Memphis May Fire Broken

Kritik: Memphis May Fire erweisen sich auf „Broken“ als Ohrwurm-Garant

Es ist jetzt schon ein paar Jahre her, seitdem ich das erste Mal mit Memphis May Fire in Berührung gekommen bin. Es war 2011 und ich war gerade dabei mein Abitur zu machen. Die Zeiten waren leichter. Naja, ich schweife ab. Jedenfalls bin ich im örtlichen Plattenladen auf das zweite Album „The Hollow“ der Texaner gestoßen und hatte mich sofort verliebt. Denn es gibt zwei Dinge, die Memphis May Fire schon immer gut konnten: „Catchy“ Melodien und „edgy“ Texte. Ein Konzept, welches sich bis jetzt durch die gesamte Diskographie der Jungs um Frontmann Matty Mullins getragen hat.



Mit genau dieser Erwartungshaltung bin ich auch in das neue Album „Broken“ gegangen, als ich beim ersten Song „The Old Me“ auf Play gedrückt habe. Und ich wurde nicht enttäuscht. Direkt am Anfang erwartete mich ein drückender Gitarrenriff, welcher relativ schnell in eine Strophe überging, woraufhin Mattys prachtvolle Stimme durch meine Kopfhörer erklang. Spätestens beim Chorus bekomme ich Gänsehaut. Wie kann man nach all den Jahren immer noch so unfassbar „catchy“ Gesangsmelodien schreiben? Mattys wundervolle Gesangsstimme singt auch nach dem Song noch den Refrain in meinem Kopf.

„Aber Sascha,“ hör ich euch fragen: „was ist mit den Breakdowns? Singt der Typ mit den roten Haaren nur oder schreit der auch mal wieder?“ – Gemach, ihr nach Krach schmachtendes Jungvolk. Ein bisschen Geduld. Auch ihr sollt auf eure Kosten kommen. Also ein bisschen zumindest.

Memphis May Fire fahren die Aggression etwas zurück

Auch wenn die „Breakdown-Quote“ auf „Broken“ tatsächlich gar nicht mal so niedrig ist, spart Fronter Matty deutlich mit Shouts und hält die Vocals auf dem Album fast ausschließlich clean. Da kann man jetzt verschiedene Meinungen zu haben, aber meiner Meinung nach tut es dem Album keinen Abbruch. Aber zurück zur Tracklist.

„Watch Out“ steht da als nächster Song auf der Liste und der entspricht ebenfalls dem altbewährtem Memphis May Fire-Konzept. Dicker Riff, griffige Gesangsmelodie mit entsprechendem Refrain und ein mehr oder wenig gut platzierter Breakdown im zweiten Drittel.

Ein paar Songs brechen aus diesem Schema aus und leider muss ich sagen, dass genau diese Songs deutlich schwächer wirken als die, die nach dem gewohnten Schema geschrieben wurden. Die Melancholie in „Sell My Soul“ wirkt sehr aufgesetzt und langweilig, der Rap-Part in „Heavy Is The Weight“ ist einfach fehl am Platz und „You and Me“ ist so langsam und eintönig, dass ich beim Hören fast eingeschlafen wäre. Also so schlimm ist es dann auch nicht. Die anderen Songs wirken da umso krasser! In ein paar Songs gibt es sogar wieder ein paar Screams und Breakdowns. So RICHTIGE Breakdowns!

Fazit:

Aber Spaß beiseite. Memphis May Fire machen mit ihrer neuen Platte „Broken“ nicht wirklich viele Experimente und das ist auch gut so. Die Songs sind alle relativ ähnlich strukturiert und bleiben im Kopf und es macht einfach Spaß sie zu hören. Ich habe mich beim Durchhören immer wieder dabei erwischt, wie ich mit dem Kopf genickt habe und auch danach sind die Melodien weiter durch selbigen geflogen. Es ist eine CD für Fans und welche, die es werden wollen. Wer die Texaner vorher nicht mochte, wird es nach „Broken“ auch nicht tun. Wer auf „catchy“ Melodien und „edgy“ Texte mit ein paar coolen Metalcore-Riffs und Breakdowns steht, wird hier auf jeden Fall fündig. Insgesamt hat mir „Broken“ sehr gut gefallen und ich freue mich schon darauf die Band wieder live zu sehen.

Wertung: 8/10

Band: Memphis May Fire
Album: Broken
Veröffentlichung: 16.11.2018

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