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AlternativeRock

Live bei: Biffy Clyro in Düsseldorf (26.09.2022)

Liebe zum Detail.

VON AM 27/09/2022

Lange Zeit mussten die Fans von Biffy Clyro geduldig warten – nach mehrfachem, coronabedingtem Verschieben der Tour ging es an einem verregneten Montagabend nun endlich nach Düsseldorf in die Mitsubishi Electric Halle, wo die Musiker ein wahrlich intensives Konzert spielten.

De Staat

Mit im Gepäck hatten sie nicht nur einige neue Singles, sondern auch De Staat als Support Act. Unseren niederländischen Nachbar:innen dürfte die Band bereits ein Begriff sein – so spielt die Band aus Nijmegen dortzulande ausverkauften Tourneen in 1000er-Hallen und auf namhaften Festivals wie dem PinkPop Festival.

Genretechnisch ist die fünfköpfige Band kaum einzuordnen. Irgendwo zwischen Alternative Rock mit diversen Synthies mit starken Royal Republic– und ZZ Top-Vibes kann man sie wohl gut verbuchen. Diese Mischung klingt nicht nur interessant und wild, sie ist es auch, was man dem Biffy Clyro-Publikum die ersten Songs auch angemerkt hat.

Man wusste nicht so recht, wie ernst man das Ganze jetzt nehmen sollte, der Großteil war wohl zunächst verwirrt und musste erstmal warm werden. Nicht zuletzt wird ihre Gestik und fast schon überspitze, schauspielerische Art dazu beigetragen haben. Nach zwei, drei Songs fingen die Leute aber allmählich an das Konzept der Band zu greifen und ließen sich auf das lustige Quintett ein. Nach knackigen sieben Songs war auch schon wieder Schluss und De Staat verabschiedeten sich mit einem grell aufleuchtenden “DE STAAT” Schriftzug – ließen dabei auch nochmal fallen, dass sie schon bald wieder nach Deutschland auf Tour kommen werden.

Wer sich also selbst von der Band überzeugen lassen möchte, hat im Oktober und November die Chance dazu.

Biffy Clyro

Die Halle hat sich mittlerweile sehr gut gefüllt, die Ränge sind voll und auch der Innenbereich lässt nicht denken, dass die Show an diesem Tag nicht ausverkauft ist. Um Punkt 21 Uhr wird Elton Johns “Rocket Man” abrupt abgebrochen, das Licht geht aus, die ersten Töne von “DumDum” werden angespielt und Biffy Clyro betreten die Bühne – und das mit erstaunlich viel Textil bekleidet.

Biffy Clyro

Biffy Clyro

Biffy Clyro

Biffy Clyro

Biffy Clyro
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Daniel Berbig (thehoodedman)

Nach dem sanften Einstieg nimmt die Show sofort Fahrt auf und die Schotten ballern der Menschenmenge “A Hunger In Your Haunt” um die Ohren. Die Stimmung ist gut, auch kleine Pogos bilden sich bei dem doch durchschnittlich älteren Publikum. Es dauert nur wenige Songs, da wird es Frontmann Simon Neil und Bassist James Johnston doch zu schwitzig und sie tun ihrem Bandkollegen und Schlagzeuger Ben Johnston gleich – sie performen den Rest der Show mit blankem Oberkörper.

Biffy Clyro

Biffy Clyro

Biffy Clyro

Biffy Clyro

Biffy Clyro
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Daniel Berbig (thehoodedman)

Ein großes Banner in Felswandoptik ziert das heutige, nüchterne Bühnenbild. Die Boxen und Ego Riser gestalten sich in weiß mit roten, einzelnen Pinselstrichen, angelehnt an das Cover des aktuellen Albums “The Myth Of The Happily Ever After”. Umso spektakulärer ist die Lichtshow, die das Trio bzw. der Mensch an der Technik der Menge bietet. Es dürfte nicht übertrieben sein, zu sagen, dass dies eine der besten Lichtshows war, die der Großteil des Publikums wohl je gesehen haben wird – rund 50 Strobos und Lichtkegel, so perfekt auf jeden einzelnen Song, auf jeden einzelnen Beat und Ton abgepasst, das hat man selten.

Biffy Clyro

Biffy Clyro

Biffy Clyro

Biffy Clyro

Biffy Clyro

Biffy Clyro
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Daniel Berbig (thehoodedman)

Kurzer Disclaimer: Epileptiker:innen und Menschen mit ausgeprägter Lichtempfindlichkeit dürfte es bei diesem Ereignis nur wenig Spaß machen, das Konzert zu genießen. Dennoch: Biffy Clyro schaffen es, die Zuschauer:innen nicht nur musikalisch, sondern auch visuell in ihren Bann zu ziehen.

Apropos Musik – auch die ist, wie man es von der Band gewohnt ist, lupenrein und absolut sauber gespielt. Ein Keyboarder und zwei Geigerinnen sind zur Unterstützung bei der Tour dabei. Vor allem in ruhigen Momenten, wie bei der Akustikversion von “Machines”, kommen sie zur Geltung und sorgen für die richtigen Akzente.

Biffy Clyro

Biffy Clyro

Biffy Clyro

Biffy Clyro

Biffy Clyro

Biffy Clyro
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Daniel Berbig (thehoodedman)

Eine textsichere Menge schallt der Band die wichtigsten Zeilen von “Black Chandelier” und “Mountains “ zu. Deutlich angetan und dankbar zeigen sich die Musiker in den Pausen zwischen den Songs, dass sie froh sind, solche Momente wieder erleben und wieder spielen zu dürfen, nach einer so langen Durststrecke an Liveshows. Nach fast 2 Stunden Spielzeit inkl. 15-minütiger Zugabe neigt sich der Abend dem Ende. In der verstrichenen Zeit wurden ganze 22 Songs, perfekt gemischt aus sechs Alben performt. Jeder einzelne von ihnen gespielt in einer phänomenalen Wucht und Intensität.

Biffy Clyro

Biffy Clyro

Biffy Clyro

Biffy Clyro

Biffy Clyro

Biffy Clyro
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Daniel Berbig (thehoodedman)

Eine sichtlich ausgepowerte, aber zufriedene Band verlässt die Bühne und verabschiedet sich von einem mindestens genauso glücklichen Publikum.

Setlist Biffy Clyro:

DumDum
A Hunger in Your Haunt
Tiny Indoor Fireworks
Who’s Got a Match?
Black Chandelier
That Golden Rule
Instant History
Mountains
Machines (Acoustic)
Unknown Male 01
End Of
Wolves of Winter
Space Victory Over the Sun
Re-Arrange (Acoustic)
Biblical Living Is a Problem Because Everything Dies
Bubbles
The Captain

Zugabe:
Different People
Cop Syrup
Many of Horror

Foto im Auftrag von MoreCore.de: Daniel Berbig (thehoodedman)

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