Falling In Reverse

Live bei: Falling in Reverse in Köln

Letzten Mittwoch waren wir für euch bei Falling In Reverse, The Word Alive und Dead Girls Academy im Kölner Luxor. Wie die Show war könnt ihr jetzt hier nachlesen.

Gegen 20:00 Uhr betreten wir das, bereits jetzt bis oben hin gefüllte, Luxor und müssen leider feststellen, dass die erste Band des Abends, die sich Dead Girls Academy nennt, schon einige Minuten spielt. Wir kämpfen uns unseren Weg nach vorne, ergattern tatsächlich noch einen Platz recht nah an der Bühne und beginnen dem Geschehen zu lauschen.



Gleich fallen uns einige Dinge auf. Sowohl der Look der Jungs, als auch der Sound, lassen uns an unsere “Emo-Zeit” und somit an die Jahre 2005 bis 2008 zurückdenken. Und wo wir gerade beim Thema Look sind, so kann man gleich die Ähnlichkeit des Frontmannes Michael Orlando zum Star des heutigen Abends, Ronnie Radke, erwähnen. Die zahlreichen Tattoos, Piercings und die schulterlangen, schwarz gefärbten Haare scheinen beim weiblichen (und überwiegend minderjährigen) Publikum gut anzukommen. Naja.. zumindest, wenn man dies an dem Gekreische der Mädels in den vorderen Reihen messen möchte.

Dead Girls Academy spielen ein Set von einer knappen halben Stunde, welches unter anderem die Single “I’ll Find a Way” beinhaltet. Fun Fact: Den Song hat Michael Orlando zusammen mit Ronnie Radke, der ein langjähriger Freund von ihm ist, geschrieben. Wir staunen nicht schlecht, als wir von dem Grüppchen, dass neben uns gequetscht ist, aufschnappen, dass die Band erst im letzten Jahr gegründet wurde. Bemerkenswert! Ob die Tatsache, dass sie, bereits einige Monate nach ihrer Gründung, auf Europa-Tour mit Hochkarätern wie Falling In Reverse gehen, nun an ihrem musikalischen Können, oder, dem bereits oben genannten, Vitamin B liegt, weiß wohl nur „der liebe Gott“ Ronnie.

The Word Alive-Fans fast genauso stark vertreten wie die von Falling in Reverse

Mit dem zweiten Support des heutigen Abends können wir persönlich schon eher was anfangen, denn es handelt sich um alte Bekannte: The Word Alive.


Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schäfer (Cat Eye Photography)

Die vier Jungs aus Arizona starten ihr Set mit “Misery”, einer Single aus dem letzten Jahr. Das gesamte Luxor fängt abrupt an zu beben. The Word Alive rocken den Laden genauso wie man es von ihnen gewohnt ist. Mit “Made This Way” von ihrem aktuellen Album „Dark Matter“ und dem neuen Song “Red Clouds” stimmen Sänger Telle und seine Band den zweiten und dritten Titel ihres Sets an. Wir hätten es tatsächlich nicht gedacht, aber das Luxor scheint sich noch ein Stückchen mehr gefüllt zu haben. Wir stehen gedrückt an andere Leidensgenossen und versuchen das Gequetsche auszuhalten.

Dieser Zustand hindert jedoch weder uns, noch das Publikum daran, den Act auf der Bühne zu feiern, ganz im Gegenteil: die Stimmung im Club ist bombastisch. Es wird gesprungen, getanzt und fleißig mitgesungen. Zwischen den Songs richtet Telle regelmäßig sein Wort an das Publikum, was jedes Mal von weiblichen Schreien begleitet wird. Er freut sich sehr darüber, dass der Club so voll ist und seine Band beim Publikum gut ankommt. Diese Tatsache wundert uns eher weniger, da viele im Publikum heute hauptsächlich wegen The Word Alive im Luxor sind. Von einer Gruppe neben uns erfahren wir sogar, dass sie Falling In Reverse gar nicht kennen, aber riesige The Word Alive Fans sind.



Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schäfer (Cat Eye Photography)

Wir sind bereits in der Mitte des Sets angekommen, als die Jungs den absoluten Singalong “Sellout” spielen. Auch während „Face To Face“ klingt Telles Stimme wie immer durch und durch fantastisch und wir genießen jede Minute der Show. Es folgt „Life Cycles“, einer der älteren Songs der sympathischen Band, der auf dem gleichnamigen Album aus dem Jahre 2012 zu finden ist. Obwohl wir uns bereits fast am Ende des Sets von The Word Alive befinden, geben die Jungs immer noch Vollgas. Als nächstes wird die Single „Overdose“ angestimmt, bevor die Amerikaner ihr Set mit dem Banger „Trapped“, nach unserem Geschmack leider viel zu früh, beenden. Mit einem „We’ll be back later this year.“ verabschiedet sich Telle vom Publikum und verlässt die Bühne. Wir nehmen dies jetzt mal als Versprechen auf und erwarten The Word Alive bereits jetzt sehnsüchtig.



