Rogers

Kritik: Rogers liefern mit „Augen Auf“ ein durch und durch solides Album ab

Endlich mal wieder Punkrock. Aus irgendwelchen, mir unbekannten, Gründen haben meine Ohren seit einiger Zeit keine richtige Punkrock-Dosis abgekommen.

Umso schöner fand ich dann die Nachricht, dass ich mir die neue Platte der ROGERS anhören und rezensieren darf. „Augen Auf“ nennt sich das schöne Teil und hat mit dreizehn Tracks eine Dauer von knapp 50 Minuten. Eine Sache vorweg: Es handelt sich hier um teilweise sehr politische Songs.

Den Anfang macht der Song „Nie euer Land“ und dieser Song ist auch so arrangiert, dass er als Intro dient. Es erklingen leicht sphärische Gitarrenklänge mit viel Hall, welche erstmal eine Weile vor sich hindudeln, bis dann der Rest der Band einsetzt und der Song tatsächlich beginnt.

Der Riff schickt mich direkt in den Punkrock-Himmel und ich merke sofort, was mich in den nächsten Minuten erwarten wird. Ich kann vor meinem inneren Auge die Massen pogen und mitgröhlen sehen. Es folgt der Titelsong „Augen Auf“ und es geht genau da weiter, wo wir aufgehört haben. Mehr Riffs, mehr Pogo, mehr Punk. Der Refrain kann spätestens nach einem Mal hören mitgesungen werden. Coole Sache.



Der dritte Song nennt sich „Helden sein“ und könnte direkt aus der Feder der Toten Hosen stammen, wenn er denn nicht von den Rogers kommen würde. Nicht nur die Instrumentalisierung, sondern auch die Aussprache, das Metrum und der Text könnten eins zu eins von Campino selbst verfasst worden sein. Vielleicht bilde ich es mir auch nur ein, aber auf mich wirkt es fast so, als hätte man es auch ein wenig darauf angelegt. Es gibt hier außerdem ein nettes Feature von Sebastian Madsen. Unterm Strich aber leider einer der schwächeren Songs der Platte.

Bei der zweiten Single-Auskopplung des Albums, „Einen Scheiss muss ich“, ist der Name nun wirklich Programm. Ohne jetzt in eine tiefere Analyse verfallen zu wollen, sagt der Song aus, dass man sich nicht immer alles gefallen lassen soll. Unterstrichen wird das ganze durch einen weiteren „catchy“ Gitarrenriff. Auf jeden Fall eine Hörempfehlung!

Bei „Wohin“ höre ich direkt wieder den Campino in der Stimme. Obwohl die Strophe etwas monoton klingt, zeigt der Song im Refrain absoluten Ohrwurmcharakter.



So! Jetzt bitte jeder seinen Aluhut auspacken, denn in „Sie hören zu“ geht es nämlich um staatliche Überwachung! Auch hier wird wieder ein erstklassiger Punkrock-Refrain zum Mitsingen geliefert, der sich nach dem erstem Hören sofort ins Gehirn brennt. Allerdings ist mir das Thema persönlich dann doch etwas zu anstrengend.

Der Pogo wird in der „Tageschau“ weitergeführt. Also so heißt der Song! Hier gibt’s kurz vor dem Ende von den Rogers nochmal derbe aufs Maul. Gitarren, Bass und Drums prügeln ins Ohr und dazu gibt es weitere sozialkritische Texte!

Beendet wird das Album vom Song „Früher“ und anders als erwartet, handelt es sich hierbei um einen ruhigeren Song. Man könnte behaupten, es sei die Quotenballade. Ein sehr schöner Track, der das Album optimal ausklingen lässt. Früher war eben alles besser… oder?

Fazit:

Auch wenn sich das jetzt alles sehr danach anhört, als würde ich nur von dem Album schwärmen und nie wieder was anderes hören wollen – nein. „Augen Auf“ ist zwar ein solides Album, aber es hat auch durchaus seine Ecken und Kanten. Neben der Tatsache, dass Sänger „Chri“ manchmal etwas schwer zu verstehen ist, ist wohl die relativ starre Einfältigkeit in den dreizehn Songs der größte Minuspunkt. Auf der anderen Seite klingt es irgendwie dadurch doch wieder sehr aus einem Guss.

Wertung: 7/10

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