Desasterkids Superhuman

Kritik: Desasterkids – „Superhuman“

Die Desasterkids haben wahrlich keine langweilige Bandgeschichte hinter sich, denn fünf Jahre lang ging es für die Truppe aus Berlin auf und ab. Bereits zu den Bandanfängen im Jahr 2013 mussten sich die Jungs kurz nach dem Release ihrer ersten Single mit harscher Kritik auseinandersetzen. „Wasn das für ne Pisse?“ oder „This is wrong on so many levels“ sind nur Ausschnitte der Kommentare, die man im Internet noch heute findet. Damals als 0815-Metalcore-Band verschrien, eckte die Band mit ihrer „I Do What I Do Because Fuck You“ und „Sex, Beer & Breakdowns“-Mentalität bei einigen Hörern dezent an und der Ruf der Band schien besiegelt. Im Jahr 2015 sollte mit „030“ dann der Neustart gelingen, doch auch dies funktionierte nicht zu 100%, obwohl sich die Band vor allem musikalisch auf der Platte weiterentwickelt hatte. Heute, fünf Jahre nach Bandgründung, klopfen die Berliner mit „Superhuman“ mit neuer Musik an eure Haustüren. Ob ihr diese öffnen solltet, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.




Desasterkids wagen mit „Superhuman“ einen erneuten Anlauf

Ich muss zugeben, dass ich mit der ersten EP der Jungs auch nicht wirklich etwas anfangen konnte. „030“ gefiel mir hingegen durchaus besser, vor allem weil dort ausgefallenere Riffs und Gesangparts zu finden waren. Leider gelang der Band es aber auch mit dieser Platte nicht, die Kritiker der Anfangszeiten komplett abzuschütteln. Aber gut, nun wollen wir uns um „Superhuman“ kümmern.

Die Platte beginnt mit „Break Me“ wuchtig und aggressiv und erzeugt mit der durchaus kraftvollen Produktion bei mir einen positiven Eindruck. Das mag aber vorrangig daran liegen, dass mich der Song an die guten alten 36 Crazyfists und Adema erinnert. Nu-Metal-Sound, gepaart mit „modernem“ Metalcore. Das punktet bei mir! „Walking Alone“ startet dann mit Elektro-Samples, bevor es dann vor allem in den Refrains eher tragend vonstatten geht. Diese Songstruktur werdet ihr auf der Platte übrigens noch öfters wiederfinden, das aber nur als Info vorab. An sich gibt es im Song dann aber keine besonderen Überraschungen mehr, also weiterklicken. „Bulletproof“ wartet anschließend mit Limp Bizkit-Samples auf und so langsam schleicht sich bei mir das Gefühl ein, das Ganze schon mal irgendwie und irgendwo gehört zu haben. Vor allem die Refrains klingen nicht nur wie viele andere der 2000er-Rocksongs, sondern ähneln sich untereinander auch noch sehr. Aber gut, auf zum nächsten Song!

„Oxygen“ ist dann endlich der Lichtblick der Scheibe. Gesanglich druckvoll umgesetzt, dazu eine Hook im Refrain, die im Kopf bleibt. Ok, auch diese Melodie hat man schon mal gehört, aber hier entwickelt die Band zum ersten Mal so etwas wie einen Wiedererkennungswert. Gutes Teil!

„Dark Days“ klingt dann hingegen wieder wie eine Mischung aus Three Days Grace, Seether und Disturbed. Und ja, ich könnte hier noch mehr Bands der 2000er-Ära aufzählen. Das ist an sich ja nicht grundlegend schlecht, aber es klingt leider alles wie unzählige Male schon gehört. Immerhin baut die Band immer wieder Metalcore-Sounds ein, sodass das Ganze dann doch etwas nach 2018 klingt. „Slave“ und „Here And Now“ kommen anschließend härter um die Ecke, klingen aber mal wieder nach 36 Crazyfists und Co.; und auch ein Slipknot-Vergleich darf hier nicht fehlen.



„One Of Us“ und „Pentragam“ legen dann nochmal eine Schippe drauf, aber auch hier kennt man sämtliche Riffs aus Korn und Slipknot-Scheiben und vor allem die Cleans erinnern einfach zu viel an Jonathan Davis. An sich mag ich diese Richtung ja total, aber wo sind die eigenen Ideen der Band und die dazugehörige Umsetzung im Sound geblieben?

Mit „Dead On The Inside“ und „Chasing Ghosts“ endet die Platte schließlich. Überraschungen gibt es dann keine mehr, denn auch hier könnte man wieder zu viele Vergleiche anführen.

Die Desasterkids erfinden sich auf „Superhuman“ leider nicht neu, sondern kopieren sich quasi durch ein ganzes Jahrzehnt der Musikgeschichte. Wo „030“ noch ganz akkuraten Metalcore bot, sprüht die neue Platte nur so von bereits Bekanntem, gespickt mit aktuellem Core-Sound. An sich würde ich das Ganze positiv bewerten, würde man auf der Platte einen gewissen „Eigenanteil“ der Band wiedererkennen. Doch leider finden sich in den Songs fast nur bekannte Riffs und Hooks wieder und vor allem der Gesang orientiert zu sehr an gewissen „Vorbildern“. Schade eigentlich, denn da hätte man durchaus mehr rausholen können.

Wertung: 4/10

Band: Desasterkids
Album: Superhuman
Veröffentlichung: 03.08.2018

Offizielle Website der Band
Alle aktuellen News von MoreCore.de

Kommentare