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CrossoverNu-MetalRock

Live bei: Hollywood Undead „House Party“ Livestream (18.12.2020)

Beer Pong, Power Nap und fesche Gäste inklusive!

VON AM 24/12/2020

Hollywood Undead beenden das Jahr, wie sie es begonnen haben: Mit einem neuen Album und dazugehöriger Live-Action. Okay, zugegebenermaßen gibt es einen WINZIGEN Unterschied, denn während wir zum Anfang des Jahres erschienenen Album „New Empire, Vol. 1“ noch live und in Farbe mit der Crossover-Truppe abfeiern dürften, zelebrieren wir das im Dezember veröffentlichte Werk „New Empire, Vol. 2“ virtuell. Aber gut, wer wird sich in solchen Zeiten schon beschweren wollen, was?

Das soll dem Spaß an den Songs sowieso keinen Abbruch tun, wie die Band aus Los Angeles am vergangenen Wochenende eindrucksvoll bewies. Bei ihrem exklusiven Livestream-Event namens „House Party“ feierten sich nämlich genau das – eine fette, fette, fette, fette Party.

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Die kalifornische Band, namentlich bestehend aus *lufthol* Jorel „J-Dog“ Decker, Dylan „Funny Man“ Alvarez, George „Johnny 3 Tears“ Ragan, Jordon „Charlie Scene“ Terrell, Daniel „Danny“ Murillo sowie Session-Mitglied Matt „Der-Mann-hat-noch-keinen-bandinternen-Spitznamen“ Oloffson lud zur Fete. Die Fans folgten.

Hollywood Undead
Credit: „House Party“ Livestream (18.12.2020)

Der Stream beginnt ohne großen Schnickschnack. Keine Pre-Show, kein Gequatsche. Nach dem „Einlass“ von Türsteher Maskenmann empfängt die Band den Zuschauer und ist bereits in Party-Stimmung. Das Setting: Eine Art Proberaum, in der die House Party schon ordentlich wütete. Beer Pong, leere College-Trinkbecher, ein vasenähnliches Gefäß, auf das wir hier nicht weiter eingehen wollen – alles da, was so eine hollywoodähnliche Feier bieten sollte. Doch nur Feiern reicht den Bandmitgliedern nicht, denn schon kurz nach unserem Empfang legen sie direkt mit ihrem virtuellen Konzert los.

Hollywood Undead
Credit: „House Party“ Livestream (18.12.2020)
Hollywood Undead
Credit: Johann Ramos

Hollywood Undead liefern Live-Kost ohne Schnickschnack

Das Live-Set beginnt mit „Time Bomb“ und wenn wir uns an die zurückliegende Europa-Tour mit Papa Roach und Ice Nine Kills vor der Pandemie erinnern, dann erleben wir direkt ein Déjà-vu. Dato noch auf der Bühne und mit Fontänen, heute eben im proberaumartigen Wohnzimmer und ohne Piffpaff. Zugegebenermaßen wird das Setting der Präsenz der Band irgendwie nicht ganz gerecht. Abgesehen davon, dass hier einige gestandene Männer in einem mit Möbeln gespickten Raum Platz finden müssen, steht man sich bei der Performance irgendwie ein bisschen selbst im Weg. Der Zuschauer hingegen hat das Gefühl, mittendrin statt nur dabei zu sein. Mit Blick auf die leeren Trinkbecher fühlt man sich fast schon ein bisschen besäuselt.

Hollywood Undead
Credit: „House Party“ Livestream (18.12.2020)
Hollywood Undead
Credit: „House Party“ Livestream (18.12.2020)
Hollywood Undead
Credit: „House Party“ Livestream (18.12.2020)

Während Strahlemann Danny Murillo wirkt, als hätte er nie etwas anders gemacht und GNTM-like mit der Kamera flirtet, schaut Charlie Scene zunächst doch irgendwie ein bisschen skeptisch aus der Wäsche und in der Gegend herum. Johnny 3 Tears wirkt in der Tat etwas eingeklemmt, was mitunter sicher auch an seiner Körperstatur liegt. Vielleicht sollte er seinen dicken Pulli mal ausziehen. Moment, der kommt uns doch irgendwie bekannt vor?

Good guy Johnny trägt doch tatsächlich Merchandise von unserem Lieblings-Sushi Ghøstkid. Die beiden kollaborierten zuletzt gegenseitig auf Songs des jeweils anderen und scheinen sich gut zu verstehen. Schön zu hören, schön zu sehen. Und der schicke Merch von Ghøstkid steht Kollege 3 Tears außerordentlich gut!

Hollywood Undead
Credit: „House Party“ Livestream (18.12.2020)
Hollywood Undead
Credit: „House Party“ Livestream (18.12.2020)

Aber kommen wir wieder zur Musik. Das Set geht weiter und Hollywood Undead geben Songs wie „Enemy“ und „California Dreaming“ zum Besten. Nach ein paar Stücken hat man das Gefühl, dass die Mitglieder sich besser mit der etwas anderen Live-Situation zurechtfinden. Sie interagieren mehr miteinander und sogar Charlie Scene taut langsam auf.

Hollywood Undead
Credit: „House Party“ Livestream (18.12.2020)

Nach wenigen Tracks gönnt sich die Band erstmal eine Verschnaufpause und benetzt die trockene Kehle aus den herumliegenden Bechern. Ein kleiner Talk und man merkt an, dass es irgendwie geklopft hätte. Versucht sich hier etwa jemand an Türsteher Maskenmann vorbei zu mogeln?

