Bullet For My Valentine

Live bei: Bullet For My Valentine, Of Mice & Men und mehr in Köln

Gute zehn Jahre ist es her, dass ich die Jungs von Bullet For My Valentine das erste Mal live gesehen habe. Damals befand ich mich auf dem Groezrock in Belgien und „Hearts Burst Into Fire“ hatte kurz zuvor seinen Upload auf MySpace gefeiert. Ihr merkt schon, viel Zeit ist seitdem vergangen und nicht nur die Musikplattformen, sondern auch die Musik der Waliser hat sich stark verändert. Umso interessanter kann man einen Auftritt der Band heutzutage sehen, haben die Jungs aus Bridgend ihren Stil doch stark gewandelt. So ging es am vergangenen Samstagabend ins Palladium in Köln, um sich von den aktuelleren Live-Skills der Truppe zu überzeugen. Als Support hatte sich die Band die Kalifornier von Of Mice And Men sowie Nothing More und Shvpes dazugeholt. Also durchaus ein Line-Up, welches man sich mal anschauen kann. Wie die Show am Ende bei mir hängengeblieben ist, erfahrt ihr im folgenden Live-Bericht. Los gehts!



Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Quinten Quist
Den Abend begannen Shvpes aus Birmingham. Leider wurde der Start der Show kurz zuvor um 45 Minuten vorverlegt, sodass im Normalfall das Palladium sicherlich noch mehr gefüllt gewesen wäre. Aber gut, gegen so kurzfristige Änderungen im Timetable ist wahrlich keine Band sicher, leider sind jedoch die ersteren meist die Leidtragenden. Griffin Dicksinson, Sänger der Band, hatte sich beim einem Sprung auf der Bühne auf der vorangegangenen Show in Frankfurt verletzt, und musste daher die Show in Köln auf Krücken spielen.



Er ließ sich jedoch nicht davon abhalten, die Bühnenfläche vollends auszunutzen, das Publikum zu animieren oder seine Krücken als Showelement einzusetzen. Auch Basser Grant zeigte sich durchaus bewegungsfreudig und suchte sich seine Räume, während er seine Basslines von sich gab. Durchweg war die Bühne während des Sets in dunkles Rot getaucht, sodass die hinteren Reihen mit Sicherheit nicht allzu viel sehen konnten. Schade eigentlich, denn das Palladium besitzt ja durchaus eine ordentliche Lichtanlage.




Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Quinten Quist
Weiter ging es mit Nothing More, die schon Großteile unseres Teams auf Rock am Ring in diesem Jahr mit einer wuchtigen Liveshow  begeistern konnten. Wuchtig war es dann auch im Palladium, denn Sänger Jonny Hawkins begann bereits kurz nach dem Betreten der Bühne das schon martialisch anmutende Drumkit zu malträtieren. Aktion war also schon mal geboten! Dazu gab es dann einen mehr als durchtrainierten Körper Hawkins, der mit seiner Frisur schon an einen jungen Jim Morrison erinnerte. Auffallend unplatziert war leider das Backdrop der Band, welches den ersten und letzten Buchstaben des Bandnamens missen ließ. Aber auch das wusste Hawkins charmant zu bewitzeln. Als letzten Song spielte die Band mit „First Of The Year“ ein Skrillex-Cover und stellte damit nicht nur seine musikalische Bandbreite zur Schau, sondern ebnete nochmals eine geniale Performance des Sängers, der mit entsprechenden Synthesizern und Triggern den Song über ein Drumpad unterstützte. Hits wie „Funny Little Creatures“ oder die Single „Just Say When“ fehlten jedoch leider im Set.





Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Quinten Quist
Endlich durften dann Of Mice And Men, mein heimlicher Favorit des Abends, die Bühne betreten. Auftritte beim Vainstream in Münster oder in der Essigfabrik in Köln hatten mich bereits auch ohne den alten Fronter Austin Carlile überzeugt, und so freute ich mich besonders auf den Beitrag der Jungs aus Kalifornien. Ok, viele werden weiterhin das Argument bringen, dass ein Fronter, klebend an Mikrofon und Gitarre, nicht allzu viel zur Bewegung und Show auf der Bühne beitragen kann und dies immens den „Live-Fluss“ stört, ich sehe das aber dann doch etwas anders. Das hängt jedoch auch mit der Intention zusammen, mit der ich mir solche Bands anschaue. Extreme Bewegungsformen auf der Bühne gibt es im Core-Geschäft zuhauf, überzeugende Sänger und zugleich Gitarristen hingegen wenige. Umso mehr mag ich diese Kombination und ich kann mich so mal mehr auf die Musik konzentrieren, als den Sänger auf der Bühne oder im Publikum zu „suchen“.




Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Quinten Quist
Ihr Set begannen die Jungs aus Costa Mesa mit „Defy“, „Warzone“ und „Unbreakable“ und hatten damit quasi schon drei meiner Favoriten verspielt. Aber gut, das soll in keinster Weise eine kritische Anmerkung sein, immerhin wurde ich mit wahren Hits begrüßt. Besonders positiv fiel mir der Sound im Palladium auf, der für seine Verhältnisse in dieser Location wirklich sehr definiert ausgearbeitet war und ordentlich nach vorne ging.



Das brachte dann auch das Publikum spätestens nach dem zweiten Track dazu, etwas mehr Bewegung an den Tag zu legen. Sänger Aaron Pauly zeigte wie immer eine einwandfreie Performance und zählt für mich sowieso seit Ewigkeiten zu den besten Clean-Sängern der Core-Szene und hat mich zum Beispiel schon damals bei Jamies Elsewhere vollends überzeugt. Kennt ihr nicht? Dann holt das unbedingt nach!

Pauly wurde dann witzigerweise für seine „Bewegungsfreude“ auf der Bühne bereits nach Song Nr. 3 bestraft, denn nach den ersten Sprungeinlagen löste sich direkt seine „in ear-Verkabelung“ aus der Verankerung. Im Zuge der oben beschriebenen „Kritik“ sicherlich ein gefundenes Fressen für so manchen. Für alle Metal- und Haarliebhaber durften bei „You Make Me Sick“ anschließend ordentlich die Matten durch die Luft fliegen, bevor die Band mit „Bones Exposed“, „Instincts“ und „The Depths“ ihr Set beendete. Das war ein wirklich eindrucksvoller und gelungener Auftritt!




Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Quinten Quist
Dann wurde es aber Zeit für die Headliner von Bullet For My Valentine, die mit 18! Songs eine durchaus ordentliche Setlist mit im Gepäck hatten. Nachdem die mit einem weißen Laken abgehangene Bühne dann endlich zur Geltung kam, schaute der eine oder andere, mir inbegriffen, sicherlich nicht schlecht. Denn die Band um Fronter Matthew Tuck hatten ein wahres Lichtfeuerwerk mitgebracht. Die Band startete mit „Leap Of Faith“ ins Set und ich habe sicher noch bis nach dem folgenden „Over It“ gebraucht, mich an dieses Lichtspektakel zu gewöhnen, denn es gab dort viel zu viel zu entdecken. Zig Scheinwerfer hier, aufblinkende Lampen dort, drehende Spots da… ihr merkt schon, ich war dezent beeindruckt. Anschließend spielte sich die Band mit Songs wie „Letting You Go“, „Venom“ oder „The Last Fight“ quasi einmal durch die Bandvita. Großartige Showeinlagen oder Ansprachen blieben aber aus und so wendete sich Tuck erst nach neun Songs so richtig ans Publikum. Was aber dann kam, ließ einem die Spucke weg, denn Drummer Jason Bowld legte ein wahrlich beeindruckendes Drum-Solo hin, welches durch die Lichtanlage, perfekt getimed, unterstützt wurde. Glücklicherweise lag dann der Fokus auch endlich wieder mehr auf der Musik. Ohne Worte, die Lichtinstallation spielte mit tollen Perspektiven und Tiefen, stand aber für mich zu sehr im Vordergrund. Manch einer mag sich eher auf einem Muse-Konzert gesehen haben, als auf einem von Bullet For My Valentine.





Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Quinten Quist
Songs wie „Scream Aim Fire“, „You Want A Battle? (Here’s a War)“, „Piece Of Me“ oder „No Way Out“ ebneten anschließend den Weg zum Abschluss des Sets, der am Ende anders ausfallen sollte als gedacht. Ok, die Band spickte ihre Setlist mit richtig guten Songs der Bandgeschichte, hier und da fehlten dann aber doch gerade zum Ende wieder die Songs, die zumindest mich immer begleitet haben: Auf ein „Hand Of Blood“, das oben bereits genannte „Heart Burst Into Fire“ oder auf „All The Things I Hate“ wartete ich vergebens. Dafür durfte ich mich dann wenigstens über „Tears Don’t Fall“ freuen. Doch was bleibt? Ich mache es kurz: Keine Frage, auch und vielleicht vor allem eine Band wie Bullet For My Valentine darf mit Technik begeistern und sein Publikum bei Laune halten, immerhin tun dieses fast alle Bands, die eine gewisse Größe erreicht haben. Am Ende sollte aber bitte noch immer ein Sache im Fokus stehen: die Musik!




Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Quinten Quist
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