Songs für sich sprechen.

Ein kompaktes Set, das dennoch keine Wünsche offen lässt

Wenn man sich in der Turbinenhalle umsieht, dann kann man auch gegen Ende des Sets ausschließlich zufriedene und glückliche Gesichter erspähen. Daran ändert auch die Tatsache, dass das Set mit insgesamt 14 Songs sicher nicht das allerlängste ist, nichts. „Welcome To Horrorwood“ ist schließlich der fulminante Abschluss eines ebenso fulminanten Abends. Übrigens war die Show in der Turbinenhalle die größte Headliner-Show der Band – Stand 12. Mai 2023. Das wird sich sicherlich in Kürze ändern.

Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Hanna Wollny (sonderbar.fotografie)

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