
Julia, genannt "Strückerli", gewann 2015 unser Meet And Greet mit Beartooth. Nur ca. ein halbes Jahr später wurde sie bereits fester Bestandteil des MoreCore Teams und fungiert seitdem als Fotografin mit eindrucksvollem Talent. Julia packt an wo Not am Mann ist und führt auch gern mal die Kamera bei Interviews oder verschiebt Pixel und Pfade, um uns mit diversen Grafiken zu versorgen. Sie hat immer ein Lachen und ist ein Garant für gute Laune und allerhand Dad Jokes. Wenn sie nicht gerade in irgendeinem Bühnengraben herumflitzt, hosten sie und ihr Freund Jan in ihrer gemeinsamen Wohnung Bands aus der ganzen Welt, die gerade auf Tour sind und einen Schlafplatz benötigen. Auch abseits der Musik arbeitet Julia selbstständig als Fotografin und Grafikerin und verbringt möglichst viel Zeit mit ihren Freunden.
Ein durchwachsener Abend in der Kantine...
Fans der Melodic Hardcore-Band Counterparts füllten am Freitagabend die Kölner Kantine. Die Kanadier luden dort zu ihrer bisher größte Headliner-Show in Europa ein. Mit der Veröffentlichung ihres neuesten Albums „A Eulogy For Those Still Here“ im Oktober 2022 waren die Fans heiß darauf, das neue Material live zu erleben. Der Abend begann stark mit drei beeindruckenden Vorbands: Dying Wish, Paleface Swiss und Kublai Khan.
Fehlstart bei Dying Wish…
Den Anfang machten Dying Wish, eine Metalcore-Band aus Portland, Oregon. Sie eröffneten den Abend mit ihrem energiegeladenen Auftritt, der von gutturalem Geschrei und aggressiven Breakdowns begleitet wurde. Zum Ärger vieler Zuschauer:innen, war Stagetime der Band bereits um 19:30, statt wie überall angekündigt, 20:00. So verpasste der Großteil mindestens das halbe, wenn nicht sogar das gesamte Set. Bedenkt man, dass das Quintett um Sängerin Emma Booster bisher nicht plant, in den kommenden Monaten nochmal nach Europa zu kommen, war es umso ärgerlicher, wenn man sie versäumt hat.
Paleface Swiss zeigen, wo der Käse die Löcher hat
Als nächstes waren Paleface Swiss an der Reihe, eine Schweizer Hardcore-Band mit einer einzigartigen Mischung aus melodischen und harten Elementen. Ihre Bühnenpräsenz war fesselnd und Leadsänger Marc Zellweger legte eine emotionale Performance hin. Durch und durch ein Frontmann, wie er im Buche steht. Talent und Leidenschaft hat die Band an diesem Abend perfekt unter Beweis gestellt. Das Publikum war voll dabei, jubelte und ließ sich von Marcs Aufforderungen wie „Bewegt Eure Ärsche“ ordentlich antreiben.
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Hanna Wollny (sonderbar.fotografie)
Klare Kante bei Kublai Khan
Das Vorprogramm wurde in einem knackigen Tempo durchgezogen. Gerade mal 15 Minuten Umbaupause gab es, bis jeweils die nächste Band auf der Bühne stand. Kublai Khan war die dritte und letzte Vorband, ein Hardcore-Gespann aus Texas. Sänger Matt Honeycutt beherrschte die Bühne mit seinen kraftvollen Growls und seiner unbändigen Energie. Der Moshpit wurde noch intensiver, die Energie noch geladener und die Anlage der Kantine kam bei dem bassigen Sound fast schon an ihre Grenzen. Eine Banane hat Matt diesmal nicht auf der Bühne verzehrt, so wie es in einigen TikTok-Videos zu sehen ist.
TikTok Video
Wer Kublai Khan zeitnah nochmal live erleben möchte, kann das auf einigen Festivals, wie dem Full Force Festival oder dem Jera on Air tun.
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Hanna Wollny (sonderbar.fotografie)
Jede Band brachte ihren eigenen Sound und ihre eigene Energie auf die Bühne und am Ende ihrer Sets war die Menge bereits aufgewärmt und bereit für den Hauptact.
Die-Hard Fans von Counterparts ist bekannt, dass Sänger Brendan Murphy großer K-Pop-Fanatiker ist – so war es nicht verwunderlich, dass in der Umbaupause eine entsprechend schrille Playlist gespielt wurde.
Die Band war seit Monaten auf Tour, um ihr neuestes Album „A Eulogy For Those Still here“ zu promoten, das von Musikkritiker:innen und Fans gleichermaßen gelobt wurde. Die Erwartungen waren also hoch.
Woran hat es gelegen…?
Leider wurde der Auftritt von Counterparts dem Hype nicht gerecht. Es zeichnete sich leider sehr schnell ab, dass die Band sich von ihrer schwächsten Seite zeigte. Vor allem ihr Frontmann wirkte ausgelaugt und genervt – was spätestens dann deutlich wurde, als ein Getränkebecher auf die Bühne flog und er eine klare Ansage Richtung Werfer:in raushaute.
Die Band hatte Mühe, mit dem Publikum in Kontakt zu treten und schien die Energie und Leidenschaft vermissen zu lassen, die die Fans von ihnen erwartet hatten. Zwar spielten sie ihre Songs mit technischer Präzision, aber es fehlte ihnen die Emotion und der Drive, die ihre früheren Shows so unvergesslich gemacht hatten.
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Hanna Wollny (sonderbar.fotografie)
Hin und wieder Hoffnungsschimmer
Nichtsdestotrotz gab es einige brillante Momente im Set von Counterparts. Das Publikum sang jedes Wort ihrer Hit-Singles „No Servant of Mine“ oder „The Disconnect“ mit und die Musikalität der Band war unbestreitbar. Allerdings waren diese Momente rar gesät und der Auftritt ließ insgesamt zu wünschen übrig. Einige Fans verließen sogar vorzeitig das Konzert. Nach einer guten Stunde war dann Schluss. Sänger Brendan bedankte sich freundlich beim Publikum und verließ sichtlich erschöpft die Bühne.
Vielleicht war es einfach ein schlechter Abend für die Band oder die Erwartungen waren schlichtweg zu hoch. Trotz des ernüchternden Auftritts von Counterparts war die Show ein Zeugnis für die Leidenschaft und Energie der Hardcore-Szene. Eine Erinnerung daran, wie kraft- und wirkungsvoll Live-Musik sein kann.

