We Came As Romans Cold Like War

Kritik: We Came As Romans melden sich mit „Cold Like War“ stark zurück

„HOLY SHIT, THEY’RE BACK“. Das war der erste und erfolgreichste Kommentar auf Youtube, als WE CAME AS ROMANS ihre Single „Cold Like War“ im letzten Monat veröffentlichten. Spätestens ab diesem Song war dann wohl allen klar: Die Jungs aus Michigan sind zurück, und zwar mit alter Stärke! Nach einem eher durchwachsenem, letztem Album, hauen die Herren nun eine neue Platte auf den Tisch. Ich habe in „Cold Like War“ reingehört und verrate euch, was es so kann. Viel Spaß!

We Came As Romans
Die wichtigste Info zuerst: Kyle ist zurück an den Keys! Und ja, das war der wohl beste Schritt, den die Jungs aus den Staaten gehen konnten, denn wie in früheren Zeiten machen eben diese den Sound von WE CAME AS ROMANS (WCAR) aus. Aber der Reihe nach!

„Cold Like War“ beginnt mit dem Song „Vultures With Clipped Wings“ zuerst ruhig. Aufbauende Samples, hier und da ein Rauschen und zusätzlich hallende Cleans von Kyle. Und dann: Zack! Ende der Stille und volle Pulle auf die Zwölf! „I never found peace but now I’m fighting a war“, schreit sich David aus der Seele, um dann mit ordentlich Power den Song fortzuführen. Hat hier noch jemand die Härte auf der letzten Platte so vermisst wie ich?



Bitteschön, hier ist sie zurück! Ok, Kyles cleane Einschieber befinden sich wieder in dem Gesangsstil und in den Tonlagen, die ich von ihm nicht so sehr mag, aber hey, die drückenden Gitarren machen hier einfach alles wett. Dieser Intro-Song ist einfach stark und macht immens Bock auf das Album!

Weiter geht es mit dem o.g. „Cold Like War“, der mit ordentlichem Tempo aufwartet. Drückende Strophen, prägnante Keys und der alte WCAR-Sound ist wiedergeboren. Dazu kommt ein wirklich eingängiger Refrain, wo mir vor allem der zweite Teil der Melodie besonders gut gefällt. Und dann dieser Mosh-Part inmitten des Songs. Das Ding hat Zunder! Endlich kann ich mir wieder absolute Zerstörung im Pit bei den Jungs aus Michigan vorstellen.

Das folgende „Two Hands“ kommt hingegen sehr poppig daher. Radio-Effekt innerhalb der wirklich ruhigen Strophe, Gang-Shouts als Aufbau und dann ein Refrain, der zwar kaum Lyrics enthält, dafür aber unheimlich atmosphärisch daherkommt. Hört hier jemand etwa THIRTY SECONDS TO MARS raus? Also ich schon. Macht aber nix, denn der Song weist keinerlei Schwächen auf und sorgt nach „Cold Like War“ für die passende „Entspannung“. Und natürlich gibt es in der Bridge auch nochmal ordentlich auf die Mütze, also alles gut.



„Lost In The Moment“ kennt ihr ja ebenfalls alle schon, somit fasse ich mich kurz. Der Song besticht ebenso wie „Cold Like War“ durch die wiederentdeckten Keys von Kyle. Dazu kommt in den Strophen mal wieder David zum Zug und das finde ich generell sehr angenehm, da er dafür einfach die passendere Stimmfarbe besitzt. Einfach gut, dass die Jungs weiter diese Option ziehen. Kyle setzt dann im Refrain wieder den passenden „Ohrwurm“ in unsere Köpfe und fertig ist der Song!

Mit „Foreign Fire“ ist dann Halbzeit der Platte angesagt. Das heißt aber nicht, dass hier irgendwo nachgelassen wird! Die Strophen, gespickt mit drückenden Sounds, geben einem wieder einen ordentlichen Tritt in den Rücken und die Bridge lädt dann wirklich mal zum Verschnaufen ein. Der Refrain hingegen ist diesmal nicht so stark, aber das ist wirklich Meckern auf hohem Niveau und auch reine Geschmackssache. Mit „Wasted Age“ folgt der nächste „Banger“ der Platte. Bah, dieser Song ist einfach ekelhaft gut! Mein Lieblingskommentar auf Youtube zu diesem We Came As Romans Song: „This single song is better than the whole last album.“ Mehr sag ich jetzt auch nicht mehr!

Das anschließende „Encoder“ verstehe ich als kreativen Versuch, den Rückgang zu den Keys noch einmal auszureizen. Es erwartet euch ein reines Sample-Intro, in das im späteren Verlauf Shouts und Gitarren einfließen. Techno, Rap, Crossover… hier ist alles dabei. Sehr gewöhnungsbedürftig, aber doch irgendwie gut. Ich denke da immer wieder an ENTER SHIKARI und bei so manchen Dubsteb-Parts sogar an ESKIMO CALLBOY. Vor allem diese Shouts mit den Samples klingen echt ein bisschen nach den Jungs aus Castrop Rauxel. Ich bin gespannt, was ihr zu dem Song sagt!

Bei „If There’s Nothing To See“ habe ich mich vor allem in die Gitarren im Intro verliebt. Hach, endlich sind die Jungs wieder da, wo sie hingehören. Diese Parts und Sounds habe ich einfach vermisst. Refrain und Co. gehen auch klar, auch wenn sie für mich nichts „Neues“ mitbringen. Der Song endet schließlich mit einem etwas langen Outro, das durchaus etwas kürzer hätte ausfallen können.



Dem vorletzten Song „Promise Me“ kann ich dann leider nicht mehr allzu viel abgewinnen. Zu ruhig und irgendwie „abgedroschen“, denn die „Pop Attitude“ will nicht so wirklich zünden. Aber gut, zehn Ohrwürmer brauch ich dann auch nicht und sogenannte „Lückenfüller“ gehören auch auf ein Album. Das abschließende „Learning To Survive“ braucht dann über eine Minute bis es wirklich richtig losgeht. Der Refrain kann mich zwar überzeugen, der Rest plätschert jedoch nur so vor sich hin.

Fazit: 
Ja, die Jungs aus Michigan sind zurück! WE CAME AS ROMANS haben ihre Kritiker ernst genommen, sich auf ihre Stärken konzentriert und zu altem Sound zurückgefunden. Das tut gut und wird mit Sicherheit viele von euch glücklich machen. Zum Ende verliert „Cold Like War“ etwas an Fahrt, trotz alledem gibt es genügend starke Sounds, die dieses Album zu einem guten Album machen!

Wertung: 8/10

Band: We Came As Romans
Albumtitel: Cold Like War
Songs: 10
Genre: Post Hardcore/Metalcore

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