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HardcorePost-Hardcore

Live bei: Beartooth & Silverstein in Hannover (14.06.2022)

Core vom Feinsten.

VON AM 17/06/2022

Sie haben ihr erstes eigenes Festival geplant, erst letztes Jahr ein neues Album veröffentlicht und kürzlich nochmal eine Deluxe-Edition davon herausgebracht. Richtig, die Rede ist von Beartooth. Die Metalcore-/Hardcore-Truppe macht sich kein bisschen rar auf ihrer Europa/UK-Tour 2022. An drei Terminen machen sie in Deutschland Halt – plus die Festivlauftritte. Eine der Headliner-Shows fand in Hannover statt. Da haben wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, auch vorbeizuschauen. Denn auch der Support ist definitv sehenswert: Mit an Bord sind nämlich mal eben Silverstein!

Beide Bands waren während der tourneefreien Coronazeit nicht untätig. So beehrten uns Beartooth mit ihrem Album „Below“ und dessen Deluxe-Version „Below (Deluxe Edition)“. Auch Silverstein hatten erst im Mai ihr neues Album „Misery Made Me“ veröffentlicht und somit frische Tracks am Start. Unsere ausführliche Rezension dazu findet ihr hier. Doch jetzt lasst uns erstmal einen Blick darauf werden, wie sich der Konzertabend im hannoverschen Musikzentrum abgespielt hat.

Ausverkauftes Konzert

Die Vorfreude der Fans schien auf jeden Fall groß, denn das Konzert war restlos ausverkauft. Fans mit verschiedensten Bandshirts finden sich im Musikzentrum zusammen.

Einige präsentieren stolz die Beartooth-Shirts der „Disease“-Tour, andere haben sich direkt am Merch-Stand mit den aktuellen „Below“-Shirts eingedeckt und auch ein paar Silverstein-Fans sind natürlich ausfindig zu machen.

Die Band-Kombi scheint eine gute Mischung abzugeben. Eins ist auf jeden Fall sicher, die Fans sind bereit. So ist es nicht verwunderlich, dass die erste Band an diesem Abend jubelnd empfangen wird: Silverstein.

Silverstein als Vorband

Mit „Bad Habits“ legen die Kanadier los und stellen die Textsicherheit des hannoverschen Publikums auf die Probe. Dieses meistert die Herausforderung mit Bravour und zeigt sich auch bei „Bankrupt“ kooperativ, was das Mitsingen angeht. Laut dröhnen die Bässe in die Ohren, alles vibriert und die Lichtshow zeigt direkt, dass dieser Abend zum Abgehen gedacht ist.

Silverstein_Musikzentrum Hannover_2022

Silverstein_Musikzentrum Hannover_2022

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Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Robin Werner (rjwoerna)

Mit „The Afterglow“ bringen Silverstein schließlich kurze Pop-Punk-Vibes in das hannoversche Musikzentrum. Die Stimmung ist gut und das Publikum beendet den Song, Shane Told hält das Mikro Richtung Publikum und ein Chor ertönt: „Back and forth into the afterglow“. Kurz wird das Licht gedimmt, doch dann geht es direkt voller Energie mit „Retrograde“, der einen Moshpit eröffnet, bei man einfach nicht widerstehen kann.

Rein in die Menge und die Breakdowns am eigenen Leib spüren – so geht Core! Auch der Hit „Ultraviolet“ aus dem aktuellen Album darf nicht fehlen und bringt die Menge zum Beben.

Ode an das deutsche Bier

Silverstein haben Bock und sind nach zwei Jahren ohne Liveshows „endlich wieder da“. In einer kurzen Pause gibt Shane sich schließlich redselig und gesteht: „Das schlimmste daran, zwei Jahre nicht in Deutschland gespielt zu haben, ist, dass wir auch nicht euer leckeres Bier trinken durften.“ Anschließend wird Shane fast schon zum Lokalhelden als er schließlich das hannoversche „Herri“ lobt, was das Herz des ein oder anderen Hannoveraners sicher höherschlagen ließ.

Nach dem kurzen Plausch geht es mit einem echten Klassiker weiter. „Wollt ihr den ersten Song von unserem ersten Album hören?“, fragt Shane und erntet Jubel. Natürlich. Denn das ist kein geringerer als „Smashed Into Pieces“, wie Kenner sofort wissen.

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Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Robin Werner (rjwoerna)

Ganz vorbei ist es noch nicht, es folgen schließlich „It’s Over“, „Infinite“ und „Smile In Your Sleep“. Insgesamt spielen Silverstein eine gute Mischung aus alten Songs und neuen Hits.

Auch Klassiker wie „My Heroine“ lassen die Jungs nicht lange im Giftschrank und entführen Fans schon mit dem dritten Song in die Vergangenheit. Passend zum Credo „Emo since 2000“ ist hier sofort zu erkennen, wer zu den Fans der ersten Stunde zählt.

Denn die singen hier lauthals mit. Zum Schluss wirft Drummer Paul noch ein paar Sticks in die Menge und auch Pleks landen in den Händen der Fans. Dann treten sie von der Bühne.

