Live

Death MetalMetalcore

Live bei: Heaven Shall Burn & Trivium in Düsseldorf (20.01.2023)

Die Metal-Giganten im Doppelpack.

VON AM 24/01/2023

Als Matt Heafy, seines Zeichens Fronter von Trivium, als Jugendlicher zum ersten Mal „Whatever It May Take“, das zweite Album von Heaven Shall Burn hörte, war für ihn klar: Genau so etwas wolle er auch machen. Gesagt, getan. 20 Jahre später ist er nicht nur Frontmann einer der größten Metal-Bands unserer Zeit, sondern auch gut befreundet mit besagten Heaven Shall Burn. Und was liegt da näher als eine gemeinsame Co-Headliner-Tour durch Europa? Nachdem der ursprüngliche Termin Ende 2021 Corona-bedingt nicht zu halten war, stand der Tour jetzt endlich nichts mehr im Wege. Mit Malevolence und Obituary als Support im Gepäck haben Trivium und HSB zudem ein äußerst vielseitiges Paket für ihre Fans geschnürt.

Malevolence

Wer nachvollziehbar keine Minute dieses Paketes verpassen will, muss sich aber beeilen. Mit Malevonlence steht der erste Act an diesem Freitagabend in der Mitsubishi Electric Halle schon um 18.15 Uhr auf der Bühne. Trotz dieser Uhrzeit ist die Halle schon ordentlich gefüllt. Dabei tummeln sich aber viele Fans noch im Eingangsbereich, in der Schlange für die Garderobe oder an den Getränkeständen. Vor der Bühne ist jedenfalls noch genug Platz. Wer sich hierhin verirrt oder bewusst dort gelandet ist, erlebt aber ein mehr als solides Set der Engländer.

Inwieweit Malevolence musikalisch zu den anderen Bands des Abends passt, kann letztlich dahinstehen. Gerade Sänger Alex Taylor schafft es jedenfalls, der Menge einzuheizen und für den Rest des Abends warm zu machen. Die Setlist ist wenig überraschend stark vom 2022er-Album „Malicious Intent“ geprägt. Bei „Higher Place“ dürfen dann auch schon einmal die Feuerzeuge herausgeholt werden. Alles in allem ein gelungener Start in den Abend.

Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schaefer (Cat Eye Photography)

Obituary

Wenn man sich schon bei Malevolence die Frage stellen konnte, inwiefern die Band in das Setting des Abends hineinpasst, dann muss man das bei Obituary auch tun. Zumindest was das Alter angeht, nehmen die Veteranen des Florida Death Metal an diesem Tag die Spitzenposition ein. Gleichwohl freuen sich die vielen Metalheads in der Halle durchaus über die Gelegenheit, die Band um Fronter John Tardy live sehen zu können. Und was Obituary dann in ihrem 45-minütigen Set abliefern, kann sich auch absolut sehen lassen. Gerade Tardy ist ebenso agil wie stimmgewaltig unterwegs und schafft es so, die Menge immer wieder zu animieren und in Bewegung zu bringen.

Der Sound ist im Übrigen auch nicht beanstanden, wobei es – bei allen Bands an diesem Abend – ein wenig davon abhängt, wo man sich in der Halle befindet. Gerade im Bereich des FOH kommt eine gewaltige, weil ausdifferenzierte und laute Soundwelle auf die Fans zu. Seitlich oder direkt vor der Bühne sieht das schon etwas anders aus. Hier dominieren Bass Drum und Bass den Gesamtmix zu stark. Anders als bei Malevolence ist das neueste Album von Obituary„Dying of Everything“ – übrigens nur mit zwei Songs im Set vertreten.

Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schaefer (Cat Eye Photography)

Trivium

Zwei Stunden nach Malevolence ist es um 20.10 Uhr dann Zeit für den ersten Headliner. Vor einem eindrucksvollen und bunt gestaltetem Hintergrund betreten Trivium die Bühne. Die Männer um Matt Heafy freuen sich sichtlich auf die Show, wobei Heafy schon zu Beginn klarstellt, dass London bisher die beste crowd auf der Tour gewesen sei und Düsseldorf sich daran messen müsse. Das lässt sich die Menge in der Mitsubishi Electric Halle nicht zweimal sagen. Und so gehen, wenn immer Heafy dazu auffordert, die Fäuse nach oben, es wird mitgesungen und direkt vor der Bühne geht es ohnehin nonstop zur Sache.

Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schaefer (Cat Eye Photography)

 

View this post on Instagram

 

A post shared by Trivium (@triviumband)

Ein wilder Ritt durch die Bandgeschichte

Dass Trivium in weit über 20 Jahren als Band inzwischen eine beachtliche Diskographie hervorgebracht haben, macht die Setlist mehr als deutlich. Das insgesamt zwölf Songs starke Set ist ein wilder Ritt durch die Bandgeschichte. Mit „Pull Harder on the Strings of Your Martyr“ bekommen die Fans in Düsseldorf zum Beispiel einen Song vom 2005er-Album „Ascendancy“ zu hören. Mit „No Way Back Just Through“ ist aber auch ein Song des jüngsten Albums „In The Court Of The Dragon“ (2021) vertreten. Ob Düsseldorf London als beste Crowd abgelöst hat, lässt Matt Heafy übrigens offen. Aber das ist ja ohnhin eine äußerst subjektive Einschätzung.

Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schaefer (Cat Eye Photography)

Heaven Shall Burn

Wir haben schon weit über zwei Stunden Live-Musik hinter uns, doch für viele Fans kommt das Highlight des Abends erst noch. Um 21.45 Uhr ist es endlich soweit und die Thüringer Metal-Walze rollt auf die Bühne. Das tut sie allerdings fast schon erstaunlich verhalten, denn der Opener „My Heart And The Ocean“ vom jüngsten Album „Of Truth And Sacrifice“ läuft bei aller Qualität eher schleppend an. Und so dauert es ein wenig länger, bis alle Anwesenden voll im HSB-Rausch sind. Aber zum Glück ist die Band lange genug im Geschäft, um zu wissen, wie man eine Setlist aufbaut. Und so findet sich auch ein Klassiker wie „Voice of the Voiceless“ dort wieder. Insgesamt fällt schon auf, dass viele Fans mit den ganz neuen Songs noch nicht zu 100% warm geworden sind. Nachvollziehbar, gab es doch Pandemie-bedingt bisher noch nicht allzu viele Gelegenheiten, diese live zu präsentieren.

Heaven Shall Burn

Heaven Shall Burn

Heaven Shall Burn

Heaven Shall Burn

Heaven Shall Burn

Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schaefer (Cat Eye Photography)

Eine Setlist voller Highlights

Wie schon erwähnt sind Heaven Shall Burn ohne Weiteres dazu in der Lage, eine passende und vor allem abwechslungsreiche Setlist auf die Beine zu stellen. Zu den Highlights gehört dann auch „Whatever It May Take“, weil Matt Heafy – wir erinnern uns an die Story zu Beginn – hier an der Gitarre unterstützen darf. Ohne „Endzeit“ geht es natürlich bei Heaven Shall Burn nicht und so beginnt der Encore-Teil mit dem Klassiker aus dem Jahre 2008. Dort wartet mit „Numbing The Pain“ auch noch einmal ein Klassiker auf uns, der von einer leidenschaftlichen und sympathischen Ansage von Gitarrist und HSB-Mastermind Maik Weichert begleitet wird. Vor „Tirpitz“ holt Fronter Markus „Molle“ Bischof zur Freude aller noch einen kleinen Fan zum gemeinsamen Headbangen auf die Bühne. Hach, wie schön. Es lohnt sich eben, von Anfang bis zum Ende dabei zu sein.

Heaven Shall Burn

Heaven Shall Burn

Heaven Shall Burn

Heaven Shall Burn

Heaven Shall Burn

Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schaefer (Cat Eye Photography)

More

Feature

L.S. Dunes My Chemical Romance Frank Iero

Obwohl es sich beinahe wie eine Ewigkeit anfühlt und wir wieder ein einigermaßen normales Leben führen, ist die Corona-Pandemie noch …

von