Our Last Night

Live bei: OUR LAST NIGHT und BLESSTHEFALL in Köln!

Ein Post-Hardcore-Konzert mit absolutem Crowdsurfing-Verbot? Ihr denkt das gibt es nicht!? Oh doch! Und zwar bei NEW VOLUME, BLESSTHEFALL und OUR LAST NIGHT in der Kölner Essigfabrik. Ob sich jeder an dieses Verbot gehalten hat erfahrt ihr im nachfolgenden Bericht zur Show.



Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schäfer (Cat Eye Photography)

Um 19.45 Uhr betreten die drei sympathischen Herren von NEW VOLUME, die kurzfristig als Ersatz für THE COLOR MORALE eingesprungen sind (wir berichteten), die Bühne. Gleich beim ersten Song fällt uns dabei auf, dass sie in eine ganz andere musikalische Richtung gehen als die beiden anderen Bands des Abends. Anders als bei BLESSTHEFALL und OUR LAST NIGHT handelt es sich bei NEW VOLUME um eine reine Alternative-Band. Trotzdem lässt sich das Publikum voll und ganz auf die Kombo ein, was Sänger Tyron sichtlich freut. Als dieser verrät, dass die Band aus Südafrika stammt, staunen wir nicht schlecht. Schließlich kennt man (oder zumindest wir) wirklich wenige Bands, die von dort kommen. Die Jungs spielen eine ganze halbe Stunde Songs ihres Debütalbums „Envy“, welches letztes Jahr erschien, und verbreiten eine allgemein gute Stimmung in der Essigfabrik. Trotzdem hätten wir uns NEW VOLUME lieber als Support einer Band, die stilistisch in eine ähnliche Richtung wie sie geht, gewünscht, denn die Jungs haben es wirklich drauf und wissen wie man dem Publikum einheizt. Wir hoffen, dass wir in nächster Zeit mehr von den Jungs hören und sehen werden.

Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schäfer (Cat Eye Photography)

Keine 15 Minuten, nachdem die Jungs von der Bühne verschwunden sind, ist es nun auch endlich soweit und das Intro von BLESSTHEFALL erklingt. Die fünf Amerikaner starten ihr 35-minütiges Set wie gewohnt gleich mit geballter Power: Sänger Beau betritt springend die Bühne, während die Band die Songs „2.0“ und „What’s Left Of Me“ performt. Das Publikum scheint sich Beau als Vorbild zu nehmen und fängt ebenfalls an, auf und ab zu springen. So gut wie jeder im Publikum grölt auch die folgenden zwei Songs „Hollow Bodies“ und „Youngbloods“ mit, was uns ein Gefühl gibt, als würde bereits der Headliner auf der Bühne stehen. Wundern tut uns das jedoch nicht: BLESSTHEFALL liefern immer noch genauso ab, wie wir es von ihnen gewohnt sind.



Wir haben gar das Gefühl, dass die Jungs mit jeder Show, die wir von ihnen sehen, besser werden. Wie ein guter Wein scheinen sie mit dem Alter besser zu werden. Dabei überzeugen Beau und Jared stimmlich beide zugleich auf höchster Ebene. Die Essigfabrik scheint noch ein Stück voller geworden zu sein und als wir uns das Publikum nun genauer anschauen, fällt uns erst auf, wie durchmischt es doch ist: Wir erblicken sowohl sehr junge, als auch ältere Konzertbesucher. Auch ein paar Eltern, die ihre Kinder begleiten, stehen schüchtern in einer Ecke der Essigfabrik und scheinen sich unter akribischer Beobachtung eine eigene Meinung zu BLESSTHEFALL zu bilden.

Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schäfer (Cat Eye Photography)

Die fünf Jungs spielen währenddessen mit „See You On The Outside“ bereits ihren fünften Song des Abends und stimmen anschließend „40 Days…“ und „Dead Air“ an. Zeitgleich versuchen wir zwanghaft zu verdrängen, dass sich das Set der US-Amerikaner dem Ende zuneigt. Als Finale haut die Band die zwei Singalongs „Hey Baby, Here’s That Song You Wanted“ und „You Wear A Crown But You’re No King“ raus, wobei Sänger Beau beim letzteren plötzlich anfängt, an den Gerüsten der Bühne herumzuklettern. Das Publikum feiert die kleine Akrobatik-Einlage von Beau und ist, genauso wie wir, sichtlich enttäuscht als sich die Band wenige Minuten später verabschiedet und die Bühne verlässt.

Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schäfer (Cat Eye Photography)

Etwas zu früh, um 21:25 Uhr, beginnen die Jungs von OUR LAST NIGHT ihr Set mit „Broken Lives“, einem Song ihres aktuellen Albums „Selective Hearing“, welches zugleich auch Namensgeber dieser Tour ist. Direkt hinterher stimmen die Vier, die aus New Hempshire kommen, „Same Old War“ und „I’ve Never Felt This Way“ an. Als Sänger Trevor eine kurze Ansprache hält und dem Publikum mitteilt, dass dieses Konzert die größte Headliner-Show ist, die sie je gespielt haben, staunen wir nicht schlecht. Wir können uns noch wage daran erinnern, wie sie vor einigen Jahren vor wenigen Leuten in Wuppertal spielten und vor nicht allzu langer Zeit ein Konzert im Underground gaben. „Respekt Jungs!“, kann man an dieser Stelle wohl nur sagen.



Nicht jede Band schafft es, sich so schnell einen so großen Namen zu machen. Es folgen drei ältere Songs der Band („Prisoners“, „Road To Throne“ und „Fate“) bevor sie mit „Ivory Tower“ und „Tongue Tied“ erneut zwei Songs ihres aktuellen Albums performen. „Ivory Tower“ ist hierbei, so Trevor, der härteste Song, den die Band je geschrieben hat. Passend hierzu kommen wir nun wieder auf das Thema mit dem Crowdsurfing-Verbot zurück und machen es jetzt kurz und knapp, ohne um den heißen Brei herumzureden: Natürlich hat sich nicht jeder daran gehalten. Wenn man den härtesten Song, den man je geschrieben hat, spielt, kann man vom eigenen Publikum nicht erwarten, dass keiner auf die Idee kommt eine Runde crowdsurfen zu gehen. Die ersten Fans werden von der Menge Richtung Bühne getragen, wo bereits gefühlt die Hälfte der OUR LAST NIGHT-Crew wartet, um die Crowdsurfer direkt von der Bühne zu bringen. Leider macht besonders Trevor den Eindruck, dass er den Fans körperlich lieber nicht allzu nah sein will. Es kann natürlich auch sein, dass es uns nur so vorkommt oder er einfach in seinem Tun nicht gestört werden will.

Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schäfer (Cat Eye Photography)

Der nächste Song, den die Jungs anstimmen, scheint für viele im Publikum eines der Highlights des Abends zu sein: Das Cover von Ed Sheerans „Shape Of You“. Wer das Schaffen von OUR LAST NIGHT verfolgt, weiß, dass die Band viele bekannte Pop-, Hip-Hop- und R’n’B-Songs covert und mit einem Post-Hardcore-Stempel versieht. Gleich im Anschluss verlassen Bassist Woody und Drummer Tim die Bühne, um Trevor und seinen Bruder Matt an der Gitarre zwei Akustik-Songs („Falling Away“ und „Reality Without You“) performen zu lassen. Auch der folgende Song „White Tiger“ gehört zu den eher softeren und ruhigeren Songs der Band, was sich auch am Publikum bemerkbar macht: So langsam haben wir das Gefühl, dass immer weniger Leute sich zur Musik bewegen und stattdessen nur rumstehen und den Songs lauschen. Zum Glück spielt die Band nun den Power-Song „Dark Storms“ der das Publikum wieder aufweckt. Es folgen „Younger Dreams“ und „Ghost In The Machine“, bevor die Jungs während des Songs „Common Ground“ noch eine coole Aktion starten: Plötzlich steht Woody mit seinem Bass nicht mehr auf der Bühne sondern in der Mitte des Raumes am Soundtable. Trevor fordert die Masse auf, einen großen Circle Pit um Woody zu bilden, was auch gut gelingt. Gegen Ende des Songs lässt sich dieser (trotz des Crowdsurfing-Verbots) von der Menge zurück zur Bühne tragen. Nach ganzen 90 Minuten verabschiedet sich die Band mit „Home“ und „Sunrise“ von uns und wir machen uns zufrieden auf den Heimweg.

Ein Bericht von: Nicole Balon


Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schäfer (Cat Eye Photography)

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