Threatin

US-Band Threatin kauft Fake-Fanbase und spielt Tour… zu der keiner kommt

Wenn man denkt, man hätte im Leben schon alles gesehen, kommt von irgendwo eine Band wie Threatin her und belehrt uns eines Besseren. Es ist eine der Geschichten, die man sicherlich so schnell nicht vergessen wird. Und das Beste ist: Während wir diese Zeilen schreiben, geht der Spaß munter weiter.

Mithilfe von Magie (oder schlichtweg gekauften Fan-Likes und Fake-Kommentaren) konnte diese Kombo, die anscheinend vorrangig nur aus einem gewissen Jered Threatin besteht, eine Tour durch Europa und UK auf die Beine stellen, ohne dass dies jemand im Vorfeld großartig infrage gestellt hätte. Ein gebührendes Lob gilt übrigens den Kollegen von Metalsucks, die die nun folgenden Anlagen zusammengestellt haben.

Mit Videos wie diesem wurden Bookern und Venues gleichermaßen bis unter die Decke gefüllte Shows vorgegaukelt, die es so niemals gegeben hat. Einen Oscar für die beste Videobeschreibung eines Fake-Videos zücken wir auch noch.

„Live video of Threatin. Got this video last june. i could only get a few seconds here and there the crowd was pretty wild. i kept almost dropping my phone..great show though.“



Threatin – der Anfang einer unglaublichen Geschichte

Irgendwen muss das jedenfalls überzeugt haben. Irgendwie. Unter irgendwelchen Umständen. In den Genuss der dann tatsächlich stattfindenden Konzerte kam unter anderem das Camden Underworld in London. Diesem wurde vor der Show zugesichert, dass bereits 291 Tickets im Vorfeld verkauft wurden. Nur drei Leute, die sich anscheinend verirrt haben, tauchten dann tatsächlich auf.

Threatin

Ganz ähnlich sah es dann beim „Exchange“ in Bristol aus. Hier seien angeblich 180 Tickets über die virtuelle Ladentheke gewandert. Tatsächlich niemand tauchte dann aber auf. Jetzt mal ganz abgesehen von den wenigen Leuten, die für den Opener auf der Gästeliste standen. Fun fact: Die 100 Interaktionen im Facebook-Event der Show kamen allesamt aus Brasilien. Es handelte sich also abermals um gekaufte „Fans“.

Threatin

Ebenfalls „Opfer“ von Threatin wurde The Asylum Venue in Birmingham. Hier war von vornherein von 150 Tickets die Rede, was bei der Location einen Ausverkauf bedeutet hätte. Gerade einmal eine (!) Person tauchte dann auf, die sogar tatsächlich ein Ticket gekauft hat.

Threatin



Auch hierzulande darf man sich bald ein Bild von Threatin machen. Am 16. November gastiert die „Band“ im Café Central in Weinheim. Auf Nachfrage bei der Venue wurde uns mitgeteilt, dass man sich bereits im Vorfeld abgesichert habe. Man sehe das Ganze nach einiger Recherche „gelassen“. Uns blieb im Gesprächsverlauf freilich nichts anderes übrig, als das Beste zu wünschen.

Und irgendwie verdient diese Masche ja schon irgendwie einen gebührenden Respekt. Auf eine ganz bizarre Weise. Immerhin ist die „Band“ als solche ja erschienen und hat ihr Set gespielt sowie entstandene Kosten beglichen. Sie (oder er) wollte(n) einfach nur spielen. Irgendwie packt uns da schon etwas das Mitleid.

Wir können nur allen, die sich in der Nähe von Weinheim befinden, am 16. November nichts vorhaben, sowieso nicht aufs Geld schauen müssen und offen für eine Erfahrung der besonderen Art sind, ans Herz legen, sich das anzuschauen. Einen wunderbar gestellten Trailer zur Tour und eine Hörprobe haben wir euch der Vollständigkeit halber beigefügt. WHAT. A. MAN!

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