Live

Metalcore

Live bei: Architects in Düsseldorf (04.10.2025)

Heißer Start in den Herbst.

VON AM 05/10/2025

Wenn es draußen wieder grau, nass und windig wird, der Sommer sich endgültig verabschiedet hat und die Festival-Saison durch ist, kann das nur eins heißen: Es wird Zeit, dass wir uns wieder in die Konzerthallen begeben und die Herbst-Touren starten können. So auch vergangenen Samstag in der ausverkauften Düsseldorfer Mitsubishi Halle. 7.500 Leute kamen an diesem Abend zusammen, um House of Protection, Wage War und natürlich Architects live zu erleben.

Wir gehen rein – im wahrsten Sinne…

House of Protection machten direkt klar, dass der Abend keine Aufwärmphase braucht. Das Duo um Stephen Harrison und Aric Improta – beide früher bei Fever 333 – ist seit 2024 als eigenständiges Projekt unterwegs und kommt live mit einem Mix aus Chaos, Energie und Punkattitüde daher, der sofort zündet. Spätestens beim zweiten Song stand die Halle Kopf: Gitarrist und Sänger Stephen sprang kurzerhand ins Publikum und performte dort weiter, während sich um ihn ein Circle Pit bildete und ihn hunderte Handylichter beleuchteten.

Auch wenn sie nur zu zweit sind, bringen die beiden ordentlich Druck auf die Straße und ihre Live-Performance hat es in sich: In ihren 30 Minuten wirbelten sie wie ein Sturm über die Bühne und brachten die Düsseldorfer:innen schon früh am Abend in Bewegung.



Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Philipp Mirschel (Stray.View Photography)

Wage War: Florida bringt Druck

Wage War hielten danach das Energielevel mühelos oben. Die Jungs aus Florida sind längst keine Newcomer mehr, sondern vielmehr eine feste Größe im modernen Metalcore-Kosmos. Ihr Sound ist präzise, heavy und auf den Punkt. Obwohl sie „nur“ in der Mitte des Line-ups standen, fühlte sich ihr Set an wie ein Hauptact-Moment. Circle Pits, Moshpit-Energie, aber auch diese Momente, in denen man spürte, wie viel Emotion in ihren Songs steckt.

Die Band spielte nicht einfach ihr Set runter, sie erlebten es gemeinsam mit dem Publikum. Als sie schließlich die Bühne verließen, war klar: Die Latte für Architects lag jetzt hoch. Mit einer Setlist, die von harten Breakdowns bis zu cleanen Hook-Momenten alles bot, gaben sie das perfekte Bindeglied zwischen dem wilden Start und dem großen Finale. Wage War wissen einfach, wie man eine Halle abreißt.



Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Philipp Mirschel (Stray.View Photography)

Unermüdliche Briten

Als schließlich das Licht erlosch und Architects die Bühne betraten, war klar: Jetzt wird’s ernst. Die Briten, die im Sommer noch als Support für Linkin Park unterwegs waren, sind derzeit auf eigener Headliner-Tour durch Europa und Großbritannien. Dabei scheint der Band um Frontmann Sam Carter kaum eine Verschnaufpause gegönnt: Erst im Februar erschien ihr neues Album „The Sky, The Earth & All Between“ und bereits 2023 und 2024 tourten sie, auch hierzulande, ausgiebig. Nun ist die aktuelle Tour sogar zweigeteilt. Im Januar geht es weiter und für den Sommer stehen bereits zahlreiche Festivalauftritte fest.

Foto im Auftrag von MoreCore.de: Philipp Mirschel (Stray.View Photography)

Kleine Faux-pas passieren den Besten

Dass selbst bei so einer eingespielten Truppe mal was schiefgehen kann, zeigte ein sympathischer Moment vor „Gravedigger“. Gitarrist Adam bekam versehentlich eine falsch gestimmte Gitarre gereicht. Nach ein paar Takten war das sofort hörbar – Sam Carter grinste, riss ein paar Sprüche, das Publikum lachte und Adam stimmte kurzerhand neu. Danach lief der Song in gewohnter Tonlage. Das Ganze fühlte sich so ehrlich an, dass es den Abend nur noch menschlicher machte.

Nostalgie meets neue Sounds

Musikalisch stand neben den Klassikern natürlich auch viel Neues auf dem Programm: Songs vom aktuellen Album wie „Curse“, „Whiplash“, „Seeing Red“ oder „Blackhole“ wurden gefeiert, als wären sie längst Teil der Fan-DNA. Architects zeigen hier, dass sie ihren Sound immer weiterentwickeln können, ohne den Kern zu verlieren.

Foto im Auftrag von MoreCore.de: Philipp Mirschel (Stray.View Photography)

Zwischendurch wurde es kurz persönlicher, als Sam Carter von der letzten Tour erzählte. Damals, ebenfalls hier in der Mitsubishi Halle, hatte er sich bei einem Sprung am Fuß verletzt. Dieses Mal lief alles glatt; keine gebrochenen Knochen, kein Drama.

Metalcore at its finest

Die Stimmung in der prallgefüllten Halle war durchgehend am Anschlag – heiß, laut, textsicher. Architects bewiesen einmal mehr, warum sie live zu den stärksten Acts des Genres gehören.

Foto im Auftrag von MoreCore.de: Philipp Mirschel (Stray.View Photography)

Als die letzten Riffs verklangen und draußen der Wind weiter in den Bäumen peitschte, war klar: Besser kann man den Herbst kaum einläuten. Architects sind aktuell einfach in Bestform – ehrlich, laut und voller Leidenschaft. Und wenn sie im Sommer wieder auf die Festivalbühnen zurückkehren, dürfte spätestens dann niemand mehr daran zweifeln: Diese Band ist nicht nur unermüdlich, sie ist schlicht unaufhaltsam und sie haben aus gutem Grund ihren festen Platz im Metalcore redlich verdient.



Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Philipp Mirschel (Stray.View Photography)

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