Keine 10 Minuten nachdem Ronnie Radke, natürlich zu seinem eigenen Schutz von einem Security begleitet, durch die Menge an uns vorbei huschte, stehen Falling In Reverse bereits auf der Bühne und eröffnen mit dem Singalong “Champion” ihre Show.



Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schäfer (Cat Eye Photography)

Obwohl der Geräuschpegel im Raum, dank des Gekreisches der Ladies in den ersten Reihen, enorm hoch ist, können wir bereits nach dem ersten Song sagen, dass der Sound super ist. Sowohl die Instrumente der Band, als auch die unverwechselbare Stimme von Ronnie, klingen perfekt. Zu Ronnies Stimme kann man sowieso generell nur eines sagen: Überragend. Dieser Mann klingt live tatsächlich noch klarer und besser als auf Platte.

Es macht richtig Spaß ihm zuzuhören und wir schwelgen erneut in Erinnerungen an unsere Emo-Zeit: Wie haben wir Ronnie damals doch gefeiert, als man ihn noch als Frontmann von Escape The Fate kannte. Songs wie „Situations“ oder „Not Good Enough For Truth In Cliche’“ waren die Hymnen unserer Jugend.

Wir werden aus unseren Gedanken gerissen, als die Band, ohne große Pause oder Ansprache, „Sink or Swim“ von ihrem Debüt-Album „The Drug In Me Is You“ spielt. Daraufhin folgen „God, If You Are Above…“ und „Rolling Stone“. Wir haben am heutigen Abend erst vier Songs der Band gehört, diese stammen jedoch alle von drei verschiedenen Alben. Da wir etwas Angst hatten, dass die Jungs zu 99% Stücke ihres aktuellen Albums „Coming Home“ spielen würden, freuen wir uns sehr darüber, auch ihre „Oldies“ zu hören. Kaum hat sich dieser Gedanke eingeschlichen, wird schon ein neuer Song angestimmt: „Superhero“. Das ganze Luxor fängt an zu tanzen und zu singen.



Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schäfer (Cat Eye Photography)

Wenig Interaktion seitens Falling in Reverse

Der Powertrack scheint besonders beliebt beim Publikum zu sein. Auch „Loser“ und, der etwas nach Retro-Konsole klingende Song, „Game Over“ sind absolute Partysongs. Wir sind nun bei der Hälfte des Sets der Amerikaner angekommen, als uns auffällt, dass die Band eigentlich gar nicht mit dem Publikum kommuniziert. Bis auf ein paar „Thank You!“-s von Ronnie zwischen den Songs, findet kaum Interaktion mit dem Publikum statt. Schade eigentlich, denn die Crowd im Luxor gibt sich sichtlich Mühe. Irgendwann während der Songs „I’m Bad At Life“, dem Knaller „Fashionably Late“ und „Raised By Wolves“ entdecken wir ein recht junges Mädel auf den Schultern einer anderen Person, das immer wieder ihren Oberkörper entblößt. Mutig, wir dachten eigentlich, dass der „Ich zeige meine Brüste der Band“-Trend bereits vorbei ist.

Im Anschluss dazu spielen Ronnie und seine Jungs „Bad Girls Club“, „I’m Not A Vampire“ und „The Departure“ bevor unser ganz persönliches Highlight des Abends beginnt.


Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schäfer (Cat Eye Photography)

Es geht bereits mit dem Song „The Drug In Me Is You“ los und wir freuen uns wie ein Honigkuchenpferd. Wer kann diesen Song schließlich nicht mitsingen? Die Freude wird jedoch deutlich übertroffen als der absolute Höhepunkt des Abends kommt: Falling In Reverse spielen einen meiner persönlichen „all time favourite“ Songs „Situations“ von Escape The Fate. Wir bezeichnen es jetzt einfach mal als „Escape The Fate Cover“, wobei in unserem Grüppchen gleich die Frage aufkam, ob man es überhaupt als solches bezeichnen kann.



Ronnie ist schließlich derjenige, der den Song mit seiner einzigartigen Stimme für uns damals so prägnant machte. Es fühlt sich für gute 3 Minuten tatsächlich so an, als wären wir auf einer Escape The Fate-Show im Jahre 2007. Mit ihrem letzten Song „Fuck You And All Your Friends“ machen die Jungs noch eine fette Ansage und verlassen mit einem erneuten „Thank You!“, aber leider ohne Zugabe, die Bühne.

Tja, was soll man zum heutigen Abend noch großartig sagen? Ein Support, den wir persönlich vorher kaum kannten, aber stilistisch gut passte, ein weiterer Support, der wie immer überragend war, aber leider viel zu kurz spielte und ein Headliner, der musikalisch eine 1+ mit * verdient, jedoch an der Interaktion mit den Fans während der Show arbeiten könnte. Im Großen und Ganzen ein wundervoller Abend, mit vielen Höhepunkten und so gut wie keinen Punkten, die zu bemängeln sind.

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