My Ticket Home Unreal

Kritik: MY TICKET HOME – „UnReal“

Viele von euch werden jetzt wahrscheinlich das erste Mal von den vier Jungs aus Ohio hören. Dabei gibt es die Band schon fast zehn Jahre. Umso besser, dass sich das jetzt ändert, denn MY TICKET HOME haben mit ihrem neuen Album, welches auf den Namen „UnReal“ hört, eine wirklich gute Scheibe auf den Markt gebracht, die mal wieder etwas frischen Wind in die Szene bringt. Deswegen möchte ich euch nicht nur das neue Album, sondern auch die Band an sich ans Herz legen.




2013 kam das letzte Album mit dem Namen „Strangers Only“ heraus, auf dem die Band erstmals ihre „eigene“ Musikrichtung präsentierte. Diese trägt den Namen „Puke Rock“ (dt. Kotz-Rock) und klingt wie eine Mischung und Grunge und Nu-Metal. Mit dem neuen Album haben die Jungs ihren Sound erneut weiterentwickelt und ich freue mich, dass ich euch heute ein paar Zeilen darüber schreiben darf.

Kurz nach der finalen Ankündigung des Albums wurde auch der erste Song präsentiert und dieser ist auch der Opener der Platte. „Thrush“ macht keine Kompromisse und steigt direkt mit kompletter Band und einem schnellen und heftigen Riff ein, das im Vers in eine sehr Nu Metal-artige Halftime übergeht. Als erstes fällt auf, dass Sänger und Bassist Nick Giumenti, im Vergleich zu älteren Stücken, nicht shoutet, sondern clean singt. Das ganze Paket hat einen sehr sphärischen und hypnotischen Klang, der sehr an die frühen DEFTONES erinnert. Dieser Sound zieht sich übrigens durch das komplette Album.

„Flypaper“ startet dann mit einem fetten Gitarrenriff, das meinen Kopf sofort zum Nicken veranlasst. Hier geht es auch direkt etwas heftiger zur Sache. Die rauen und aggressiven Shouts wagen sich endlich ans Tageslicht und ich habe das Gefühl, welches ich hatte, als ich die Jungs 2013 das erste Mal gehört hatte. Ein schöner Flashback in Bezug auf das letzte Album und daran, dass sie nicht vergessen haben, wo sie herkommen.




Die erste Videoauskopplung des Albums hört auf den Namen „Hyperreal“ und fasst das Album in einem Track sehr schön zusammen. Viele sphärische Gitarren mit viel Hall, ebenso hallige Cleanvocals im Vers und einen etwas heftigeren Refrain mit rauem, aber nicht verzerrtem Gesang. Shouts werden dabei immer mehr in den Hintergrund gerückt.

Die Songs „Joi“, „Down Life“ & „Melancholia“ sind sehr träge und hier stehen eindeutig die Vocals im Vordergrund. „Gasoline Kiss“ & „We All Use“ sind da schon melancholischer. Der Großteil des Albums ist sehr düster aufgebaut und vermittelt ein fiebertraumhaftiges und unwohles Gefühl.

Fazit:

Ich habe „UnReal“ bestimmt zwei Wochen hören müssen, um mich an den neuen Sound der Jungs zu gewöhnen. Als großer Fan der letzten Platte „Strangers Only“ war ich erst etwas verwirrt, aber dann habe ich mich sehr in dieses Album verliebt. Es hätte gern doch etwas heftiger und aggressiver sein können, aber der neue „DEFTONES-artige“ Klang der Jungs gefällt mir wirklich sehr. Leider muss ich sagen, dass das Album neben sehr starken Songs auch welche hat, die leider ein wenig untergehen und echt langweilig wirken. Ich habe beim Durchhören einige Songs des Öfteren geskippt. Ich will „UnReal“ persönlich wirklich mehr Punkte geben, aber ich muss hier einfach realistisch bleiben.

Wertung: 7,5/10

Künstler: My Ticket Home
Album: Unreal
Songs: 13

Genre: Puke-Rock / Nu-Metal

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