Beartooth in Hannover

Auch während des Soundchecks von Beartooth klatscht die feierwütige Meute begeistert im Takt und grölt gekonnt mit. Die Stimmung ist großartig, die Motivation stark, Silverstein haben als Vorband ordentlich eingeheizt und Bock auf den Hauptact des Abends gemacht.

Die Fans wollen mehr. Das bekommen sie, als Caleb & Co. schließlich auf die Bühne treten. Der Umbau auf der Bühne ist inzwischen vollendet und „Beartooth“ prangert in Großbuchstaben auf dem Banner, spätestens jetzt ist die Menge bereit für weitere Banger.

„Below“ heißt die Tour, so ist es keine große Überraschung, dass das auch der erste Song ist, den Beartooth an diesem Abend spielen. Ein weiterer Song des Albums folgt: „Devastation“. Die Moshpits sind in vollem Gange. Die gewohnte Härte der Band wird hier in vollen Zügen genossen. „Jump, jump, jump!“, fordert Sänger Caleb und das Publikum gehorcht.

Beartooth_Musikzentrum Hannover_2022

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Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Robin Werner (rjwoerna)

Als vierten Song schmettert die Hardcore-Punkband „Hated“. Wieder macht Caleb den Track zu einem gemeinsamen – zwischen der Band und den Fans. „And be a big“, schreit er ins Mikro und die Menge antwortet mit „target for all the insecures“. Caleb lobt mit einem lauten „Hanoooooover!“ und präsentiert seine Moves auf der Bühne. Was für eine Stimmung, auch das Publikum geht hier wieder ordentlich mit – im Pit.

Beartooth_Musikzentrum Hannover_2022

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Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Robin Werner (rjwoerna)

Doch nicht nur neue Songs sind an diesem Abend live zu hören, auch Tracks aus „Disease“, „Aggressive“ oder „Disgusting“ sind zu hören. Immer wieder ruft Caleb zum Moshpit auf, es soll gesprungen werden und auch mitsingen ist erwünscht.

Wenn jemand weiß, wie man ein Publikum zu animieren hat, dann gehört er auf jeden Fall dazu. So reiht sich ein Circle Pit an den nächsten und auch einige Crowdsurfer lassen sich auf Händen tragen.

Liebeserklärung an Deutschland

“Deutschland ist zweifellos der Ort, an dem wir am liebsten spielen. Und das ist der Grund …”, erklärt Caleb und zeigt auf das Publikum, “jede Show, die wir in Deutschland spielen ist einfach großartig!“ Vielleicht ist das auch der Grund, warum sie hierzulande ihr eigenes Festival auf die Beine gestellt haben: Das Delta Bash Festival. Nach dieser Liebeserklärung lädt der Sänger die Fans wieder ein, auch den nächsten Song mitzusingen: „Disease“.

Beartooth_Musikzentrum Hannover_2022

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Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Robin Werner (rjwoerna)

Doch Beartooth können mit ihrem bärenstarken Auftritt nicht nur Stimmung machen, sondern auch mit ihren gekonnten Lyrics auf den Zahn fühlen. Das beweist auch der nächste Track. Es folgt schließlich „In Between“. Auch hier ist das Publikum textsicher am Start und übernimmt kurzerhand einen ganzen Part:

Up on the mountain, I see down below
It’s easy to lose yourself, I know
Can’t hear what you’re shouting, I’m deaf to your show
It’s easy to lose your self-control

Caleb genießt den Chor sichtlich und schließt die Augen – das ist Konzertfeeling vom Feinsten. Und wie heißt es so schön, mal sollte gehen, wenn es am schönsten ist. Und so treten die Jungs von der Bühne.

Energetische Zugabe

Doch so hat sich das Hannover nicht vorgestellt, selbstverständlich setzt sofort der Singsang ein. Nach kurzer Unsicherheit, ob „One More Song“ oder „Zugabe“ gerufen werden soll, brüllt das ganze Musikzentrum „One More Song“. Und kurzerhand kehren Beartooth zurück auf ihre Bühne. Und dann folgt eine Zugabe, die es in sich hat.

„The Past Is Dead“ lässt die Menge nochmal richtig aufdrehen, bis „The Last Riff“ den Abschluss findet. Von einer beeindruckenden Lightshow begleitet liefert dieses Instrumental nochmal eine Kostprobe von Wills, Oshies, Connors und Zachs Können als Musiker. Bis das Konzert schließlich mit ordentlich Wums seinen Abschluss findet.

Beartooth_Musikzentrum Hannover_2022

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Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Robin Werner (rjwoerna)

Falls ihr die Jungs auf dieser Tour verpasst habt, könnt ihr das 2023 nachholen. Dann ist das Gespann wieder auf Tour. An folgenden Terminen habt ihr die Chance, Caleb & Co. live zu erleben:

09.03.2023 – Frankfurt, Jahrhunderthalle
23.03.2023 – Köln, Palladium
24.03. 2023 – München, Zenith
29.03.2023 – Stuttgart, Porsche Arena
30.03.2023 – Hamburg, Sporthalle
31.03.2023 – Leipzig, Haus Auensee
01.04.2023 – Berlin, Columbiahalle

Ihr habt bereits Tickets? Perfekt, denn wie üblich behalten bereits gekaufte Tickets ihre Gültigkeit.

Beitragsfoto im Auftrag von MoreCore.de: Robin Werner (rjwoerna)

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