The Royal Deathwatch

Kritik: The Royal machen mit „Deathwatch“ einen Sprung nach vorn

„Ist das noch Metalcore oder schon Melodic Death Metal?“, mag man sich an der einen oder anderen Stelle von „Deathwatch“ fragen, der dritten Scheibe von The Royal. Die fünf Niederländer liefern mit einem neuen Album nur zwei Jahre nach „Seven“ ihr bislang düsterstes, epischstes und vielschichtigstes Werk ab, das oft Erinnerungen an Heaven Shall Burn, aber auch an die jüngeren Produktionen von At The Gates weckt.

The Royal gönnen sich auf ihrer neuen LP keine Pause

Dass The Royal mit „Deathwatch“ neue Akzente setzen wollen, beweisen sie von Anfang an. Anders als auf ihrem ersten Album verzichtet der Opener („The Pariah“) auf ein langes Intro und setzt den Hörern stattdessen direkt einen Mix aus verspielten Riffs, stampfenden Drums, brutalen Refrains und verschachtelten Songstrukturen vor. Diese Formel zieht sich durch die gesamten 41 Minuten der Platte und wird nur an wenigen Stellen von ambienten Sounds aufgelockert. So hinterlassen beispielsweise „Lone Wolf“ und „Avalon“ dank ihrer Elektro-Samples einen Dance-artigen Eindruck, während „Exodus Black“ in seiner zweiten Hälfte auf die Klänge einer vermeintlichen Spieluhr minimiert wird.

Das Highlight auf The Royals dritter Platte ist wahrscheinlich der Song „State Of Dominance“, der die Mischung aus düsteren Keyboard-Parts und verspielten Riffs auf die Spitze treibt, sich mit seinen „BLERGH!“s, Blastbeats sowie heftigen Breakdowns aber auch mit am stärksten auf die Tugenden des Metalcore besinnt.

Ein weiteres Indiz dafür, dass die Jungs um Sänger Sem Pisarahu neue Wege beschreiten wollen, ist der komplette Verzicht auf sonst sehr gern verwendete Interludes. „Deathwatch“ besitzt keinen einzigen Track, der sich lediglich als Lückenfüller oder atmosphärische Überbrückung zwischen zwei Songs beschreiben lässt. Stattdessen dreht „Deathwatch“ in den letzten Minuten noch einmal richtig auf und geht dank „Glitch“ mit einem brachialen, donnernden Outro zu Ende, das die erste Verschnaufpause hinter das Ende der 41 Minuten Laufzeit schiebt.

Fazit:

Insgesamt verfolgt „Deathwatch“ von der ersten bis zur letzten Sekunde eine kompromisslose Formel, der sich alle Lieder durchweg unterordnen. Da die Qualität der zehn furiosen Songs aber über die gesamte Zeit hinweg auf einem hohen Niveau bleibt, ist das weniger ein Problem, als vielmehr ein Qualitätsmerkmal. The Royal liefern mit „Deathwatch“ ihr anspruchsvollstes Werk ab, das sich kein Fan von abwechslungsreichem und modernem Metal entgehen lassen sollte.

Wertung: 8/10

Band: The Royal
Album: Deathwatch
Veröffentlichung: 08.03.2019

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