Kritik: DEAD BY APRIL – „Worlds Collide“

Hallo Freunde, auch ich melde mich endlich mal wieder! Muss auch mal wieder sein, denn es wird wieder Zeit für etwas Core mit Clean-Gesang, quasi mein Steckenpferd. Und was passt da besser als die neue Platte von DEAD BY APRIL namens „Worlds Collide“. Ich muss schon sagen, dass ich an alte Emo-Zeiten denken musste, als das neue Album der Schweden in meinem Postfach landete. Ich mein, wer erinnert sich nicht an „Losing You“ aus dem Jahr 2009. Oh Mann, was waren das noch für Zeiten! Das Debütalbum der Jungs ging ja damals richtig durch die Decke. Aber gut, heute ist 2017 und die Band um Fronter Pontus Hjelm legt nun mit ihrem vierten Studioalbum nach. Wie das Ganze klingt, erfahrt ihr in den kommenden Zeilen…

Für mich haben DEAD BY APRIL ja ein neues Genre geschaffen! Während sich die Jungs selbst im Metalcore/Alternative/Post-Hardcore ansiedeln, betitel ich den Musikstil der Herrschaften gerne als „Boyband-Core“. Ok, manche von euch werden mich jetzt für völlig schwachsinnig halten, aber ich erkläre euch im Verlauf dieser Review noch, wie ich auf so eine Idee komme.

„Worlds Collide“ beginnt mit „Crying Over You“ und bietet mit diesem Track direkt zu Beginn den wohl besten Song der Platte, denn hier erlebt man das DEAD BY APRIL-Prinzip sofort in Perfektion! Auf ein ruhiges Intro folgen richtig knackige Strophen mit feinen Screams von Shouter Christoffer. Drückende Gitarren und passende Samples runden das Ganze ab, bis der Refrain dann die Ohrwurm-Synapsen ordentlich in Wallung bringt. Oh Mann, diese Zeilen gehen mir seit Tagen nicht aus dem Kopf und ich wette, bei euch wird es genau so sein! Vor allem im letzten Refrain zeigt Sänger Pontus, welche gesanglichen Fähigkeiten er besitzt. Ok, auf die Vocals ist durchweg einiges an Effekten gepackt, aber gerade das besticht den Sound der Band. Stören tut mich das übrigens auf der ganzen Platte nicht!

„I Can’t Breathe“ kommt anschließend mit deutlich mehr Samples und Effekten auf der Stimme daher, kann aber durchaus an die Stärken des ersten Tracks anknüpfen. Wechselnde Shouts und die prägnanten Samples werten den Song durchaus auf, während der Refrain zwar sehr einfach gehalten ist, aber trotz alledem unheimlich gut ins Ohr geht. Ok, die „woooohoooo-Parts“ könnten so manchen irgendwann auf den Wecker gehen, aber immerhin hat man dann vor der Bühne auch nach fünf Bier noch etwas zum Mitsingen. „Playing With Fire“ gibt der Platte dann endlich mal eine Portion Tempo, sodass man sich gerade in den Strophen einen feinen Pit vor der Bühne vorstellen kann. Der Track hat einen etwas technischeren Sound als seine Vorgänger, kann aber wieder mit einem wundervollen Pop-Refrain punkten. Highlight ist jedoch die ruhige Bridge, die anschließend in einem druckvollen Moshpart mit Oldschool-Samples endet. Herrlich, ich fühle mich hier echt an gute alte Zeiten zurückerinnert, als HIS STATUE FALLS und ENTER SHIKARI noch die Techcore-Welt hierzulande bestimmt haben.

„Warrior“ ist eine der Single-Auskopplungen der Platte, die vor gut drei Wochen das Licht der Welt erblickte. Und nun komm ich auch mal zu meiner „Boyband-Core“-Theorie, denn dieser Song passt perfekt in mein zu erklärendes Schema. Hört bitte mal in die Strophen des Songs rein! Ohne Witz, vom gesanglichen Stil und den Arrangements her, könnte das locker von Boyband XY stammen. Aber halt nicht von den heutigen, sondern eher von denen der späten 90er oder frühen 2000er. Und ich muss euch sagen, ich finde diese Art richtig cool! Absolutes Pop-Feeling und dann eine ordentliche Portion Core dabei. Ich kenne ehrlich gesagt keine Band, die das auf zugleich so coole aber auch professionelle Art und Weise hinkriegt! Ok, nicht jeder von euch steht auf Boybands, aber die Mischung ist zumindest sehr interessant. Der Track ist übrigens mal so nebenbei der für mich zweitstärkste Song der Platte!

