Live

Metalcore

Live bei: Architects „For Those That Wish To Exist at Abbey Road“ Livestream (11.12.2021)

Samt Orchester!

VON AM 15/12/2021

17 Jahre nach ihrer Gründung spielen Architects erstmals gemeinsam mit einem Orchester. Wer Kollabs verschiedener Musikstile kritisch gegenüber steht, sollte erst mal abwarten, denn Dranbleiben lohnt sich in diesem Fall.

Ein besonderer Stream an einem besonderen Ort

Der Fünfer aus Großbritannien hat sich für sein Streaming-Event nicht mit irgendeinem Orchester zusammengetan und sie spielen auch nicht nur irgendwo. Zusammen mit dem The Parallax Orchestra performen die Metalcore-Mannen in den berühmten Abbey Road Studios.

Architects

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Bilder: Ed Mason

Die Begeisterung und Leidenschaft des langhaarigen, tätowierten Dirigenten mit mächtigem Pornobalken im Gesicht ist einfach ansteckend und schürt Vorfreude auf das anstehende Programm. Simon Dobson ist dabei auch kein unbeschriebenes Blatt. Als Komponist und Dirigent hat er bereits Projekte mit Bring Me the Horizon und Alter Bridge realisiert.

Aufgrund der musikalischen Anpassungen an das Orchester geben Architects bei der Gelegenheit Songs zum Besten, die es live im Normalfall nicht zu hören gibt. Mit dabei sind Titel wie „Flight Without Feathers“, „Libertine“ und „Demi God“. Außerdem kommt „Meteor“ mit Streich- und Blasinstrumenten richtig gut.

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Bilder: Ed Mason

Beeindruckend ist die Perspektive von oben in den gesamten Raum, denn so wird deutlich, wie viele Leute an der Umsetzung eines solchen Events beteiligt sind und welche Disziplin notwendig sein muss, alle Musizierenden unter einen Hut zu bekommen. Props an der Stelle auch für die sauber geordneten Kabel. So mancher Kabelsalat unter den heimischen Schreibtischen dürfte da vor Neid erblassen.

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Bilder: Ed Mason

Positiv fällt bei dem Stream auf, dass zwischendurch auch mal ein Blick hinter das Mischpult geworfen wird oder dass je nach Perspektive die Leute hinter den Kameras im Bild sind. Ebenso wird gezeigt, wie die Techies nach dem Set anfangen abzubauen. Während in den harten Lockdown-Zeiten darauf hingewiesen wurde, wie schwer es eben diese Leute durch die Situation haben, räumen Architects im Konzert-Stream genau diesen Menschen ihren verdienten Platz ein. Zudem erinnern die vereinzelt im Bild sichtbaren Kameras an große Festivals, bei denen dank der Video-Leinwände ebenfalls Kameras notwendig sind. Schön!

Architects in ihrem Element

Alle sind höchst konzentriert bei der Arbeit und das Endergebnis kann sich wirklich hören lassen. Für die Mannen von Architects scheint die Situation ungewohnt zu sein, nicht vor einem Live-Publikum zu spielen, denn sie wissen zum Teil nicht so recht, wo sie hinschauen sollen. Das ist jedoch nicht weiter tragisch. Vielmehr macht es deutlich, dass ihnen eben doch die Bühnen mit richtigem Publikum fehlen und sie dort zu Hause sind.

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Bilder: Ed Mason

Zwischen den einzelnen Songs herrschen kurze Pausen, die mit schönen, atmosphärischen Bildern untermalt werden. So ist zum Beispiel zu sehen, wie die Streicher ihren Bogen vorbereiten, die Horn-Spieler die Tasten ihres Instruments testen und die Pianisten ihre Notenblätter zurechtlegen. Und mitten unter der größtenteils sitzenden Orchester-Besetzung haben sich Architects positioniert. Bei dem letzten Song, „Dying Is Absolutely Safe“, kommt noch eine Akustik-Gitarre zum Einsatz. Die Kombination sorgt für einen Gänsehaut-Moment. Dann ist das Konzert nach einer guten Stunde schon vorbei – leider, denn das Zuschauen und Zuhören hat wirklich Spaß gemacht.

Nachfolgend findet ihr noch die Setlist des „For Those That Wish To Exist at Abbey Road“-Streams:

Do You Dream of Armageddon?
Black Lungs
Giving Blood
Discourse Is Dead
Dead Butterflies
An Ordinary Extinction
Impermanence
Flight Without Feathers
Little Wonder
Animals
Libertine
Goliath
Demi God
Meteor
Dying Is Absolutely Safe

Beitragsbild: Ed Mason

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