Live bei: CREEPER in Köln!

Am vergangenen Sonntag vor Ostern gab es einen guten Grund, das gute Wetter links liegen zu lassen und nach Köln in den Kellerclub MTC zu fahren: CREEPER waren zu Gast. Ich habe die „Callous Hearts Gang“ bereits als Vorband von NECK DEEP und PIERCE THE VEIL in Deutschland kennen- und lieben gelernt. Sympathische Crew, die eine Vorliebe für Kicker und deutsches Bier haben und im März endlich ihr erstes Album „Eternity, In Your Arms“ veröffentlicht haben. Umso gespannter war ich, einige Songs davon live zu hören!

Foto im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Kamerageil)

Support für die Briten sind auf dieser Tour PUPPY und MILK TEETH.
Aufgrund von missverständlichen Informationen, was den Einlass anging, bin ich leider erst zur zweiten Band MILK TEETH im MTC angekommen. Noch recht junge Punk-Rocker, mit ein wenig Grunge-Einfluss. Dem Publikum war die Band nicht unbekannt, sie wurden ordentlich gefeiert und auch einige Texte sicher mitgesungen. Vom Style her ein bisschen auf den 90ern kleben geblieben, passt die Band wunderbar ins Bild als Vorband von CREEPER, eben nicht dem kompletten Mainstream verfallen, alternativ und unperfekt. Ich bin gespannt, was man in Zukunft noch von ihnen hören wird, Potential ist auf jeden Fall genug da.

Foto im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Kamerageil)

Obwohl die Venue gerade mal etwas mehr als die Hälfte gefüllt war, war die Stimmung gut und Hauptact CREEPER ließ nicht lange auf sich warten.
Genau wie auf dem Album, ist der Opening Song „Black Rain“ und lädt zur heutigen Horrorpunk Show ein. Die sechsköpfige Band findet auf der schmalen Bühne kaum Platz, was sie aber wenig davon abhält alles zu geben! Sänger Will legt sich voll ins Zeug, geht ab und zu auch halb ins überwiegend weibliche Publikum, die damit aber kein Problem haben, sondern weiterhin die Lieder mitsingen und ihre Hände feiernd in die Höhe strecken.

Foto im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Kamerageil)

Natürlich finden sich auch einige männliche Anhänger der Band in der Crowd; bei den tempolastigen Songs versuchen sie den ein oder anderen Circle Pit zu starten. Hier und da gelingt das auch, ist aber nicht von langer Dauer, da gewinnt dann leider doch die weibliche Zurückhaltung.
Davon lässt sich aber keiner unterkriegen, auch die Band nicht. Die Performance der Sänger ist unglaublich gut. Will beherrscht diese bestimmte Theatralik in seiner Stimme total, sodass er die Melancholie der Songs perfekt übermittelt. Er ist zum Glück einer der Sänger, der für mich zur Kategorie “Klingt wie auf Platte” zählt.

Foto im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Kamerageil)

Aber auch als er Keyboarderin Hannah beim Akustiksong „Crickets“ den Vortritt lässt, sind alle von ihrer Stimme und dem Auftritt angetan.
Nicht zuletzt hört man im Publikum Schluchzen und Geschniefe, als die emotionale Ballade „I Choose To Live“ das offizielle Set beendet. Gänsehaut überkommt meinen kompletten Körper, spätestens jetzt hat mich diese Band zu 100% abgeholt! Auch optisch geben sie für mich eine absolute Einheit ab. Für den ein oder anderen mag schwarzer Lippenstift und Nagellack an Männern nicht das attraktivste sein und alles etwas aufgesetzt wirken, auch der Rockabilly Look ist nicht jedermanns Sache. Nichtsdestotrotz ist es passend und spiegelt den Horrorpunk wider. Ich für meinen Teil kaufe ihnen dieses Aussehen total ab und ist für mich authentisch.

Foto im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Kamerageil)

Der Auftritt, das sagte ich ja bereits, war für mich top; auch die Setlist gefiel mir sehr gut an diesem Abend. Es war eine gute Balance zwischen alten und neuen Sachen. Auch mein persönlicher Evergreen “Astral Projection” wurde gezockt. „Hiding With The Boys“, „Suzanne“ und CREEPER-Klassiker als Zugabe „VCR“ und „Misery“ durften natürlich nicht fehlen.

Zusätzliche Sympathiepunkte gewinnen sie von mir, als Sänger Will am Ende des Auftritts sagt: „Denkt immer dran: es wird immer eine große Ehre FÜR UNS sein, vor euch spielen zu dürfen, nicht andersrum“. Dabei nehmen sie sich an den Händen und bedanken sich beim Publikum. Für mich ein absolut gelungener Abend, mit viel Emotion und Dramatik. Es sei ihnen nur zu wünschen, dass sie beim nächsten Deutschlandbesuch bitte vor ausverkaufter Hütte spielen dürfen.

Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Kamerageil)

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