Live bei: GREEN DAY in Köln!

Mittlerweile ist es 23 Jahre her, dass die Punk-Rock-Idole von GREEN DAY ihr drittes Studioalbum „Dookie“ veröffentlichten und so den großen Durchbruch schafften. Im Jahr 2017 sind wir mit „Revolution Radio“ bei Album Nr. 12 angelangt und ein Ende der Ära der US-Amerikaner scheint nicht in Sicht. Am Montag hatten die Herrschaften zur Show nach Köln in die Lanxess Arena (Kölnarena) eingeladen. Wahrlich ein paar Ausnahmekünstler, die nun seit fast dreißig Jahren mit der perfekten Mischung aus Punk und Rock Millionen von Fans gewonnen und mehrere Welthits produziert haben.

Meine Erwartungen waren auf jeden Fall groß, als ich mich auf den Weg Richtung Arena machte. Ich fand eine verdammt lange Schlange mit gut gelaunten Menschen vor, die geduldig auf ihren Einlass warteten. Noch schnell ein Bier geschnappt und dann sitze ich auch schon auf meinem Sitzplatz im Unterrang und genieße entspannt die Vorband. THE INTERRUPTERS aus Los Angeles hatten die Ehre, die großen GREEN DAY zu supporten. Und hey, das gelang ihnen gut. Mit ihrem Mix aus Rock, Punk und ein paar Skabeats, konnten sie dem Publikum durchaus gut einheizen. Sicherlich, der Hauptteil verbrachte seine Zeit noch draußen am Bier- oder Würstchenstand, aber trotzdem hatte die Band bereits einige Menschen vor der Bühne und auf den Rängen zu bespielen.  Ein bisschen mehr Bewegung hätte der Truppe sicher gut getan, aber sonst ein feiner Start in den Abend.


Foto im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schäfer (Cat Eye Photography)
Gegen 20 Uhr traten dann GREEN DAY endlich auf die Bühne und gingen mit „Know Your Enemy“ direkt in die Vollen. Die Leute auf den Rängen erhoben sich innerhalb von Sekunden von ihren Sitzen und auch im Innenraum herrschte bereits eine ausgelassene Stimmung. Spätestens ab „Revolution Radio“ hatten die Jungs aus den Staaten dann letztendlich jeden gepackt, der zuvor vielleicht noch nicht ganz wusste, wie ihm geschah. Mit „Holiday“, „Letterbomb“ und „Boulevard Of Broken Dreams“ folgte ein guter Mix aus den verschiedenen Auskopplungen der Jungs. Beim letzteren wurde es dann auch wirklich bewegend und emotional als die ganze Arena in tausenden von Lichtern versinkt und eigentlich jeder lauthals mitsingen wollte.

Im Laufe des Abends spielten sich GREEN DAY durch ihre nunmehr zwölf veröffentlichten Alben und schafften wahrlich einen abwechslungsreichen Mix, bei dem wirklich für jeden etwas dabei war. „Longview“, „Youngblood“ oder auch „2000 Light Years Away“ aus den Anfangszeiten der Band, durften in der Setlist nicht fehlen. Sänger Billie bemerkte dann auch passenderweise, dass man im Jahr 1991 das erste Mal in Deutschland gespielt habe und dieses Land und die Fans einfach liebe. Generell feierten GREEN DAY ihr Publikum durchweg als besonders herausragend ab und überschütteten die Arena mit Liebesbekundungen und kurzen deutschen Sätzen, die durchaus zur guten Laune beitrugen.

Absolutes Highlight am Abend war für mich die Performance rund um den Song „King For A Day“, als Sänger Billie im Polizei-Look auf die Bühne trat und mit MO-DOs „Ein-Zwei-Polizei“ den Song ankündigte. Es folgte eine richtig coole Saxophon-Einlage mit einem wirklich beeindruckenden Solo. Später lag dann die ganze Band am Boden und gab mit „Always Look on The Bright Side Of Life“, „(I Can’t Get No) Satisfaction“ oder „Hey Jude“  ein paar Klassiker zum Besten. Für mich etwas zu viele Cover, aber Spaß machten sie natürlich trotzdem.


Foto im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schäfer (Cat Eye Photography)
Ein paar Songs weiter durfte dann auch noch Diego aus Düsseldorf auf die Bühne und nach kurzer Einweisung mit der Band gemeinsam performen. Für den jungen Kerl aus der „verbotenen Stadt“ sicher ein sehr besonderer Moment. Und die Gitarre gab es als Erinnerung noch oben drauf!

Natürlich durften Hits wie „When I Come Around“ und „Basket Case“ nicht fehlen, aber auch Songs wie „Christie Road“ oder „Are We The Waiting“ machten einfach Laune. Richtig großen Spaß hatten vor allem die Herrschaften auf der Bühne, die bei insgesamt 29 Songs zu wirklich keiner Zeit eine Spur von Lustlosigkeit zeigten. Jedes Fan-Geschenk, war es eine Deutschlandfahne mit GREEN DAY-Schriftzug, ein Haarreifen oder eine rote Federboa, alles wurde dankend angenommen und in die Show mit eingebaut. Zusätzlich sorgten eine Shirtkanone und ein Wasserschlauch für erfrischende Momente während des Sets. Ganz klar, man merkte den Jungs ihre Professionalität einfach an. Hier war alles super organisiert und geplant, jedoch nahm man sich auch zwischendurch für eine persönliche Ansprache an die Fans Zeit, in der beispielsweise Sänger Billie beschrieb, das Musik sein Leben sei und wir alle gemeinsam diesen einen Moment teilen sollten und nun keine Zeit für Selfies wäre, sondern er von jedem einzelnen das Gesicht sehen wolle. Also schwappte auch eine kleine Kritik an eben die Leute rüber, die dauerhaft ihr Handy in der Hand hielten. Ich gehörte natürlich auch dazu, aber neben Videos, Live-Streams und Fotos, schaffte auch ich mir ein paar „handyfreie“ Momente.


Foto im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schäfer (Cat Eye Photography)
Am Ende standen zweieinhalb Stunden Livemusik und zwei Zugaben mit jeweils zwei Songs auf meinem Zettel. Das Konzert endete mit „Ordinary World“ und „Good Riddance (Time Of Your Life)“, welche wirklich eine beeindruckende Stimmung hinterließen. Ich ging am Ende glücklich und zufrieden nach Hause und bin immer noch von diesem Live-Erlebnis dezent geflasht. GREEN DAY, ich bin bei der nächsten Show hierzulande definitiv wieder dabei. Das war großes Kino!

Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schäfer (Cat Eye Photography)

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