Kaum ist der Gedanke verflogen, ertönen die ersten Töne von „Heart Of A Champion“. Aaaah, so langsam dämmert uns, wer womöglich versucht, die House Party zu crashen. Der Track wurde auf dem neuen Album „New Empire, Vol. 2“ nämlich neu aufgelegt. Mit von der Partie sind neuerdings Papa Roach-Frontmann Jacoby Shaddix und Ice Nine Kills-Sänger Spencer Charnas. Es dauerte nicht lang, da kam letzterer auch schon herein – und zwar durch die Wand.

Hollywood Undead Ice Nine Kills
Credit: Johann Ramos
Hollywood Undead
Credit: „House Party“ Livestream (18.12.2020)

Nach einer kurzen Gesangseinlage wird Charnas direkt ein Drink angeboten. Sehr freundlich. Zugegebenermaßen scheint der Ice Nine Kills-Frontmann mit dem etwas anderen Setting ungefähr so gut zurecht zu kommen, wie Hollywood Undead zu Beginn des Streams und steht, wenn er nicht gerade singt, etwas verloren in der Ecke herum. Für gestandene Bühnenmusikern sind Streams eben kein Ersatz, was?

Nachdem Charnas sich an die Situation gewöhnt hatte, kam auch schon Jacoby Shaddix um die Ecke. Nein, pardon. Durch die Wand und zwar durch die andere Wand. Wieso, wenn doch auf der anderen Seite des Fake-Kamins schon ein riesen Loch klafft? Just because.

Hollywood Undead
Credit: „House Party“ Livestream (18.12.2020)
Hollywood Undead Papa Roach
Credit: Johann Ramos

Jacoby wirkt alles andere als verloren, ganz im Gegenteil. Seine Performance und Präsenz vereinnahmen den kompletten Raum und drängen so ziemlich jeden anwesenden Musiker in den Hintergrund. Wer kann, der kann. In einer 1A-Kollaboration bringen Hollywood Undead, Spencer Charnas und Jacoby Shaddix den Auftritt zu „Heart Of A Champion“ zu Ende. Corona-unfreundlich wird noch fix umarmt, bevor es weitergeht.

Hollywood Undead
Credit: „House Party“ Livestream (18.12.2020)

Eine Party ohne Ausfälle ist keine richtige Party

Für die Band wird es Zeit, einige Klassiker auszupacken. Von „Everywhere I Go“ bis hin zu „Riot“ kommen einige Hits zutage, die die Stimmung auflockern und Johnny 3 Tears kurzerhand ausknocken. Der Sänger hält einen kurzen Power Nap auf dem Sofa und verschläft doch wirklich einen ganzen Song. Der Pulli von Ghøstkid scheint doch ziemlich bequem zu sein.

Hollywood Undead
Credit: „House Party“ Livestream (18.12.2020)
Hollywood Undead
Credit: „House Party“ Livestream (18.12.2020)

Ungefähr nach der Hälfte des Set verändert sich die Szenerie. Plötzlich befinden wir in uns in einer deutlichen größeren Venue, FAST konzertähnlich wird mit Lichtern, Nebel und Effekten gespielt.

Hollywood Undead
Credit: „House Party“ Livestream (18.12.2020)

Die ersten Töne von „Idol“, im Original mit Rapper Tech N9ne, in zwei Bonustracks auf dem aktuellen Album mit Ghøstkid und KURT 92 als Gastsänger, ertönen. Gespielt wird hier die Originalversion, doch Johnny 3 Tears (schon seit einer Weile wieder wach) präsentiert nochmal sehr ausführlich seinen Pulli. Wir können Ghøstkid quasi fühlen.

Hollywood Undead
Credit: „House Party“ Livestream (18.12.2020)
Hollywood Undead
Credit: „House Party“ Livestream (18.12.2020)
Hollywood Undead
Credit: Johann Ramos

Der neue Abschnitt des Live-Sets konzentriert sich zum Großteil auf die Tracks des aktuellen Albums. Und so hüpft beim Song „Comin‘ Thru The Stereo“ Hyro The Hero fröhlich auf die Bühne – und wenn wir hüpfen schreiben, dann meinen wir das auch so. Wie ein Duracell-Häschen hopst der Rapper bei „seinem“ Song auf dem aktuellen Longplayer von HU unermüdlich auf und ab.

Hollywood Undead Hyro The Hero
Credit: Johann Ramos
Hollywood Undead Hyro The Hero
Credit: Johann Ramos

Nach einigen Songs gibt es wieder eine kurze Sequenz, in der die Bandmitglieder mit ihren typischen Live-Masken zu sehen sind. Wir „erwachen“ auf einmal wieder im Wohnzimmer, wo uns Hollywood Undead anstrahlen. Wir waren kurz ausgeknockt, sagen sie. Bitte? Wahnsinn, was so ein bisschen Action in Quarantäne-Zeiten mit einem machen kann. J-Dog bietet uns etwas zu Rauchen an – nein, danke, heute nicht – und es geht weiter. Das Finale steht an.

Hollywood Undead
Credit: „House Party“ Livestream (18.12.2020)

Die House Party endet mit „Undead“ und das Wohnzimmer sieht doch tatsächlich nach dem Ende des Streams noch verwüsteter aus als zu Beginn – und es war DATO schon nicht aufgeräumt. Wir möchten hier nicht Putzdienst spielen.

Der Stream findet den Abschluss, wie er begonnen hat: Ohne viel Gerede. Die Jungs von Hollywood Undead waren insgesamt recht wortkarg, aber manchmal bedarf es eben auch nicht vieler Worte. Im Abspann laufen textlich die Credits und musikalisch „Idol“ in der Ghøstkid-Version. Und während wir den Stream Revue passieren lassen, freuen wir uns, hoffentlich zeitnah mit der Band auch wieder richtig live feiern zu können.

Beitragsbild: Johann Ramos

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