Kritik: Time, The Valuator landen mit "How Fleeting, How Fragile" ein solides Debüt
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Kritik: Time, The Valuator – „How Fleeting, How Fragile“

Als ich ‚Elusive Reasons‘ – das erste Lebenszeichen von Time, The Valuator – gehört habe, war ich mehr als baff. Die musikalische Finesse, die Vocal-Range von Sänger Phil und die Produktion haben mich mehr als überzeugt. Die Band hat es hinbekommen, eingängige Melodien und Zugänglichkeit zu kombinieren mit einer sehr progressiven Atmosphäre und dem üblichen „Gefrickel“ (im positiven Sinne) zu kombinieren.

Fast 2 Jahre später, nach einigen personellen Wechseln und weiteren veröffentlichten Singles haben Time, The Valuator jetzt also ihr Debütalbum ‚How Fleeting, How Fragile“ veröffentlicht.



Das Intro von Terminus überrascht mit 80s Synth-Wave (spätestens seit Stranger Things wieder voll im Trend), um dann im weiteren Verlauf mit Rap-Parts im Emmure-Style erneut die Grenzen zu sprengen.

Dieses „zerbrechliche“ Spiel mit den Einflüssen und verschiedenen Song-Elementen fordert den Hörer und sorgt bei mir immer wieder dafür, dass ich mir gar nicht mehr sicher bin, ob ich noch den selben Song höre. Klar, Time, the Valuator sind auch eine progressive Band und das ist bekanntlich keine Musik mit simpler Songstruktur, aber genau hier hatte ich ja die Stärke von Time, The Valuator gesehen.

In ‚In Control‘ bekommt Phil Support von Breathe Atlantis-Sänger Nico, der mit seiner RnB-beeinflussten Stimme dem Song eine weitere Facette gibt und der meiner Meinung nach zu den starken Tracks des Albums gehört.

Eine weitere Kollaboration findet man bei Song 5, in dem Novelists‘ Mattéo Gelsonimo mit Shouts und seinem tiefen Gesang mehr als passend unterstützt. Der Track gehört auch definitiv zu den stärkeren Songs des Albums, ist aber auch wieder ein Klumpen von einem Song. der mit Variationen, Parts und Sounds nicht voller gepackt werden konnte. Der Prog-Fan wird hiermit aber keine Probleme haben.

‚Heritage‘ ist ein weiterer Song, der zu überraschen weiß. Das „loungy“ Piano-Intro schreit förmlich nach einem Drum’n’Bass-Remix dieses Tracks. Für mich gehört „Heritage“ zu den Beispielen, die die Stärken der Band recht deutlich machen.



Auch erwähnenswert ist ‚Onryo‘, der wohl der aggressivste und wütendste Song des Albums ist. Mit ‚How Fragile‘ endet das Album. Wieder ein Tune, in dem man neue Einflüsse der Band heraushört. Beim ersten Gitarrenriff fühlt man sich unweigerlich an Deafheaven und Co. erinnert, um dann wieder sanft und zerbrechlich vom nächsten ruhigen Part des Songs abgeholt zu werden.

Flüchtig? Zerbrechlich? Ist das jetzt das Motto des Albums und erwartet uns Musik, die wir schon in wenigen Monaten nicht mehr anhören möchten?

Nein, keinesfalls! Was Time, The Valuator mit ihrem Debüt auffahren, ist schon sehr beachtlich. Das Beste, was man als Band gegen Vergänglichkeit machen kann, ist es zu versuchen, seinen eigenen wiedererkennbaren Sound zu finden und diesen immer weiter zu schleifen. Bands, die einfach nur aktuellen Soundtrends folgen, hört man ja ständig.

Und obwohl sich Time, The Valuator durch die charakteristische Stimme und die atmosphärischen Saiteninstrumente doch schon sehr früh einen erkennbaren Sound erarbeitet haben, wird dieser Sound auf dem Album in alle möglichen Richtungen gedehnt und erweitert. Dafür gibt es schon mal Props von mir!

Allerdings sorgt dies in Kombination mit der manchmal etwas überfrachteten Produktion doch dafür, dass die Quintessenz eines Songs irgendwie vergessen wird. Nach mehreren Durchläufen fällt es mir schwer eine klare Punktzahl zu finden. Das Album ist gut hörbar, wenn auch manchmal überfrachtet mit Ideen, mitreißend und fordern, aber auch hin und wieder irgendwie ermüden. Für ein Debüt allerdings schon großes Kino und ich habe schon jetzt Lust auf die Weiterentwicklung der Band beim nächsten Album.

Wertung: 7/10

Band: Time, The Valuator
Album: How Fleeting, How Fragile
Veröffentlichung: 03.08.2018

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