Live bei: YOU ME AT SIX in Düsseldorf!

Lange mussten wir nach ihrem letzten Deutschland-Besuch nicht warten: Am Donnerstag spielten die fünf smarten Briten von YOU ME AT SIX, die aus dem idyllischen Londoner Vorort Weybridge stammen, eine Show im Düsseldorfer Zakk und wir waren natürlich für euch vor Ort.



Supportet wird das ganze Spektakel von den den Weseler Jungs von Flash Forward und der britischen Band Decade, wobei letztere pünktlich um 20 Uhr das Konzert eröffnet.

Die fünf Rocker, die aus dem englischen Bath stammen und bereits als „Best British Newcomer“ bei den Kerrang!-Awards nominiert waren, haben gerade ihr zweites Studioalbum rausgebracht und heizen damit dem Publikum ein. Musikalisch passen sie zum Stil von YOU ME AT SIX, klingen allgemein jedoch softer. Hier und da entdecken wir tatsächlich sogar einige Fans, die Merch der Band tragen. Der Rest der Fangemeinde von YOU ME AT SIX scheint Decade auch zu mögen: ausgelassen wird mitgewippt, ganz besonders nachdem Sänger Alex sein Tambourine auspackt.



Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schäfer (Cat Eye Photography)

Auch der zweite Support des Abends, Flash Forward, hat einige Fans im Publikum stehen, was uns jedoch nicht wundert. Schließlich kommen die Jungs aus dem nordrhein-westfälischen Wesel, was sich quasi direkt um die Ecke von Düsseldorf befindet. Die Band, die nächsten Monat ihr neues Album „Revolt“ rausbringt, spielt Alternative-Rock, mal mit softeren, mal mit etwas härteren Elementen. Besonders die neueren Songs der Band schlagen eine härtere Richtung an. In gleicher Weise können wir hier behaupten, dass der Support gut zum Headliner des Abends passt und eine allgemein gute Stimmung beim Publikum verbreitet.

Es scheint der Menge wirklich gut zu gefallen. Wir haben gar das Gefühl, dass sich der Club um noch ein weiteres Stück gefüllt hat, da es nun wirklich sehr eng wird an unserem Platz. Viele Konzertbesucher grölen die Songs der fünf sympathischen Jungs mit und kaum jemand im Saal steht still. Wenn ihr euch ein eigenes Bild zu Flash Forward machen wollt, habt ihr bald die Chance dazu, denn die Jungs sind im Januar nächsten Jahres mit ihrem neuen Album „Revolt“ für einige Clubshows in ganz Deutschland unterwegs.



Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schäfer (Cat Eye Photography)

Bereits jetzt kommt es uns schon relativ spät vor, besonders mit dem Hintergedanken, dass viele der anwesenden Fans zur jüngeren Generation gehören und schulpflichtig sind, doch wie angekündigt ertönt pünktlich um 21.50Uhr das Intro von YOU ME AT SIX.

Die fünf Briten starten ihr Set mit dem Powertrack „Spell It Out“ und imposanten Stroboeffekten. Auffällig ist jedoch gleich, dass das Licht, genau wie im März diesen Jahres auf ihrer Show in der Kölner Live Music Hall, sehr gedämpft und dunkel ist. Wir empfinden es als etwas besser als in Köln, man kann zumindest die Gesichter der Jungs erkennen. Trotzdem wirkt es sehr atmosphärisch. Es hat gar etwas düsteres, was die Power des Tracks unterstreicht. Auch die nächsten zwei Songs („Bite my Tongue“ und „Fresh Start Fever), werden von diesem Licht begleitet, wobei das Backlight zwischen rot und blau wechselt.



Die Stimmung beim Publikum ist sichtlich gut: Es wird getanzt und gesprungen. Neben uns sichten wir eine Gruppe Briten, die einzig für die Band in das schöne Düsseldorf gekommen sind. Auch sie scheinen die Show von Josh, Max, Matt, Dan und Chris zu mögen. Verständlich, wenn man bedenkt, dass sie in ihrer Heimat die Jungs nur in wesentlich größeren Hallen in Action sehen und es sich beim Zakk um einen eher kleineren Jugendklub handelt.



Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schäfer (Cat Eye Photography)

Es folgen die Stücke „Lived A Lie“ und „Loverboy“, zweiter inklusive beeindruckendem Solo von Gitarrist Chris. Im Anschluss stimmen die Briten „The Swarm“ an, ein Song, der eigenst für die gleichnamige Achterbahn im englischen Freizeitpark Thrope Park komponiert wurde und sich deswegen auf keinem Studioalbum von YOU ME AT SIX findet. Wir genießen die Show jedoch fragen wir uns so langsam wann, und ob überhaupt, die Band ihre allerseits bekannten Evergreens wie „Save It For The Bedroom“ oder „The Rumour“ spielen wird.

Zwischendurch kommuniziert Sänger Josh immer wieder mit dem Publikum und beteuert dabei auffällig oft seine Liebe zu Deutschland. Man könnte glatt meinen, dass der gute Herr über einen Wohnortwechsel nachdenkt. Sogar eine Deutschlandflagge wird von ihm liebevoll an Dans Drums befestigt.

Um zurück auf das Thema „Evergreens“ zu kommen, so müssen wir euch an dieser Stelle leider enttäuschen: Nach den Songs „Swear“ und „Give“, beide von der aktuellen Platte „Night People“, schwindet auch so langsam unsere Hoffnung und wir hören der Band gespannt zu wie sie gefühlvoll „No One Does It Better“ performen. Passend zum Song stellt Josh klar, dass wir es am besten tuen: in keinem anderen Land wird so auf YOU ME AT SIX Shows gefeiert, wie in Deutschland, so Josh. Wobei sich hier die Frage stellt, ob es sich um die Wahrheit handelt, oder um eine der typischen „Das ist die beste Show der Tour!“-Floskeln, die bei jeder Show von Bands geäußert werden.



Anschließend stimmen die Londoner „Night People“, den Titeltrack ihres aktuellen Albums, und direkt hinterher „Cold Night“ an, bevor Josh zu einer bewegenden Rede antritt. Gute fünf Minuten lang spricht er von den Dingen, die ihn zuletzt bewegt haben: Der Tod von Linkin Parks Chester Bennington, der Brexit und die Tatsache, dass Donald Trump tatsächlich Präsident der USA geworden ist. Dies leitet die nächsten zwei Songs des Abends ein („Take On The World“ und „Too Young To Feel This Old“), die, genauso wie die Rede von Josh, sehr emotional performt werden. Wir haben das Gefühl, dass ihm die Thematiken aus seiner Rede und aus den Songs sehr nahe gehen.

Begleitet von „Zugabe!“-Rufen und dem Jubeln der Fans verlassen die Briten nach „Too Young To Feel This Old“ die Bühne um diese nach ein paar Minuten wieder zu beteten und siehe da: tatsächlich stimmen sie nun einen älteren Song an. Die Encore beginnt mit „Stay With Me“, einem Stück ihres zweiten Albums „Hold Me Down“. Es folgen „Reckless“ und „Underdog“. Obwohl sich das Set dem Ende zuneigt, ist die Stimmung beim Publikum immer noch ausgelassen und feierfreudig. Josh, Dan, Matt, Chris und Dan schließen ihr Set, so wie sie es begonnen haben, mit einem Powersong, nun „Room To Breathe“, bei dem noch mal das gesamte Publikum kräftig springt und tanzt, und entlassen uns so in eine „cold night“ in Düsseldorf…

Ein Bericht von: Nicole Balon
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schäfer (Cat Eye Photography)

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