Weiter geht es mit „Breaking Point“, der vor gut vier Monaten veröffentlicht worden ist. Für mich nicht wirklich einer der stärkeren Tracks der Platte, aber dafür gibt es feine Shout- und Clean-Wechsel in den Strophen. Hört einfach mal selbst rein! „My Heart Is Crushible“ gefällt mir da schon wieder besser, obwohl der Refrain mit seinen „wooohhooo-Parts“ dann doch etwas eintönig daher kommt. Dafür mag ich aber die Strophen umso mehr, da hier die Wechsel von Shouts und Cleans besser gelungen sind als beim Vorgänger! „Can You See The Red“ kommt dann endlich wieder mit alter Stärke zurück und präsentiert sich in der beschriebenen DEAD BY APRIL-Performance, die ich so beeindruckend finde. Druckvolle Shouts mit wuchtigen Gitarren in den Strophen und ein Refrain, der dann wieder an eine Chartnummer erinnert. Obendrauf gibt es dann auch mal ein feines Gitarrensoli. Das können die Herrschaften also auch! Bei dem Song werdet ihr auch jeden Fall vor der Bühne ordentlich mitsingen können. Es folgt mit „Worlds Collide“ der gleichnamige Track zum Album, welcher sich als etwas flottere Ballade präsentiert. Ein super eingängiger Refrain mit bekanntem Strophen-Aufbau, machen den Song zu meinem persönlichen Geheimtipp der Platte.

Wer mittlerweile von den Pop-Refrains der Platte angenervt ist, wird glücklich über „This Is My Life“ sein, denn hier lassen DEAD BY APRIL für ihre Verhältnisse mal richtig Härte sprechen. Ein Song, der durchweg mit Shouts gespickt ist, durch die Samples aber auch etwas melancholisches hat. Kurz vor Ende des Album kommen die Jungs aus Göteborg dann noch mit einer richtigen Ballade namens „Perfect The Way Your Are“ um die Ecke. Irgendwie witzig, aber ich muss in den Strophen doch glatt an „Schick mir nen‘ Engel“ von OVERGROUND denken. Scheiße, warum kommt mir sowas überhaupt in den Kopf? Ich sollte echt mal darüber nachdenken, welchen Schrott ich mir früher gegeben habe. Aber hey, Popstars hab sicher nicht nur ich damals geguckt! Und heimlich find ich den Song auch gar nicht so schrecklich. Gleiches gilt für den Song der Schweden, der vor allem die Mädels live und auf Platte beeindrucken sollte! Das Album endet dann mit einem Song, den ich mal so gar nicht gebraucht hätte. „For Every Step“ mit einem Feat. des schwedischen Sängers, Schauspielers und Musicaldarstellers Tommy Körber ist sicher eine nette Idee, ich persönlich kann mit dem Track aber überhaupt nichts anfangen. Vielleicht liegt es an der Stimmfarbe, ich weiß es nicht. Einfach weglassen und das Album hätte perfekt geendet!

Fazit:
Die Jungs aus Göteborg können es noch! „Worlds Collide“ verbindet für mich aktuellen Core-Sound mit alten Popsong-Strukturen wie man sie von vor ca. 15-20 Jahren kennt. Ein wirklich gelungener Mix, der mal etwas Frische in die Szene bringt und vom Metalcore-Einheitsbrei ablenkt. Wer auf Pop-Hits steht und wem Effekte und Samples im Core-Bereich nichts ausmachen, sollte sich diese Scheibe auf jeden Fall geben! Ich auf jeden Fall bin, abgesehen von zum Teil langweiligen „wohoooo-Parts“, zu einfach gehaltenen Refrains und dem unnötigen letzten Song, wirklich sehr angetan. Umso gespannter bin ich, wie sich der Spaß live anhören wird!

Wertung: 8/10

Band: Dead By April
Albumtitel: Worlds Collide
Songs: 11
Genre: Post-Hardcore/Metalcore/Alternative

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