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Live bei: As It Is, Holding Absence und Courage My Love in Köln

Vergangenen Donnerstag war es wieder soweit! As It Is gastierten im Kölner MTC, und hatten natürlich auch ihr aktuelles Album ...

VON AM 29/11/2018

Vergangenen Donnerstag war es wieder soweit! As It Is gastierten im Kölner MTC, und hatten natürlich auch ihr aktuelles Album „The Great Depression“ mit dabei. Dieses hatte in unserer Kritik glatte 9/10 Punkte bekommen (hier geht es zur Review). Umso gespannter waren wir, wie die Songs live klingen. Ob die hohe Punktzahl auch auf der Bühne funktioniert, erfahrt ihr in unserem Livebericht. Viel Spaß!


Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)

Einen unverhofften Start in den Abend gab es mit den augenscheinlich gerade erst volljährig (wenn überhaupt) gewordenen Courage My Love. Das Trio (Vox&Amp/Gitarre, Gitarre/Bass, Drums/2nd Vox) hat sich Radiorock mit Frauenstimme auf die Fahnen geschrieben, dies klingt jedoch schlimmer, als es sich in der Realität darstellt. Grundsätzlich wird hier eine durchaus professionelle Show geboten, was vor allem Sängerin Mercedes zuzuschreiben ist. Selbige kommt sehr souverän daher, trifft sämtliche Höhen und Tiefen (sehr geile Range), ist dabei satt und variabel in der Stimme (Mix aus Hayley Williams und Avril Lavigne) und strahlt wie die gesamte Band eine spielfreudige Bühnenpräsenz aus.

Bereits zu dieser frühen Stunde werden Refrains mitgesungen und beklatscht. Und das durchaus junge Publikum wird auch hier lässig-souverän eingebunden. Ein wenig schade ist die Tatsache, dass Basssequenzen punktuell vom Band zugepflastert werden müssen, weil temporär mit zwei Gitarren agiert wird, aber dies wird sicherlich Gründe haben. Abwechslungsreich geschriebene Songs, allerdings wird der Rahmen „Radiorock“ nicht verlassen. Netter Start, irgendwie.


Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)

Langsam nimmt der Abend Fahrt auf, als die fünf Herrschaften von Holding Absence die Bühne betreten. Hier wird nur selten der Gainregler an den Amps runtergedreht, dafür dicke Akkordwände losgejagt. Holding Absence verstehen das Spiel mit Dynamik gut einzusetzen, immer wieder kommt es in den Songs zu zum Teil mit Synthieflächen getragenen Cool-Down-Strophen oder Bridges, bevor der nächste Refrain wieder groovig-kopfnickend losbricht und einen mitnimmt. Wirklich fett kommt hier zusätzlich das Blondie von Gesangskerl daher. Absolute Stärken liegen hier in den druckvollen Gesangspassagen, gerade im Grenzbereich zwischen maximalem Cleangesang und Geshoute weiß der Mann zu überzeugen.

Das ist einfach Bundesliga, was Intensität, Klangfarbe und Wiedererkennungsmerkmal angeht – und das Ganze live. In so mancher ruhigen Strophe hat er jedoch zu kämpfen, sich stimmlich durchzusetzen. Die Stärken liegen dann doch woanders, zum Beispiel auch in der Publikumsarbeit. Mehrfach schmeißt man sich unter die Leute, von denen man zu jeder Zeit 30-40 findet, die textlich safe und springend mit ins Mikro gröhlen. Was insgesamt an wirklich hängenbleibenden Hooklines fehlt (bis auf „Like a Shadow“; eine wirklich saustarke Hymne), wird durch die tighte Rhythmusarbeit, ein dickes Soundbrett und die starke Stimme wettgemacht.

Wo an vielen Stellen für sattes Akkordgeschruppe auf ausdifferenziertes/vielschichtiges Gitarrenspiel verzichtet wird, wirkt dies trotzdem in sich rund und schlüssig. Hat mich überzeugt, sehr kurzweilig – Punkt.





Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)

So, nun zur Band, die ich mich im Vorfeld aufgrund des wirklich fetten, frisch erschienenen Albums reizte: Trash Boat. Stilistisch aus der gleichen Ecke wie die Vorgänger Holding Absence können sie auf einen merklich höheren Bekanntheitsgrad im Publikum zurückgreifen. Die Menge ist direkt am Start, bereits beim zweiten Song ist der Abend auch crowdsurfingtechnisch entfesselt. Im gesamten 35 Minuten-Set ist das vordere Menschendrittel in Bewegung. Stärken der Band liegen hier ebenfalls klar in fetter Rhytmus/Groovefraktion und einem hohen Energielevel auf der Bühne, übers Ganze hätte dem Set aber ein wenig Dynamikvariation gut getan. Trash Boat haben leider vom Start weg mit leichtem Druckverlust im Sound zu kämpfen, dafür werden endlich auch mal neben einer wirklich interessanten (weil stimmlich hohen) Gesangsfarbe auch differenzierte Gitarrenläufe, kleine Lickspielereien oder djentig-flächige Klangteppiche in den Strophen von Hand kreiert. Da würgt der Sound leider selbiges ein wenig in der Entfaltung ab. Schade an dieser Stelle.

Klarer Höhepunkt: Letzter Song „Stranger“. Das erste Mal ist der ganze Laden am Start und Sänger Tobi bestreitet den Song größtenteils vom Publikum getragen in dem 30cm-Zwischenraum oberhalb der Menschenhände und unterhalb der Decke des ausverkauften Luxors. Schade um den Sound, aber fetter Schlusspunkt!






Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)

Endlich war es dann Zeit für As It is. Ich denke, am besten kann man es so zusammenfassen: Emo is back und Patty Walters hat nun auch Kajal und ein knallrotes Hemd für sich entdeckt. Patty bringt die 90er-Bewegung der leidenden Menschen und großen Herzensgefühle (den gesamten Abend wurden immer wieder Herzen mit Händen geformt oder Luftballons in Herzform hochgehalten) zurück. Mein Fazit war bereits hier entstanden: Am Anfang ein wenig albern und dick aufgetragen, am Ende hat mich die ganze Nummer nahezu komplett überzeugt! As It Is hatten den gesamten Laden von Anfang bis Ende im Griff, die Leute waren textfest bis in die toupierten Haarspitzen und alle Anwesenden (inklusive Band) hatten Bock. Hier merkte man einfach, Profis bei Maloche: Jeder Ton saß, geil eingespielte Rhytmusfraktion und ein Frontmann, der für seinen Job geboren zu sein scheint. Es passte von der stimmlichen Range über dicke Posen bis zum Crowdpushen alles. Wirklich fetter Sound, abwechslungsreiches Songwriting, clevere Setlistgestaltung und ein Gespür für Hooklines/Ohrwürmer am laufenden Meter, wurden derart lässig-souverän rausgehauen, dass es einfach nur Spaß machte.

Ebenfalls sympathisch: Keine komplett durchchoreographierte Optik der Bandmembers, sondern sehr unterschiedliche Typen verbreiteten einfach gute Laune und Spielfreude. Zudem endlich wieder eine Band, die in Songpausen auch mal politisch oder sozialrelevante Themen in mehr als zwei Sätzen mit Tiefgang anspricht. Es geht doch nicht nur um Optik und Schminke, sondern auch um Inhalte. Gesamtkonzept auf den Punkt. Coole Nummer!








Beitragsfotos im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)
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