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AlternativeMetalcorePost-Hardcore

Live bei: Bad Omens in Köln (28.01.2024)

Concrete Jungle-Mania mit ein bisschen Sailor Moon-Vibes.

VON AM 31/01/2024

Es ist Sonntag und schon um 11:00 Uhr morgens stehen knapp 100 Leute vor dem Palladium und warten darauf, sich ihren Platz in den ersten Reihen zu sichern. Ausverkaufte Doppelshows im Kölner Palladium – auch ein Jahr später schwimmen Bad Omens noch immer auf der Hype-Welle ganz weit vorne mit. Mit insgesamt 13 Dates kommt das Quartett aus den USA im Rahmen ihrer „Concrete Forever Tour“ nach Europa zurück. Diesmal mit im Gepäck: Poppy als Special Guest.

Und wer nicht dabei sein kann, der kann die Live-Action gerne von der heimischen Couch genießen; denn wie die Acts zuvor ankündigten, werden die beiden Köln-Konzerte gestreamt und stehen euch als on demand zur Verfügung. Alle Infos dazu findet ihr über diesen Verweis.

Poppy

Das Hauptlicht wird gelöscht und die Show geht los. Poppy betritt zusammen mit ihrem Drummer und Gitarrist die Bühne und eröffnet den Abend mit „Bloodmoney“. Die Menge ist recht verhalten und erstmal sehr fasziniert von der jungen Internet-Bekanntheit, die mit ihren beiden Zöpfen vom Look irgendwie an Sailor Moon erinnert. Hier und da wippen ein paar Köpfe und beim Song „Sit/Stay“ wird sogar mitgeklatscht (zumindest das erste Drittel), sonst hält es sich mit der Bewegung eher in Grenzen.

Poppy selbst hat Spaß auf der Bühne, tanzt, spielt Gitarre und legt auch selbst kurz Hand an den Drums an. Große Interaktionen mit ihrem Publikum bleiben aber aus. Die Performance ist eine wilde Mischung aus süß, hart und irgendwie auch bizarr, was sicherlich nicht jedermanns Geschmack trifft – dennoch ein unvergleichliches Erlebnis. Insgesamt elf Songs hat die US-Amerikanerin dabei und geht nach „Concrete“ wortlos von der Bühne.

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Bad Omens

Nach einer gefühlten Ewigkeit ging es um 20:55 Uhr dann weiter mit dem Abendprogramm und Bad Omens geben „Artificial Suicide“ zum Besten. Unglaublich, wie laut die Menge ist, sogar stellenweise lauter als Frontmann Noah Sebastian; dieser wirkt leider über den gesamten Abend relativ leise, was bei diesem Produktionslevel mehr als schade ist. Neben diesem kleinen, aber doch sehr prägnanten Minuspunkt muss man aber dennoch sagen, dass die Performance der Band wirklich makellos ist. Allgemein klingt er sehr, sehr clean, was fast schon ein bisschen unnatürlich wirkt. Da stellt sich einem die Frage, ob da nicht hier und da nachgeholfen wurde?

Foto: Bryan Kirks (Bryan Kirks)

Textsicher wie eh und je wird jeder Song lautstark gefeiert und die Stimmung ist nicht zu übertreffen. Auch der kürzlich veröffentlichte Song „V.A.N.“ wird zusammen mit Tour-Partnerin Poppy am heutigen Abend performt. In der Studioversion findet Noah Sebastian ja stimmlich gar nicht statt, umso spannender ist es also zu sehen, was denn nun live passieren wird. Wieder mit Sturmmaske bewaffnet, sitzt Noah die erste Hälfte des Songs oben an der Bühne und grunzt einmal ins Mikro, bevor er sich dann zur zweiten Hälfte hinunter zu Poppy begibt und dann gemeinsam mit ihr performt. Beide harmonieren unheimlich gut miteinander und wirken dabei wie ein eingespieltes Duo.

Insgesamt 15 Songs haben die Jungs dabei, inklusive zweier Zugaben. Nebst zahlreichen Songs ihres letzten Hitalbums „The Death Of Piece Of Mind“ finden sich auch ein paar frühere Songs wie „Glass Houses“ und „Dethrone“ in der Setlist wieder.

Concrete forever

Es fällt auf, dass am heutigen Abend doch ein großer Anteil an weiblichen Fans da ist. Viel Pogo, viel Action im Pit und wenig Crowdsurfer*innen. Zu „Concrete Jungle“ wurde Macarena getanzt, bevor zum Abschluss des Songs nochmal das Concrete-Jungle Ping-Pong angestoßen wird, was stark an einen Haka erinnert. Überall sieht man freudenerfüllte Gesichter.

Summa summarum lässt sich sagen, dass, verglichen zum letzten Jahr, ein wahnsinniges Level-Up bei Bad Omens stattgefunden hat. Die Visuals auf den LED-Leinwänden erstrecken sich von düster, dystopisch bis hin zu Snippets aus bekannten Musikvideos der Band. Feuer, Konfetti und alles, was die Trickkiste sonst noch hergibt, wird aufgefahren.

Wir können gespannt sein, was das Quartett beim Festivalsommer bietet und welche Hallen künftig noch gefüllt werden.

Foto: Bryan Kirks (Bryan Kirks)

Beitragsbild: Bryan Kirks / Offizielles Pressefoto

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