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MetalcorePost-HardcoreRock

Live bei: Holding Absence in Frankfurt (16.06.2024)

Mit Support von Make Them Suffer!

VON AM 22/06/2024

Erst letzten Winter tauchten Holding Absence mit ihrem aktuellen Album „The Noble Art Of Self Destruction“ vier deutsche Clubhallen in einen melancholischen Schleier. Diesen Frühling beehrten uns die Waliser erneut mit einem Besuch – diesmal an der Seite von Pierce The Veil. Auf ihren umfangreichen Tour-Terminen verschlägt es die Post-Hardcore Truppe immer wieder auf das europäische Festland. Ihre aktuelle Tour umfasst neben Festival-Auftritten beim Full Force und Jera On Air, dem Support von Bury Tomorrow oder Silverstein auch eine einzige Headliner-Show – und diese fand im beschaulichem Das Bett in Frankfurt statt.

Dass die Kombo um den charismatischen Frontmann Lucas Woodland seit ihrer Gründung 2015 eine beachtliche Fanbase gewonnen hat, zeigt sich vor allem an dem schnellen Ausverkauf der Show. Es überrascht nicht, wenn die Waliser in naher Zukunft mit einer deutlich größeren Headliner-Show zurückkehren. Doch bis dahin konzentrieren wir uns auf den heutigen Abend, der kurz nach sieben startet.

Make Them Suffer

Mit Make Them Suffer haben Holding Absence auch eine echte Hausnummer als Support gewonnen. Die australische Metalcore-Band schlägt einen deutlich härteren Ton an als der Main-Act der Show. Kein Wunder also, dass das Quintett hierzulande zuletzt mit Stray From The Path für verschwitzte Abende sorgte. Zwar unterscheidet sich ihre Zielgruppe an diesem Sonntagabend minimal, doch hält das die Australier nicht davon ab, die Show mit voller Energie zu starten. Die emotionale Singe „Ghost Of Me“ leitet den Abend ein und zeigt mit den wuchtigen Breakdowns und dem harmonischen Cleangesang nicht nur die einzelnen Facetten von Make Them Suffer, sondern auch die ausgezeichnete Soundqualität der heutigen Show.

Make Them Suffer

Make Them Suffer

Make Them Suffer

Make Them Suffer
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Bryan Reinsch (iknowimlatesorry)

Zu fünft bietet die kleine Bühne des Betts zwar nicht viel Spielraum für große Performance, doch Fronter Sean Harmanis lässt es sich nicht nehmen, die eigene Energie auf die Menge zu übertragen. Und ja, der Musiker strotzt an diesem Abend nur so vor Power. Während ihm also bei „Hollowed Heart“ die schmerzhaften Emotionen der Musik im Gesicht abzulesen sind, öffnet sich in der Menge der erste Moshpit des Abends. Mit den aufeinanderfolgenden Songs „Ether“ und „Epitaph“ erreicht die Show ihren Höhepunkt, bei dem gehüpft, gemoscht und geschaukelt wird. Mit „Doomswitch“ und insgesamt acht Songs beenden Make Them Suffer ihr Set – erfolgreich. Den Kern der Zuschauer:innen konnte die Band definitiv zum Schwitzen bringen. Auch ihre unermüdliche Motivation wird dem oder der anderen in Erinnerung bleiben.

Make Them Suffer

Make Them Suffer

Make Them Suffer
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Bryan Reinsch (iknowimlatesorry)

Holding Absence

Um kurz nach acht durchbrechen Holding Absence mit „Like A Shadow“ die Stille. Genau wie der Song direkt mit dem melodischen Refrain startet, drehen auch die Waliser von 0 auf 100 auf. Die Menge ist angefixt, das merkt auch Woodland und fordert die Besucher:innen zum Tanzen auf. Das kurze Schlagzeug-Solo von Scott Waters, welcher auf dieser Tour ausnahmsweise aushilft, spornt während „Curse Me With Your Kiss“ weiter dazu an. An diesem Abend herrscht gute Laune, sowohl auf der Bühne als auch in der Menge. So nimmt es nicht nur die Band, sondern auch die Secruity gelassen als eine eifrige Crowdsuferin bis in die Arme Woodlands getragen wird – kleine Hallen ohne Absperrung haben halt ihren Charme.

Holding Absence

Holding Absence

Holding Absence

Holding Absence
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Bryan Reinsch (iknowimlatesorry)

Mit den ersten fünf Songs führen uns Holding Absence einmal durch die Geschichte ihrer drei bisherigen Langspieler und sorgen für einen ordentlichen Energieschub. Den zweiten Teil ihrer Show gestaltet die Band nun ruhiger. So taucht das Bett in ein düsteres blau-grünes Licht und die textsicheren Fans glänzen während „Birdcage“ mit ihrem Gesang. Zeitgleich bieten die nächsten Tracks auch eine Verschnaufpause für den sonst so flippigen Fronter. Wie dieser offen zugibt, hat die komplette Crew und er selbst nur zwei Stunden Schlaf abbekommen. Die „Diva“, die er manchmal ist, hätte die Show am liebsten abgesagt – doch bezaubernde Abende wie diese seien seine Motivation, eine so schwierige Tour durchzuhalten. Es folgte ein großes Dankeschön, welches man dem Sänger nach diesen ehrlichen Worten nur abkaufen konnte.

Ehrliche Emotionen

Es sei Woodland demnach auch verziehen, dass ihm während „Coffin“ und dem anschließenden Publikumsliebling „Aching Longing“ ab und zu die Stimme wegbricht. Dafür flippt er nun wieder und die Menge mit ihm – es öffnet sich der größte Moshpit des Abends. In diesem tobt sich die Menge währen „A Crooked Melody“ und „Afterlife“ noch ordentlich aus, bevor Holding Absence mit „The Angel In The Marble“ den Abend ruhig ausklingen lassen. Eine Zugabe gibt es nicht und so konnte man noch bei Sonnenlicht wieder heimfahren.

Holding Absence

Holding Absence

Holding Absence

Holding Absence
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Bryan Reinsch (iknowimlatesorry)

Die Waliser haben an diesem Sonntag die Herzen der Fans gestohlen. Sei es durch ihr Durchhaltevermögen, die übersprühenden Emotionen der melancholischen Musik oder ihre ehrliche Art mit der Menge. Luke Woodland selbst, fängt mit seiner Rede die Atmosphäre des gesamten Abends ein. Die Band spielte am Tag zuvor auf dem Download Festival, wie der Sänger erzählt:

„Es war einer dieser Auftritte… ich erinnere mich daran, dass ich alle anschaute und mich ein bisschen betäubt fühlte, ein bisschen einsam. Und es ist seltsam… obwohl Leute vor dir stehen und sich mit dir connecten… du selbst das Problem bist. Gestern war also ein harter Tag für mich. Und ich hatte Angst vor dem heutigen Tag und vor dem morgigen Tag und vor den nächsten paar Wochen, denn ich hasste den Gedanken, mich wieder so zu fühlen. Also wollte ich nur sagen: Vielen Dank Leute, dass ihr mein Herz bis an die Decke dieser Halle schlagen lasst. Ich danke euch aus tiefstem Herzen. Dies ist eine Band, die von Emotionen durchzogen ist, sei es Hoffnung oder Traurigkeit. Der Sinn dieser Band ist es, etwas zu fühlen. Und ich werde ehrlich sein, wenn ich mich schlecht oder gut fühle. Ich möchte nur, dass ihr wisst, heute Abend fühle ich mich großartig!“

Holding Absence

Holding Absence

Holding Absence

Holding Absence
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Bryan Reinsch (iknowimlatesorry)

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